Marie Nasemann
Susanne Falleram 17.07.2018

Bisher habe ich mir nie viele Gedanken um Naturkosmetik gemacht. Vielleicht auch wegen des hartnäckigen Vorurteils in meinem Kopf, dass diese nur etwas für totale Ökofrauen ist und gar kein Trendpotential hat, zum Beispiel in Sachen cooler Farben oder innovativer Produkte. Doch ist das wirklich so?

Ich habe mit Model und Naturkosmetik-Fan Marie Nasemann backstage bei Michalsky auf der Berlin Fashion Week über genau dieses Thema und meine Bedenken geredet. Kurz gesagt: Was kann Naturkosmetik eigentlich?

Bei der Michalsky Stylenite 2018 kam nur Naturkosmetik zum Einsatz.

Marie, warum ist Naturkosmetik und Nachhaltigkeit für dich persönlich so wichtig?

Nachhaltigkeit fing erst bei anderen Themen in meinem Leben an. Vor acht Jahren habe ich aufgehört, Fleisch zu essen. Dann ging es vor etwa drei Jahren mit Mode los und dann bin ich auf Naturkosmetik gekommen. Ich habe ein paar Sachen ausprobieren und gemerkt: Es tut meiner Haut gut.

Warum genau würdest du denn jedem empfehlen, auf Naturkosmetik umzusteigen?

Zum einen ist die Haut unser größtes Organ und über sie nehmen wir alles direkt in den Körper auf. Von daher ist es hier einfach wichtig, auf gute Inhaltsstoffe zu achten. Zum anderen ist es natürlich auch ein Umweltthema, denkt man zum Beispiel an Mikroplastik, das in herkömmlichen Peelings enthalten ist und ins Grundwasser geht… da muss man sich einfach überlegen: Was tut man der Umwelt damit an? Womit kann man leben? Es ist so einfach, auf andere Sachen umzusteigen, die weniger schädlich sind. Für einen selbst und für die Umwelt.

Gerade bei Make-up ist aber immer die Frage, ob Naturkosmetik das Gleiche bieten kann wie herkömmliche, zum Beispiel in Sachen Farben und Langhaltigkeit.

Absolut! Ein guter Beweis dafür ist ja auch, dass das Show-Make-up der Michalsky Stylenite 2018 von lavera ist. Daran sieht man, dass auch mit Naturkosmetik ein glamouröses Make-up kreieren kann. Klar, es hält vielleicht hier und da nicht ganz so lange, aber ich brauch ehrlich gesagt auch keinen Lippenstift, der 48 Stunden hält. Ich finde das eher doof, wenn man ihn kaum noch abschminken kann. Besser, man sieht ihn zwischendurch nach, das finde ich völlig okay.

Marie Nasemann mit dem Make-up der Michalsky Stylenite 2018. Komplett mit Naturkosmetik geschminkt!

Hast du persönlich etwas bei deiner Haut gemerkt, als du auf Naturkosmetik umgestiegen bist?

Man hat nie irgendwelche Ausschläge oder Allergien. Ich habe auch eine Freundin, die ganz starke Probleme mit Lidschatten und Wimperntusche am Auge hatte und einfach nichts mehr vertragen hat. Jetzt verwendet sie Naturkosmetik und hat keine Verträglichkeitsprobleme mehr.

Marie Nasemann und ich backstage bei Michalsky.

Welche drei Make-up-Produkte verwendest du persönlich denn wirklich täglich?

Also: Unbedingt Concealer, ich leide sehr unter Augenringen, vor allem bei so stressigen Wochen wie der Fashion Week. Den benutze ich wirklich jeden Tag. Ebenso Rouge, weil es einen wacher und frischer wirken lässt. Und dann habe ich noch einen Lippenstift in einer Braunnuance, den man super tagsüber, aber auch abends tragen kann.

Abschließend würde ich gerne noch von dir wissen: Gibt es einen Make-up-Trend, den du gerade total feierst?

Die Farbe Lila! Sowohl auf den Augen, als auch auf den Lippen. Sogar als Rouge in beerigen Tönen kann man mit dem Farbton gut arbeiten. Lila hab ich echt wieder neu für mich entdeckt.

Und welchen Beauty-Trend findest du dagegen ganz schrecklich?

Starkes Contouring finde ich ganz schlimm, da war ich noch nie ein Fan davon. Ich hab es aber auch nie gut hinbekommen. Bei mir sah es tatsächlich nur nach Balken im Gesicht aus. Das Problem ist ja, dass es im Badspiegel zu Hause noch super aussehen kann und bei natürlichem Licht draußen dann… huch, wo kommen die Balken her?!

Danke für das nette Interview, Marie!

Zeit, sich Gedanken zu machen!

Mich persönlich hat das Interview auf jeden Fall dazu angeregt, meinen Make-up-Konsum zu überdenken. Bisher habe ich zum Beispiel nicht daran gedacht, dass meine zum Teil wirklich schlechte Haut auch damit zusammenhängen kann, dass ich die falschen Produkte benutze, auf die meine Haut entsprechend reagiert. Einen Versuch ist es auf jeden Fall Wert. Auf seine Ernährung achtet man schließlich auch, um die Haut von innen schöner zu machen, oder? Warum nicht auch in Sachen Kosmetik ein bisschen konsequenter sein? Teurer als entsprechende andere Produkte ist Naturkosmetik aus der Drogerie heute ja nicht mehr.

Bildquelle:

desired/S. Faller, desired via Giphy, lavera


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