Sie sind hier: Beauty >

Parfum: Der göttliche Ursprung des Duftes

...
Drucken Drucken
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Der göttliche Ursprung des Parfums – von Kyphi zu Chanel Nº5

2012 24. Dezember

Ein kleiner Tempel in der Wüste Afrikas, weißer Rauch strömt durch die dunklen Räume, der sich in Windeseile verbreitet und seinen Weg finden soll zu den angerufenen Göttern. Auch wenn es paradox erscheint, aber genau hier liegt der Ursprung des Parfums. Jenes Parfum, das als wohl duftendes Elixier nicht erst seit der Neuzeit die Sinne verführt, Emotionen verstärkt und das Selbst unterstreicht. Das Parfum gehört zum Leben, seit Menschen in zivilisierten Kulturen leben, ist Ausdruck von Luxus und Individualität und wohl duftendes Mittel zur Pflege des Körpers.

Chanel Nº 5 (Quelle: picture-alliance/ dpa)

Chanel Nº 5 gehört zu den Klassikern unter den Düften. (Quelle: picture-alliance/ dpa)


Wie so vieles beginnt auch die Geschichte des Parfums im alten Ägypten. Vor mehr als 9000 Jahren wurde dort bereits der enorme Einfluss des Duftes erkannt. Wohlriechende Essenzen wurden hier nicht nur in Form von Ölen zur Einbalsamierung verehrter Persönlichkeiten verwendet, sondern auch in Tempeln verbrannt. Bei der Verbrennung der duftenden Hölzer entstanden Gerüche, die sich mit dem aufsteigenden Rauch verbreiteten und die jeweils angebeteten Götter gnädig stimmen sollten. Doch schon bald beanspruchte auch die ägyptische Oberschicht das Wunder des Duftes für sich und Düfte wurden zum Luxusartikel.

Kyphi ist das wohl älteste Parfum


Ursprünglich auch als Opferweihrauch gebraucht, entwickelte sich Kyphi zum wohl begehrtesten ägyptischen Parfum. Es bestand aus 15-18 Substanzen, darunter Zeder, Rosinen, Wein, Honig, Weihrauch und Iris, und wurde von geschulten Priestern angerührt. Diese, zu kleinen Kügelchen geformte Masse wurde dann über Feuer verbrannt, so dass sich der dadurch entstehende Duft auf der Haut verteilen konnte. Mitunter war es auch gebräuchlich sich die Kyphi-Kugeln ins Haar zu legen, wo sie dann mit zunehmender Wärme zerflossen und ihren wohligen Duft verbreiteten.

Das Parfum zwischen Sünde, Pest und Wohltat


Es gab jedoch auch Zeiten, in denen vor allem auf dem europäischen Kontinent mit Parfum Lasterhaftgkeit und Sünde verbunden wurde. Parfum galt im negativen Sinne als Waffe der Verführer. Dies änderte sich jedoch ab dem 12. Jahrhundert und die Bedeutung des Parfums wurde zunehmend geschätzt. Erkannten Gelehrte doch die enorme Wirkung des Duftes auf Körper und Geist. Doch diese Wirkung des Duftes wurde im Hochmittelalter zum Todesfluch. Die Pest rollte über die Menschheit und fälschlicherweise wurde davon ausgegangen, dass eben diese vor allem durch das Waschen und Baden übertragen wurde. Aus Angst vor der tödlichen Ansteckung wurde auf die Körperreinigung verzichtet und der Körpergeruch mit ätherischen Duftölen und hoch konzentrierten Destillaten übertüncht. Destillate, die dem Parfum, das wir heute nutzen, schon sehr nahe kamen.

Grasse und Köln als Hauptstädte des Parfums


Das französische Grasse wird im 17. Jahrhundert zum Zentrum der Parfum-Entwicklung. Eifrig werden in kleinen Laboratorien Düfte entwickelt und perfektioniert. Hier haben die edelsten und exklusivsten Duftwässerchen ihren Ursprung. Die ansässigen Parfumeure spezialisierten sich zudem auf die Extraktion von Blütensaft. Entfleurage-Technik heißt diese aufwendige Essenzgewinnung, die noch mehr wohlige Düfte zum Vorschein brachte. Ganze Blumenplantagen überzogen das kleine Städtchen mit einem unverwechselbaren Duft. Aber auch hierzulande erschuf der Italiener Johann Maria Farina im 18. Jahrhundert zu Ehren seiner selbst gewählten Heimatstadt Köln ein Wässerchen, das um die Welt ging: Eau de Cologne (Kölnisch Wasser). Zitrone, Orange, Bergamotte, Mandarine, Limette, Zeder und Pampelmuse bilden die Bestandteile der Rezeptur, die bis heute unverändert diesen historischen Duft ausmacht.

Chanel Nº 5 – Die Geburt des modernen Parfums


„Ich möchte ein Parfum für Frauen, das wie eine Frau riecht.“, ließ die Modeikone Coco Chanel im Jahr 1921 verlauten und legte den Grundstein für ein Parfum, das bis heute zu den absoluten Klassikern gehört. Zusammen mit dem Parfumeur Ernst Beaux entwickelte sie einen einzigartigen Duft. Der erste, der aus rein synthetischen Substanzen gewonnen wurde, und der wie kein anderer für Weiblichkeit und Unabhängigkeit steht. Da Coco Chanel sich nach langer Planung für den fünften Entwurf dieses Duftes entschied und sie als Modedesignerin ihre Kollektion, nach eigener Aussage, immer am 5. des Monats lancierte, kam für sie nur ein Name für das Parfum in Frage: Chanel Nº 5. Die Ikone des modernen Parfums ward geboren.

Laura Dehmelt

Drucken Drucken
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Kommentare

Kategorie: Beauty

Meistgelesen
  • Beauty
    Kurzhaar-Frisuren

    Die fünf schönsten Short-Cuts!

    mehr
  • Fashion
    Direkt aus den 90ern

    Die Mom-Jeans ist zurück

    mehr
  • Beauty
    Die neue Diät der Stars

    Fast Diet

    mehr
Anne Hathaway (Quelle: REUTERS/Lucas Jackson)
Short Story
Best of: Short-Cuts

Erfahren Sie, welche fünf Kurzhaar-Frisuren jetzt angesagt sind! Pixie, Bob oder Pagenschnitt - haben Sie bereits einen Favoriten gefunden? mehr

Kurzer Prozess!
Das Beuteschema der Supermodels (Screenshot: ZoomIn)
Models
Was macht Männer sexy?

Victoria's-Secret-Models verraten, auf welche Typ Mann sie stehen. mehr

Was macht Männer sexy?
Beine (Quelle: Shutterstock)
Tipps und Tricks!
Auf die Beine stellen!

Erfahren Sie, welche Methoden schöne Beine zaubern! mehr

Auf die Beine stellen!
New & Desired
  • Fashion
    So kombinieren Sie richtig

    Die Bauch-weg-Schlüpfer

    mehr
  • Beauty
    Bye bye Schichtdienst!

    Weniger Make-up ist manchmal mehr

    mehr
  • Beauty
    Haar-Duell

    Glatt vs. Lockig

    mehr
  • Fashion
    Schuhtrend:

    Footwear à la Marilyn Monroe

    mehr
  • Stars
    Heidi Klum

    "Ich glaube nicht, dass ich noch einmal heirate"

    mehr
More Desired Stories
Beyoncé mit langen Ohrringen (Quelle: REUTERS/Danny Moloshok)
Beauty-Tipp
Scharfes HD Make-up

Werden Sie zum Teint-Star ganz ohne Photoshop. mehr

Scharfes HD Make-up
Rania von Jordanien ist die neue Mode-Queen. (Quelle: dpa/picture alliance abaca)
Adel
Rania ist Mode-Queen

Sie stößt Kate Middleton vom Thron. mehr

Rania ist Mode-Queen
Lilly Becker scheint unsicher mit neuer Frisur (Screenshot: Bitprojects)
Lilly Becker
Lillys neuer Look

Auf Twitter präsentiert Boris Beckers Gattin ihre neue Frisur. mehr

Lillys neuer Look
Miranda Kerr vs. Victoria Beckham (Quelle: REUTERS/Ben Nelms , s_bukley/shutterstock)
Kerr vs. Beckham
Kerr vs. Beckham
Filmfestspiele in Cannes eröffnet (Screenshot:Reuters)
Filmfestspiele
Pompöser Auftakt bei den Filmfestspielen in Cannes

Leonardo Di Caprio, Nicole Kidman & Co. geben sich am Eröffnungsabend die Ehre. zum Video

Pompöser Auftakt