Sonnenallergie
Anna Groß am 27.06.2017

Eine Sonnenallergie kann das Sonnenbaden in mehreren Formen beeinträchtigen. Was ihre Ursachen sind und wie man die Symptome behandeln kann, liest du hier.

Sorgenfreies Sonnenbaden ohne Sonnenallergie

Sorgenfreies Sonnenbaden ohne Sonnenallergie ist leider nicht jedem möglich.

Wenn im Sommer die ersten Sonnenstrahlen endlich so warm werden, dass man sich im T-Shirt nach draußen trauen kann, ist das für die meisten Menschen ein Grund zur Freude und für bessere Laune. Die warme und lichtreichere Jahreszeit hat für viele aber auch Schattenseiten: Eine Sonnenallergie dämpft für Betroffene die Freude am Sonnenbad beträchtlich.

Was ist eine Sonnenallergie?

Wenn man von einer Sonnenallergie spricht, meint man damit zumeist eine ungewöhnliche, hypersensible oder auch schmerzhafte Reaktion der Haut auf Sonnenstrahlen. Dabei ist „Sonnenallergie“ allerdings eher ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für, durch UV-Licht verursachte, Intoleranz-Reaktionen der Haut, die man auch Dermatose nennt. Diese äußert sich durch Hautrötungen, Juckreiz, manchmal auch durch kleine Pickel, Knötchen oder Bläschen und tritt meist dann auf, wenn die Haut nach langer Zeit zum ersten Mal wieder direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt wird. Diese Reaktionen können ganz unterschiedliche Ursachen haben – davon sind die wenigsten tatsächlich Allergien im strengen Sinne.

Unterschiedliche Erscheinungsformen einer Sonnenallergie

  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Kleine Pickel
  • Quaddeln
  • Juckenden Flecken
  • Knötchen
  • Bläschen
  • Verbrennungen
Hautrötungen und Juckreiz durch Sonnenallergie

Hautrötungen und Juckreiz können die unangenehmen Folgen einer Sonnenallergie sein.

Formen der Sonnenallergie + Ursachen + Behandlung

Im Folgenden stellen wir dir die geläufigen Arten der Sonnenallergie – die auch Lichtallergie oder Photoallergie genannt wird – vor und geben Tipps, wie du ihnen am besten vorbeugen oder was du im akuten Fall dagegen tun kannst.

#1 Polymorphe Lichtdermatose (PLD)

Zehn bis zwanzig Prozent aller Europäer leiden unter dieser Form der Sonnenallergie. Sie äußert sich in Form von Quaddeln, juckenden Flecken und manchmal auch Bläschen, und tritt vor allem an Hautpartien auf, die noch nicht an Sonne gewöhnt sind – deshalb kommt sie häufig am Sommeranfang vor, als Reaktion auf die ersten Sonnenstrahlen.

Vorbeugende Behandlung:

  • Sonnencreme mit besonders hohem UV-Schutz
  • Produkte mit Antioxidantien, da sie besonders gut vor den gefährlichen freien Radikalen, die durch die UV-Strahlung freigesetzt werden, schützen. Sie sollten am besten schon zwei Wochen vor einem Urlaub oder einer vergleichbaren Belastung durch Sonnenlicht verwendet werden.
  • Einnahme von Omega-3-Fettsäuren oder Beta-Carotin (Wirkung nicht bewiesen)
  • Stufenweise Lichttherapie kann helfen, die Haut an das Sonnenlicht zu gewöhnen

#2 Mallorca-Akne

Auch eine Form der Sonnenallergie, die als „Mallorca-Akne“ bekannt ist, tritt häufiger auf. Vor allem junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren, die fettige Haut und eine Neigung zu Akne haben, sind betroffen. Die Allergie entwickelt sich, wenn die durch das UV-Licht gebildeten freien Radikale mit fetthaltigen Inhaltsstoffen von Sonnencreme, anderen Pflegeprodukten oder dem körpereigenen Talg reagieren. Es kommt zu akneartigen Pickelchen, meist besonders im Dekolleté.

Vorbeugende Behandlung: Die Verwendung von fettfreien Pflegemitteln und Sonnengelen statt fetthaltigen Produkten.

#3 Photoallergische Reaktionen

Sonnenallergie in Form photoallergischer Reaktionen ist tatsächlich eine Allergie, zumeist wird dabei aber auf Abbauprodukte reagiert, die sich durch eine Reaktion bestimmter Stoffe in Arzneimitteln, Pflanzen oder Kosmetika mit dem Sonnenlicht entwickeln. Die Symptome ähneln einem Sonnenbrand: Brennen und Jucken bis hin zu Blasenbildung. In der Folge kann es zu Hautverfärbungen kommen.

Mögliche Ursachen:

  • Bestimmte Arzneimittel (Antibiotika und Entzündungshemmer, Entwässerungsmittel, Johanniskraut)
  • Pflanzen wie Sellerie, Petersilie, Zitrusfrüchte oder Bärenklau
  • Parfüms
  • Bestimmte Inhaltsstoffe in Cremes
  • Chemische UV-Filter im Sonnenschutz
Allergietest bei photoallergischen Reaktionen

Bei Verdacht auf photoallergischer Reaktion kannst du einen Allergietest machen lassen.

Daher gilt es erst einmal, herauszufinden, welches der Übeltäter ist. Du kannst beim Arzt einen speziellen Allergietest machen lassen oder durch Experimentieren die Ursache herausfinden, indem du bestimmte Kosmetikprodukte weglässt oder zum Beispiel auf einen Sonnenschutz mit mineralischem UV-Filter umsteigst. Versuche herauszufinden, wo das Problem liegt.

Behandlung: Eine Soforthilfe bei dieser Form der Sonnenallergie können rezeptfreie Antihistaminika- oder Kortison-Gels sein.

#4 Phototoxische Reaktionen

Eine Sonnenallergie durch phototoxische Reaktionen sieht im Grunde wie ein Sonnenbrand aus. Die Haut kann aber sogar anschwellen und brennen.

Mögliche Ursachen: Arznei wie Entwässerungsmittel, Antibiotika oder Johanniskraut.

Behandlung: Bei dieser Art der Sonnenallergie solltest du deinen Arzt konsultieren, damit er herausfinden kann, welches Präparat oder Produkt die Reaktion verursacht, damit du es in Zukunft bestenfalls meiden kannst.

#5 Licht-Nesselsucht

Eine sehr seltene Form der Sonnenallergie ist die Licht-Nesselsucht, im Fachjargon heißt sie Urticaria Solaris. In Deutschland gibt es 2.500 Betroffene. Die Licht-Nesselsucht macht sich dadurch bemerkbar, dass schon nach etwa fünf bis zehn Minuten Sonnenbestrahlung Hautreaktionen wie nach Brennnesselstichen auftreten, also mit Wasser gefüllte Quaddeln auf der Haut erscheinen. Die Haut rötet sich, juckt und brennt. In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb von 24 Stunden wieder.

Behandlung: Abgesehen von Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor können bei einer Sonnenallergie durch Licht-Nesselsucht auch Antihistaminika helfen.

ACHTUNG! In seltenen Fällen kann die Licht-Nesselsucht bei einer Sonnenbestrahlung des ganzen Körpers lebensbedrohlich sein – rufe bei starken Beschwerten sofort den Notarzt!

Grundlegende Tipps gegen Sonnenallergie

Bei allen Formen der Sonnenallergie solltest du einige grundsätzliche Dinge beachten:

  • Verwende Sonnenschutzmittel mit besonders hohem Lichtschutzfaktor.
  • Trage entweder luftige Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt oder UV-Schutzkleidung, zum Beispiel T-Shirts mit eingewebtem UV-Schutz.
  • Verzichte nicht dauerhaft auf eine Kopfbedeckung.
  • Meide die Sonne bzw. halte dich möglichst nur im Schatten auf (auch dort wirst du braun), bis deine Haut sich langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnt hat.

Video: Alles über Sonnenallergie

Hinweis: Eine Sonnenallergie bei Kindern gilt es gesondert zu betrachten!

Wenn du allergisch auf die Sonne reagierst, muss du den Sommer trotzdem nicht im Sonnenschutzbunker verbringen: Abhängig seiner Art kannst du den lästigen Ausschlag mit unseren Tipps zur Behandlung oder auch schon mit einigen wenigen Hausmitteln gegen Sonnenallergie loswerden.

Bildquellen: iStock/LiudmylaSupynska, iStock/joske038, iStock/Anetlanda, iStock/humonia

*Partner-Links


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?