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Hirsutismus

Starker Haarwuchs

Hirsutismus

Die meisten Frauen haben einige Haare, die sie stören und denen sie mit Rasieren, Epilieren oder Wachsen regelmäßig zuleibe rücken. Wenn die Haare jedoch übermäßig wachsen und in großer Zahl auch an Stellen auftauchen, die nicht typisch Frau sind, kann es sich sogar um eine Krankheit handeln: Hirsutismus! Wie entsteht diese Krankheit, woran erkennst Du, ob Du von Hirsutismus betroffen bist und was kann frau gegen Hirsutismus tun?

Laut Definition ist Hirsutismus eine übermäßige Behaarung, die vor allem an Stellen vorkommt, an denen Behaarung für Frauen eigentlich untypisch ist. Bei von Hirsutismus betroffenen Frauen werden Flaumhaare, die jeder Mensch auf der Haut hat, zu Terminalhaaren, sie werden also ausgeprägter und sind deutlich sichtbar.

So erkennst Du, ob Du unter Hirsutismus leidest

Hirsutismus zeigt sich vor allem an der Oberlippe, am Kinn, an der Brust und den Warzenhöfen und am Bauchnabel, von wo aus sich die Behaarung zum Teil Richtung Schambereich weiter ausbreitet. Außerdem breitet sich die Schambehaarung bis zu den Oberschenkeln aus. Auch die Haare, die Frauen typischerweise an Armen und Beinen haben, sind bei Patientinnen, die an Hirsutismus leiden, besonders stark ausgeprägt. Die wohl häufigste Form des Hirsutismus ist der Damenbart, ein Problem, mit dem nicht wenige Frauen zu kämpfen haben. Wie viele Frauen weltweit an Hirsutismus leiden, kann nur grob geschätzt werden, da der Übergang zwischen Normalbehaarung und übermäßigem Haarwuchs nicht klar definiert ist und von Experten unterschiedlich ausgelegt wird. Zwischen fünf und zehn Prozent aller Frauen sollen aber mehr oder weniger stark an Hirsutismus leiden.

Hirsutismus: So kommt es zum übermäßigen Haarwuchs

Die häufigste Ursache für Hirsutismus ist eine genetische Veranlagung, die Krankheit wird demnach in den meisten Fällen vererbt. Die zweithäufigste Ursache für eine Hirsutismus ist das so genannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCO), eine Fehlfunktion der Eierstöcke. Die Eierstöcke produzieren in diesem Fall zu viele männliche Hormone, die den Haarwuchs anregen. Das PCO geht oft mit Akne und Übergewicht einher, was es den Patientinnen nicht gerade leichter macht, mit ihrer Erkrankrung an Hirsutismus zurecht zu kommen.

Hirsutismus: Rothaarige Frau mit Bart
Hirsutismus: Die häufigste Form ist ein Damenbart

Außer den Eierstöcken können auch die Nebennieren für einen Hormonüberschuss verantwortlich sein oder ein Mangel an Östrogenen, der vor allem in den Wechseljahren auftritt, ist Schuld an der Erkrankung an Hirsutismus. In den seltensten Fällen kann ein Eierstock- oder Nebennierentumor die Fehlfunktion der beiden Organe auslösen. Hirsutismus kann also vielfältige Ursachen haben, der Auslöser der Krankheit muss deshalb unbedingt von einem Arzt herausgefunden werden.

Hirsutismus: Wie verschwinden die Haare wieder?

Ist Hirsutismus auf eine hormonelle Umstellung oder eine Fehlfunktion der Eierstöcke oder Nebennieren zurückzuführen, kann Dein Arzt Dir eine Hormontherapie verschreiben, die das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen in Deinem Körper wieder herstellt. Leider wirken viele dieser Therapien und die damit verbundenen Medikamente nicht dauerhaft, ihre Wirkung lässt also mit der Zeit nach und der vom Hirsutismus geförderte Haarwuchs beginnt von vorne. Daher steht bei den meisten Frauen, die mit Hirsutismus zu kämpfen haben, die Haarentfernung im Vordergrund. Viele Patientinnen bleichen die lästigen Haare, die mit Hirsutismus einher gehen, um zu vermeiden, dass sie zu sehr auffallen. Neben dem Bleichen greifen die meisten Hirsutismus-Patientinnen auf die gängigen Methoden der Haarentfernung zurück: Rasieren, Epilieren, Wachsen oder Lasern gehören für viele Frauen, die an dem Syndrom leiden, zum Alltag. Keine dieser Behandlungen kann die Haare auf Dauer beseitigen, auch wenn Laserbehandlungen zumindest glatte Haut für mehrere Monate garantieren. Nach dieser Zeit kommen die Haare aber wieder zurück – eine lang anhaltende Therapieform gegen Hirsutismus ist bis heute nicht bekannt.

Hirsutismus hat oft seelische Folgen

Viele Frauen, die an Hirsutismus leiden, empfinden ihre starke, untypische Behaarung zwar als störend, doch vor allem die Reaktionen, die ihre Krankheit bei den Mitmenschen auslöst, scheint oft die schlimmste Folge der Krankheit zu sein. Früher wurden Frauen mit übermäßiger Behaarung als abartige Launen der Natur sogar auf Jahrmärkten ausgestellt. Heute sind die Reaktionen auf Hirsutismus zwar nicht mehr so drastisch, aber betroffene Frauen berichten immer wieder davon, dass sie sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen und die bohrenden Blicke ihrer Mitmenschen sie sehr belasten. Hirsutismus kann sich dadurch zum körperlichen zum psychischen Problem entwickeln, denn oft hinterlassen die Reaktionen der Mitmenschen auf die Symptome des Hirsutismus seelische Verletzungen, die nicht so einfach wegzuwischen sind.

Der Umgang mit Hirsutismus ist nicht einfach – weder für die Betroffenen noch für deren Mitmenschen. Dank der Weiterentwicklung vieler Haarentfernungsmethoden können Frauen, die unter Hirsutismus leiden, aber heutzutage effektiv gegen die Behaarung vorgehen.

Bildquelle: Thinkstock/g-stockstudio

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