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Floating

Floating

Stress lass nach... Dachte ich mir letzte Woche. Ich fühlte mich wie ein Feuerwehrmann, der auf den nächsten Einsatz wartet, jederzeit bereit, die Stange runter zu rutschen und mich wieder ins Feuer zu stürzen. Dazu noch diese wundervollen Nackenschmerzen, die direkt aus der Hölle zu kommen schienen.

Und was musste ich das hören? „Hast du schon mal Floating probiert?“ fragte mich eine Kollegin. Das sei genau das Richtige um meinen Nacken richtig zu entspannen, abzuschalten und Energiereserven zu mobilisieren. Einmal Google bemüht, schon hatte ich den Floater meines Vertrauens gefunden. Praktischerweise keine 5 Minuten vom Büro entfernt.

Beim Floating liegt man in einer Art riesigen, geschlossenen Badewanne, abgetrennt von allen Reizen, wie zum Beispiel Licht oder Töne! Der Isolationstank ist gefüllt mit warmem Salzwasser, so dass man im Wasser schwebt.

Am Tag meines Floating-Termins bin ich dann doch ziemlich aufgeregt. Erst einmal abduschen, dann zeigt man mir den Tank, der aussieht wie eine Wanne in der normalerweise Captain Kirk badet. Der so genannte "Samadhi"-Tank sieht aus wie ein weiß-türkises Plastik-Ei, ich bin ein wenig enttäuscht, aber zu müde, um mich entrüstet umzudrehen und zu gehen.

Ich bin natürlich nicht allein, die nette Dame vom Empfang steht neben mir, sie erzählt von der Automatiktür, dem Salzgehalt und der Möglichkeit ein schwaches Licht anzustellen oder leise Musik zu hören! So langsam bekomme ich Angst! Ich und dunkle Räume - ein Dreamteam seit eh und je und dann auch noch Wasser, in dem ich nichts sehen kann. Da ist das Ungeheuer von Loch Ness oder der weißte Hai nicht weit... Daher versuche ich es erst mal mit offener Tür, die eigentlich mehr die Decke bildet.

Als ich so da drin liege, geht es mir so wie jeden Abend im Bett. Du musst das noch machen und hast Du eigentlich daran gedacht, diese Mail noch weiterzuleiten... ENTSPANN DICH, ermahne ich mich selbst! Ich schließe die Tür, verabschiede mich von der stressigen Welt da draußen. Ich schwimme auf den 600 kg Salz wie eine Flaschenpost. Ich breite die Arme aus und schließe die Augen. Nach wenigen Minuten, ich habe kein Zeitgefühl, lasse ich meinen Kopf los, ein angenehmes Kribbeln steigt meinen Nacken empor.

Nach 60 Minuten öffnet sich die Tür! Ich fühle mich fabelhaft. Draußen wartet ein warmes, weiches Handtuch am Arm der lächelnden Dame auf mich. Herrlich! Ich fühle mich total entspannt, mein Nacken kann sich bei meiner Geburt nicht besser angefühlt haben, die Arbeit ist in weite Ferne gerückt.

Das werde ich mir jetzt auf jeden Fall öfter gönnen!

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