Mal zart, mal hart begegnet es uns vielseitig auf Laufstegen, im Office, in Clubs und auf der Straße. Welche Ledertrends es gibt, was den Reiz der robusten, weichen zweiten Haut ausmacht und warum wir nicht drauf verzichten wollen.
Leder ist inzwischen bei fast jedem Designer ein fester Bestandteil seiner Kollektion. Es ist als Luxusmaterial nicht mehr von den Laufstegen der Modewochen wegzudenken und unverzichtbar in dieser Saison - beispielsweise mit gerade geschnittenen Tops und Röcken aus Lamm- und Velourleder oder in der verspielten Variante mit modernen Schößchen (engl. Peplum) an Jacken, Oberteilen und Röcken. Längst begnügen wir uns nicht mehr nur noch mit dem Naturprodukt in Form von Pumps, Boots oder Taschen. Das Material mit "Dark Desire"-Appeal bietet eine immer größer werdende Bandbreite an Accessoires und spielt dort eine tragende Rolle: Hautenge Handschuhe in Überlänge, Caps, Schmuckelemente als Kette oder avantgardistischer Haarschmuck, hochwertige Smartphone-Cases, und und und ...
Vielmals ersetzt Leder durch seine Robustheit und dem gewissen Quäntchen Sexyness im Alltag bewährte Materialien. So finden sich in weiblichen Kleiderschränken inzwischen fast mehr Lederhosen oder Treggings als Jeans. Der knielange Lederbleistiftrock läuft mit edler Seidenbluse dem eingestaubten Businesskostüm den Rang ab und das „Kleine Schwarze“ wird zum „Kleinen Nappa“. Sogar Lingerie-Looks - wie bei Givenchy by Riccardo Tisci - sind auch außerhalb des Catwalks denkbar, ohne in einer falschen Schublade zu enden. Designergrößen wie Rad Haouruni und Olivier Rousteing adelten das dankbare Material in den letzten Jahren in Richtung Luxusolymp.
Wie so oft gilt auch hier: Die Kombination macht’s. So kann zum Beispiel ein Lederrock fast unendlich oft sowohl sexy als auch elegant oder sogar casual kombiniert werden. Mit einem zarten, durchschimmernden Spitzentop ist er der perfekte Begleiter für die Party am Abend, mit Bluse, Blazer und Pumps geht es ins Meeting mit den Kollegen und addiert zu einem schlichten Shirt plus Statement Schmuck ist der softe Rock zum Shoppingtrip mit der besten Freundin ideal einsetzbar. Wer sich noch nicht ganz in die Komplettlederhülle wagen möchte, der beginnt zum Einstieg mit Kleidungsstücken, auf denen Lederapplikationen die Highlights bilden - an den Ärmeln oder dem Kragen. Für die Modemutigen steht der ultraheiße Cut-Out Trend zur Verfügung: Tops oder Kleider, die mittels Lasertechnik ein auffälliges Muster ausgestanzt bekommen wie bei Kaviar Gauche gesehen. Auch an Farben darf sich die moderne Fashionista trauen. Gerade bei Accessoires sind Neon- und Candyfarben in dieser Saison Blickfang im sonst oft monotonen Alltagslook.
Es wird stetig weiter experimentiert, um das älteste Kleidungsmaterial der Welt zu perfektionieren und immer wieder neu zu erfinden. Der letzte Trend in Sachen Leder ist das sogenannte Nanai Leder, welches aus Lachshaut gefertigt wird. Es wurde nach den sibirischen Ureinwohnern benannt, die dieses spezielle chromfreie Verarbeitungsverfahren auf pflanzlicher Basis entwickelten. Die Lachshaut ist sehr dünn, robust und reißfest und bietet mit seiner einmaligen Struktur, vergleichbar mit Schlangenhaut, die beste Grundlage für viel strapazierte Alltagsgegenstände wie Timerhüllen, die rund um die Uhr im Einsatz sind.
Dem Allroundtalent Leder macht also so schnell keiner etwas vor. Wenn die richtige Pflege beachtet wird, hat man auch sehr lange Spaß an seinem Lieblingsstück. Grundsätzlich sollte Leder immer in die Reinigung von Spezialisten aus dem Gebiet Lederpflege gegeben werden, es gibt jedoch einige Grundregeln, die die Pflege erleichtern.
Vor dem ersten Tragen sollte das Kleidungsstück mit einer speziellen Imprägnierung versiegelt werden, damit das Leder zart und geschmeidig bleibt und vor Schmutz geschützt wird. Durch Fett verursachte Flecken werden mit einem Tuch aus textiler Faser, das zuvor mit warmem Wasser angefeuchtet wurde, abgewischt. Gelingt dies nicht, wird von einer weiteren Behandlung abgeraten. Im Laufe der Zeit zieht das Fett ins Leder ein. Trockenen Schmutz kann man in der Regel mit einem angefeuchteten Tuch entfernen. Feuchte Flecken sollten auf keinen Fall trockengerieben werden. Stattdessen sollte die Flüssigkeit mit einem Tuch aus saugfähigem Material aufgenommen werden.
Sarah Radowitz
Kategorie: Fashion

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