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Parfum: Der göttliche Ursprung des Duftes

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Der göttliche Ursprung des Parfums – von Kyphi zu Chanel Nº5

2012 26. Dezember

Ein kleiner Tempel in der Wüste Afrikas, weißer Rauch strömt durch die dunklen Räume, der sich in Windeseile verbreitet und seinen Weg finden soll zu den angerufenen Göttern. Auch wenn es paradox erscheint, aber genau hier liegt der Ursprung des Parfums. Jenes Parfum, das als wohl duftendes Elixier nicht erst seit der Neuzeit die Sinne verführt, Emotionen verstärkt und das Selbst unterstreicht. Das Parfum gehört zum Leben, seit Menschen in zivilisierten Kulturen leben, ist Ausdruck von Luxus und Individualität und wohl duftendes Mittel zur Pflege des Körpers.

Chanel Nº 5 (Quelle: picture-alliance/ dpa)

Chanel Nº 5 gehört zu den Klassikern unter den Düften. (Quelle: picture-alliance/ dpa)


Wie so vieles beginnt auch die Geschichte des Parfums im alten Ägypten. Vor mehr als 9000 Jahren wurde dort bereits der enorme Einfluss des Duftes erkannt. Wohlriechende Essenzen wurden hier nicht nur in Form von Ölen zur Einbalsamierung verehrter Persönlichkeiten verwendet, sondern auch in Tempeln verbrannt. Bei der Verbrennung der duftenden Hölzer entstanden Gerüche, die sich mit dem aufsteigenden Rauch verbreiteten und die jeweils angebeteten Götter gnädig stimmen sollten. Doch schon bald beanspruchte auch die ägyptische Oberschicht das Wunder des Duftes für sich und Düfte wurden zum Luxusartikel.

Kyphi ist das wohl älteste Parfum


Ursprünglich auch als Opferweihrauch gebraucht, entwickelte sich Kyphi zum wohl begehrtesten ägyptischen Parfum. Es bestand aus 15-18 Substanzen, darunter Zeder, Rosinen, Wein, Honig, Weihrauch und Iris, und wurde von geschulten Priestern angerührt. Diese, zu kleinen Kügelchen geformte Masse wurde dann über Feuer verbrannt, so dass sich der dadurch entstehende Duft auf der Haut verteilen konnte. Mitunter war es auch gebräuchlich sich die Kyphi-Kugeln ins Haar zu legen, wo sie dann mit zunehmender Wärme zerflossen und ihren wohligen Duft verbreiteten.

Das Parfum zwischen Sünde, Pest und Wohltat


Es gab jedoch auch Zeiten, in denen vor allem auf dem europäischen Kontinent mit Parfum Lasterhaftgkeit und Sünde verbunden wurde. Parfum galt im negativen Sinne als Waffe der Verführer. Dies änderte sich jedoch ab dem 12. Jahrhundert und die Bedeutung des Parfums wurde zunehmend geschätzt. Erkannten Gelehrte doch die enorme Wirkung des Duftes auf Körper und Geist. Doch diese Wirkung des Duftes wurde im Hochmittelalter zum Todesfluch. Die Pest rollte über die Menschheit und fälschlicherweise wurde davon ausgegangen, dass eben diese vor allem durch das Waschen und Baden übertragen wurde. Aus Angst vor der tödlichen Ansteckung wurde auf die Körperreinigung verzichtet und der Körpergeruch mit ätherischen Duftölen und hoch konzentrierten Destillaten übertüncht. Destillate, die dem Parfum, das wir heute nutzen, schon sehr nahe kamen.

Grasse und Köln als Hauptstädte des Parfums


Das französische Grasse wird im 17. Jahrhundert zum Zentrum der Parfum-Entwicklung. Eifrig werden in kleinen Laboratorien Düfte entwickelt und perfektioniert. Hier haben die edelsten und exklusivsten Duftwässerchen ihren Ursprung. Die ansässigen Parfumeure spezialisierten sich zudem auf die Extraktion von Blütensaft. Entfleurage-Technik heißt diese aufwendige Essenzgewinnung, die noch mehr wohlige Düfte zum Vorschein brachte. Ganze Blumenplantagen überzogen das kleine Städtchen mit einem unverwechselbaren Duft. Aber auch hierzulande erschuf der Italiener Johann Maria Farina im 18. Jahrhundert zu Ehren seiner selbst gewählten Heimatstadt Köln ein Wässerchen, das um die Welt ging: Eau de Cologne (Kölnisch Wasser). Zitrone, Orange, Bergamotte, Mandarine, Limette, Zeder und Pampelmuse bilden die Bestandteile der Rezeptur, die bis heute unverändert diesen historischen Duft ausmacht.

Chanel Nº 5 – Die Geburt des modernen Parfums


„Ich möchte ein Parfum für Frauen, das wie eine Frau riecht.“, ließ die Modeikone Coco Chanel im Jahr 1921 verlauten und legte den Grundstein für ein Parfum, das bis heute zu den absoluten Klassikern gehört. Zusammen mit dem Parfumeur Ernst Beaux entwickelte sie einen einzigartigen Duft. Der erste, der aus rein synthetischen Substanzen gewonnen wurde, und der wie kein anderer für Weiblichkeit und Unabhängigkeit steht. Da Coco Chanel sich nach langer Planung für den fünften Entwurf dieses Duftes entschied und sie als Modedesignerin ihre Kollektion, nach eigener Aussage, immer am 5. des Monats lancierte, kam für sie nur ein Name für das Parfum in Frage: Chanel Nº 5. Die Ikone des modernen Parfums ward geboren.

Laura Dehmelt

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