Neurodermitis
Anett Pohlam 20.06.2014

Ständiger Juckreiz, dauerhafte Hautrötungen und nässende Ekzeme auf der Haut? Das können erste Anzeichen für Neurodermitis sein. Eine professionelle Beratung und Behandlung kann erste Abhilfe schaffen, denn die Erscheinungs- und Therapieformen von Neurodermitis variieren je nach Alter, Hauttyp und Krankheitsverlauf.

Fast jeder zehnte Deutsche muss sich mit der chronischen Krankheit Neurodermitis arrangieren, die vor allem in großflächig trockenen und juckenden Hautpartien in Erscheinung tritt. Dabei sind meist verschiedene Körperregionen betroffen. Auf den Armen, Beinen, am Bauch oder sogar im Gesicht kann Neurodermitis auftreten. Dann wird der ganz normale Alltag zur Qual: Gemeiner Juckreiz, schmerzender Ausschlag und Ekzeme sind für Neurodermitis-Patienten an der Tagesordnung. Doch so schnell und unerwartet die Krankheit auftritt, so schnell kann sie auch wieder verschwinden. Dennoch gilt Neurodermitis als nicht heilbar, sondern nur als behandelbar, daher müssen sich die Betroffenen Mittel und Wege erschließen, mit der Hautkrankheit zu leben. Solltest Du an Dir den Hautausschlag und den Juckreiz über einen längeren Zeitraum beobachten, solltest Du unbedingt aktiv werden.

Neurodermitis – Was ist das eigentlich?

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis, endogenes oder atopisches Ekzem genannt, ist eine chronische, aber nicht ansteckende Hautkrankheit, deren Ursachen bisher nicht voll und ganz aufgeklärt werden konnten. Die Symptome sind jedoch umso besser bekannt: Schuppige sowie trockene Haut und juckende Hautrötungen sind das Alarmsignal der Neurodermitis, die bei den meisten Betroffenen aus heiterem Himmel auftritt. Bereits im Kindesalter kann der Mensch an Neurodermitis erkranken und auch im hohen Alter sind wir nicht vor der gemeinen Hautkrankheit gefeit. Dabei weist jeder Patient einen individuellen Krankheitsverlauf auf. Unabhängig von Alter, Hauttyp oder Lebensstil ist der Verlauf in Schüben, die dem Erkrankten zeitweise symptomfreie Phasen bescheren, typisch für Neurodermitis. Schon kurz auf eine Ruhephase kann sich die Neurodermitis jedoch wieder mit Juckreiz und Hauttrockenheit zurückmelden. Dieser Wechsel kann sogar in nur wenigen Minuten erfolgen: Wie aus dem Nichts entwickelt sich dann ein starker Juckreiz und die Haut errötet im Sekundentakt immer weiter.

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Neurodermitis: Die Hautkrankheit, die aus dem Nichts kommt

Neurodermitis – Wo liegen die Ursachen?

Die Ursachen von Neurodermitis sind bis heute nicht geklärt. Noch im vergangenen Jahrhundert wurde vermutet, das eine Nervenerkrankung der Auslöser für Neurodermitis sei – daher auch der Name, der sich vom lateinischen Wort „neuron“ für „Nerv“ herleitet. Heute vermutet man, dass es sich bei Neurodermitis um eine so genannte psychosomatische Krankheit handelt, die vor allem durch Stress und andere Faktoren wie Allergien, eine ungesunde Ernährung und psychische Belastungen wie Depressionen hervorgerufen werden kann. Zusätzlich spielen auch genetische Aspekte eine zentrale Rolle beim Neurodermitis-Befall. So unterliegen Kinder von Neurodermitikern einem erhöhten Risiko, die Krankheitsgene in sich zu tragen. Ist die Diagnose Neurodermitis erst einmal gefallen, geht es gemeinsam mit dem Arzt zunächst einmal an die Ursachenforschung: Müssen eventuell die Lebensgewohnheiten umgestellt werden? Oder liegen Allergien vor? Ist die individuelle Ursache der Krankheit erst einmal bekannt, kann Neurodermitis zielgerichtet und erfolgreich behandelt werden. Doch auch ohne die Benennung eines konkreten Auslösers der Krankheit muss Neurodermitis die Patienten im Alltag nicht unbedingt stark einschränken.

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Leben mit Neurodermitis – Schulmedizinische Behandlungsmethoden

So verschieden die Erscheinungsformen und Entwicklungsstadien einer Neurodermitis-Erkrankung sind, so vielseitig sind auch die Behandlungsoptionen, die sich für Betroffene anbieten. Die schnellste und einfachste Form ist die schulmedizinische Behandlung durch Medikamente wie Kortison oder Immunsuppressiva, die die Immunerkrankung der Haut eindämmen sollen. Zusätzlich zur regelmäßigen Einnahme von Medikamenten empfiehlt es sich für die Betroffenen, darauf zu achten, gesund zu leben und nicht in ständigen Kontakt mit hautreizenden Substanzen zu kommen, wie Chemikalien oder speziellen Duft- und Sprühstoffen, die auch in herkömmlichen Kosmetika enthalten sind. Generell gilt es, Umwelteinflüssen zu entgehen, die einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnten. Außerdem sollten Neurodermitis-Patienten stets an die sorgfältige Hautpflege denken, schließlich reagiert die Haut ganz besonders empfindlich auf schädliche Einflüsse, wenn sie ohnehin bereits durch Ausschläge und Trockenheit angegriffen ist. Auch eine gezielte Klima- und Lichttherapie, bei der die Haut mit hochdosiertem UV-Licht bestrahlt wird, kann helfen. Diese Therapie soll vor allem bei hartnäckiger Neurodermitis Behandlungserfolge erzielen, jedoch braucht es oft seine Zeit, bis das künstliche Sonnenlicht seine gewünschte Wirkung entfaltet. Die beste Behandlungsmethode kann individuell in Absprache mit einem Hautarzt gefunden werden.

Leben mit Neurodermitis – Alternative Behandlungsmethoden

Eine Alternative zur medikamentösen Schulmedizin bieten homöopathische Behandlungsmethoden, mit denen den Nebenwirkungen von Kortison oder Immunsuppressiva entgegengewirkt wird. Bei der Behandlung mit homöopathischer Arznei wie Alumina-, Sepia- oder Sulfur-Kügelchen und -Tropfen kann in einigen Fällen sogar ganz auf die kortisonhaltigen Cremes und Tabletten verzichtet werden. Vor allem bei Kindern verspricht diese Therapieform wachsende Erfolge. Bei Erwachsenen Neurodermitis-Patienten braucht es hingegen auch für diese Therapieform oftmals viel Geduld. Dennoch werden etwa 80 Prozent der Neurodermitis-Patienten, die sich für diesen Behandlungsweg entscheiden, erfolgreich mit homöopathischen Mitteln therapiert. Auch diese Behandlung sollte jedoch unbedingt in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Die wohl angenehmste Art der Behandlung ist ein Kuraufenthalt am Toten Meer, hier kann der hohe Salzgehalt im Wasser und in der Luft eine langfristige Hautbesserung bewirken. Doch auch wer sich keinen Kurztrip nach Asien leisten kann, hat eine Chance auf Besserung. Auch die Ost- und Nordseeluft kann sich positiv auf die Neurodermitis auswirken. In schlimmen Fällen wird die Hautkur am Meer oder in den Alpen sogar von der Krankenkasse übernommen.

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Neurodermitis kommt und geht, wie und wann sie will. Dadurch ist die Krankheit zwar einerseits unberechenbar, andererseits gibt es viele individuelle Behandlungsmethoden, die Erfolg und Linderung der Symptome versprechen. Die Entwicklung verschiedener Therapieformen in den letzten Jahrzehnten zeigt, dass Neurodermitis keineswegs lebensbestimmend sein muss. Auch mit Neurodermitis lässt es sich ganz normal leben – gesund, munter und selbstbestimmt!

Bildquelle: Thinkstock/evgenyatamanenko


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Was denkst du?

  • allyschade3 am 03.01.2015 um 10:13 Uhr

    ich habe es auch,und bekomme es ganz gut in griff

    Antworten
  • gutiguti am 20.06.2014 um 15:41 Uhr

    Neurodermitis ist echt super gemein. Gerade denkst du, dass sich deine Haut erholt und dann geht es wieder los. Vor allem können Neurodermitis-Patienten nicht so entspannt ins Schwimmbad oder so und du musst immer Angst haben, dass es zurück kommt. Eine Klassenkameradin hatte das früher und sie konnte nie mitfahren, wenn wir ins Freibad gefahren sind wegen ihrer Neurodermitis. Und das schlimmste ist, dass du nicht weißt, woher es kommt.

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  • iloveshopping am 27.11.2013 um 11:57 Uhr

    eine Bekannte von mir hat gerade ihr erstes Kind bekommen, der Kleine leidet auch total unter Neurodermitis, das kann einem echt leid tun. Ich zeige ihr mal den Artikel, vielleicht hilft ihr das

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  • CatEye1 am 29.05.2013 um 16:04 Uhr

    Oh Gott, bin ich froh, dass ich nie Probleme mit Neurodermitis hatte!

    Antworten