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Fakten & Risiken

Tattoos und Piercings

Victoria Beckham hat zwei, Angelina Jolie trägt einige mehr, und Pink hat sogar ganze 21. Die Rede ist von Tattoos. Die Körperkunst ist längst nicht mehr nur etwas für harte Jungs.

Seitdem Tattoos und Piercings Einzug in die Welt der Stars gehalten haben, sind sie angesagter und begehrter denn je. Aber Vorsicht, auch wenn der Körperschmuck gerade voll im Trend liegt, sollte man doch so einiges beachten und bedenken, bevor man vorschnell zum nächsten Tätowierer oder Piercer geht. Was Ihr beachten müsst, wenn Ihr Euch ein Tattoo oder Piercing wünscht und welche Risiken auf Euch zukommen können, erfahrt Ihr hier.

Vor dem Stechen des Tattoos
Als allererstes sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine Tätowierung ein Leben lang bleibt – im Gegensatz zu einem Piercing. Dementsprechend sollte man sich das Motiv gut überlegen und von Tattoos mit dem Namen der momentanen Lieblingsband, dem Partner oder spaßigen Sprüchen besser absehen. Gerade bei jungen Leuten ist der Wunsch nach einem Tattoo groß, aber Motive, die bei einem Jugendlichen gut aussehen, können bei einer reifen Frau kitschig und unpassend wirken. Außerdem sollte man bedenken, dass sich der Körper je nach Alter noch im Wachstum befinden kann, eine Tätowierung aber nicht „mitwächst“. Die Linien des Tattoos sehen dann unscharf und ausgefranst aus. Das gleiche gilt für Tattoos am Bauch– und Lendenbereich bei der Schwangerschaft. Da sich die Haut währenddessen ebenfalls extrem dehnt, sollte Frau also vor dem Stechen der Tätowierung bedenken, dass das Motiv bei einer Schwangerschaft eventuell unschön reißen kann. Da eine Tätowierung eine kostspielige Entscheidung ist, sollte man also darauf achten, dass man möglichst lange Freude daran hat.

Tätowierung mit Blumenmotiv wird gestochen

Wichtig bei der Wahl des Studios: auf die Hygiene
achten!

Wie finde ich den richtigen Tätowierer?
Hat man sich für ein Motiv, die passende Größe und Stelle entschieden, fehlt nur noch ein vertrauenswürdiger Tätowierer. Bei der Wahl des Tattoostudios sollte man sich mindestens genauso viel Zeit nehmen wie bei der Wahl des Motivs. Um einen ersten Eindruck über die Fähigkeiten des Tätowierers zu bekommen, kann man sich beispielsweise Fotos seiner Arbeiten zeigen lassen. Ist ein Studio dreckig oder verqualmt oder habt Ihr das Gefühl, Fragen werden nur ungern und zögerlich beantwortet, dann lasst lieber die Finger von dem Studio. Vorsichtig sein sollte man auch, wenn in Privaträumen tätowiert wird. Das ist eventuell etwas günstiger, offizielle Tattoostudios werden allerdings vom Gewerbeaufsichtsamt und dem Gesundheitsamt kontrolliert.

Generelle Tipps
Beim Tätowieren und Piercen müssen Handschuhe getragen werden. Für jeden Kunden müssen neue Nadeln verwendet werden und die Hautstelle muss vorher desinfiziert werden. Überschüssige Farbe muss nach dem Tätowieren entsorgt werden und darf nicht für den nächsten Kunden weiterverwendet werden. Minderjährige sollten immer eine Einverständniserklärung der Eltern vorlegen oder besser noch die Eltern selber zur Unterschrift mitbringen müssen, auch wenn das bei vielen Jugendlichen zu Hause sicherlich zu Diskussionen führt. Ein seriöses Studio erkennt man unter anderem daran, dass die Tätowierung Jugendlicher ohne Einverständnis der Eltern abgelehnt wird.
Ebenfalls wichtig ist ein sauberer und heller Arbeitsplatz. Laienhaftes Arbeiten kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben. Bei unsterilen Nadeln oder dem Tätowieren ohne Einweghandschuhe zum Beispiel können Viren und Bakterien in die offenen Hautstellen gelangen und Entzündungen oder sogar Infektionen wie Tuberkulose, Syphilis, AIDS, Hepatitis B und C oder Tetanus verursachen. Auch wenn das eher selten passiert, ist Vorsorge in jedem Fall besser als Nachsorge!

Bauchnabelpiercing wird vom Piercer gesetzt

Piercings lieber vom Piercer
als vom Arzt setzen lassen

Was man bei Piercings beachten sollte
Auch wenn man ein Piercing leichter entfernen kann als ein Tattoo, sollte man sich auch hier genaustens über die Vorgehensweise beim Stechen und die damit verbundenen Risiken informieren.
Weil ein Piercing eine offene Wunde darstellt, steht eine einwandfreie Hygiene an oberster Stelle. Dazu gehört die Durchführung in einer sterilen Umgebung genauso wie das richtige Material.

Die Risiken beim Piercen hängen größtenteils von der Gewebestruktur ab. Je nach Piercingstelle kann die Abheilung von vier Wochen bis hin zu mehreren Monaten variieren. Probleme können auch auftreten, wenn sich das Material oder die Größe des Piercings nicht für die gewählte Körperstelle eignen. Wenn der Piercingschmuck beispielsweise zu dünn oder zu schwer ist, wird er häufig vom Körper abgestoßen. Ist der Piercingschmuck dagegen zu dick, hemmt er die Durchblutung und es kann zu Schwellungen, Eiterbildung und starken Schmerzen kommen.
Häufig kommt es zu Schwierigkeiten, wenn die Pflegehinweise des Piercers nicht eingehalten werden. Besonders nach einem Zungen- oder Lippenpiercing sollte man zum Beispiel zwei Stunden nicht rauchen oder Alkohol trinken, da das Nikotin beziehungsweise der Alkohol eine Gefäßerweiterung bewirken und so eine vermehrte Einblutung in die Zunge und Schleimhäute stattfinden kann. Wer ganz sicher gehen will, verzichtet sogar zwei bis drei Tage auf den Genuss von Zigaretten und Alkohol.

Vorsicht bei Chirurgenstahl
Daneben können beim Piercen auch allergische Reaktionen auftreten. Das passiert häufig, wenn nickelhaltiger Schmuck eingesetzt wird. Auf Edelstahl beziehungsweise Chirurgenstahl wird mittlerweile größtenteils verzichtet, da beide bis zu zehn Prozent Nickel enthalten. Für den Ersteinsatz eignet sich besonders Titan, da das Material aufgrund seiner glatten Oberflächenbeschaffenheit nahezu keimfrei ist. Bei empfindlicher Haut eignet sich auch gut Niobium, oder kurz Niob. Eine weitere Alternative zu Titan ist Polytetraflourethylen, kurz PTFE. Ein Vorteil dieses Materials ist, dass es nicht mit der Wunde verklebt.

Eine Allergie kann auch durch die Pflegelösung ausgelöst werden, mit der man sein Piercing behandelt. Die Anzeichen für eine allergische Reaktion sind Rötungen, Hautjucken, Schmerzempfindlichkeit oder eine spätere Entzündung des gesamten Stichkanals. In dem Fall sollte man sofort den Piercer aufsuchen und auf gar keinen Fall selber an sich „herumdoktorn“. Unsachgemäß gestochene Piercings oder die falsche Nachsorge können gesundheitliche Folgeschäden verursachen, wie chronische Wundinfektionen, Allergien, Nervenverletzungen oder sogar Muskelschäden.

So groß der Wunsch nach einem Tattoo oder einem Piercing auch ist, vor übereilten Entscheidungen sollte man auf jeden Fall absehen und sich über das Studio, die Vorgehensweise und die Risiken vorher gut informieren. Auch die Pflegehinweise des Fachpersonals solltet Ihr einhalten, damit es nicht zu Entzündungen, Narben oder ähnlichem kommt. Wichtig ist, dass in jedem Fall sauber gearbeitet wird! Gerade bei Piercings sind allergische Reaktionen allerdings nicht immer vermeidbar. Bei einer Allergie sollte aber in jedem Fall der Piercer oder ein Arzt zu Rate gezogen werden. Das Piercing selber solltet Ihr Euch lieber nicht von einem Arzt stechen lassen. Der Piercer macht so etwas etwa 20 mal am Tag und hat mehr Erfahrung mit dem Setzen von Piercings als ein Arzt. Und: Vor dem neuen Körperschmuck steht der Schmerz! Wie stark der Schmerz empfunden wird, ist zwar von Person zu Person unterschiedlich und hängt auch von der jeweiligen Körperstelle ab, aber eine Tätowierung oder ein Piercing sind nie ganz schmerzfrei. Die letzte Entscheidung liegt dann bei jedem selbst, aber oft hilft es, wenn man sich vorher einmal mit Leuten unterhält, die bereits Erfahrungen mit Tattoos oder Piercings haben.


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