Fettabsaugung

Nach kleineren Eingriffen im Gesicht steht die Fettabsaugung bei Männern wie bei Frauen auf Platz 2 der häufigsten Schönheitsoperationen in Deutschland: Gut 250.000 Menschen lassen sich auf diese Weise hierzulande Jahr für Jahr unliebsamen Fettüberschuss entfernen. Doch was bringt eine Fettabsaugung tatsächlich? Mit welchen Risiken ist die Operation verbunden und was musst Du im Vorhinein beachten?

Mit dem Wunsch, ungeliebte Fettpolster loszuwerden, bist Du nicht allein: Rund die Hälfte der Deutschen ist mit der eigenen Figur unzufrieden und wäre gerne schlanker. 250.000 Bundesbürger versuchen durchschnittlich im Jahr, diesen Wunsch mittels Fettabsaugung in die Tat umzusetzen. Auch wenn die Fettabsaugung oder Liposuktion deshalb heutzutage im Grunde eine Routineoperation geworden ist, handelt es sich trotzdem um einen relativ schweren Eingriff, bei dem allein in Deutschland mit fünf Todesfällen pro Jahr gerechnet wird. Grund genug, der Fettabsaugung etwas Aufmerksamkeit zu widmen.

Eine Frau mit Übergewicht

Eine Fettabsaugung birgt Risiken wie jede andere OP auch

So funktioniert eine Fettabsaugung

Nach eher verheerenden ersten Versuchen im Bereich der Fettabsaugung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die zu so folgenschweren Nebenwirkungen wie Beinamputationen führten, hat sich inzwischen das Verfahren der Tumeszenzanästhesie zum Zwecke der Fettabsaugung durchgesetzt. Die Heimat der modernen Fettabsaugung ist, wenig überraschend, Kalifornien, wo Jeffrey A. Klein, der mit der Tumeszenzmethode einen Durchbruch in Sachen Fettabsaugung erreichte, noch immer in Newport Beach (richtig, dem Schauplatz von „O.C. California“) lebt. Bei der Fettabsaugung mithilfe der Tumeszenzanästhesie wird meistens eine Mischung aus sterilem, isotonem Wasser, einem Anästhetikum, Natriumbicarbonat und etwas Cortison ins Unterhautfettgewebe injiziert, wo es sich gleichmäßig verteilt. Dort muss das Gemisch einige Zeit (etwa 30 bis 60 Minuten) einwirken. Währenddessen entfaltet die Lösung ihre betäubende Wirkung, die bis zu 18 Stunden anhält. Außerdem saugen sich die Fettzellen mit der Flüssigkeit voll, sodass eine Emulsion aus Tumeszenzlösung und Fettzellen entsteht, die sich anschließend mithilfe von Spezialkanülen und einem leichten Sog entfernen lässt. Das Bindegewebe, Nerven, Venen und Gefäße werden davon nicht beeinträchtigt. Eine Fettabsaugung wird häufig mit weiteren ästhetischen Eingriffen kombiniert, beispielsweise Bauchdeckenstraffungen oder Brustverkleinerungen. So kann das Ergebnis der jeweiligen Eingriffe verbessert werden.

Verschiedene Techniken der Fettabsaugung

Die Fettabsaugung kann in den Details sehr unterschiedlich sein. So kann etwa die Dicke der Kanülen, mit deren Hilfe das Fett abgesaugt wird, stark variieren: Während herkömmliche Kanülen einen Durchmesser von 3 bis 8 mm haben und eine relativ zügige Arbeit des Operateurs ermöglichen, gibt es mittlerweile Mikrokanülen mit einem Durchmesser von nur 1 bis 2,5 mm. Mit diesen Kanülen ist eine Fettabsaugung zwar einerseits deutlich aufwändiger, andererseits kann aber präziser und gewebeschonender abgesaugt werden. Gewebeeinschnitte sind mit dieser Technik nicht notwendig. Bei einer normalen Liposuktion werden heutzutage in der Regel maschinelle Saugpumpen angewendet, doch eine Fettabsaugung ist auch unter Verwendung manuell zu bedienender Saugspritzen möglich. Man spricht dann von einer Liposkulptur. Sie hat den Vorteil, dass das Fett präziser abgesaugt werden kann, die Figur wird auf diese Weise gezielter geformt und definiert. Die sanfteste Form der Fettabsaugung ist übrigens eine Liposkulptur mit Mikrokanülen.
Abgesehen von verschiedenen Kanülen und Absaugsystemen arbeiten Operateure bei einer Fettabsaugung auch mit unterschiedlichen Handstücken, die die Absaugung unterstützen. So gibt es reine Handstücke, die dazu dienen, die Kanüle zu führen. Bei der vibrationsassistierten Liposuktion (VAL), auch Power Assisted Liposuction (PAL), sollen Vibrationen für eine gleichmäßigere Absaugung sorgen. Weitere Varianten sind die Ultraschallunterstützte Liposuktion, auch UAL oder VASER genannt, und die Wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL), bei der zeitgleich gesaugt und gewässert werden kann. Die Überlegenheit einer dieser Methoden gegenüber den anderen ist aber nicht wissenschaftlich belegt.

Fettabsaugung – Das musst Du beachten

Erfolg und Qualität einer Fettabsaugung stehen und fallen mit dem Können und der Erfahrung des Operateurs. Angesichts von 250.000 Fettabsaugungen im Jahr sollte es zwar nicht allzu schwierig sein, einen Arzt mit der entsprechenden Erfahrung zu finden. Andererseits gibt es kaum einen Facharzttitel, zu dessen Erlangung die Technik der Fettabsaugung zwingend in der Weiterbildungsordnung gefordert ist. Es ist also unbedingt angeraten, sich nicht nur selbst vom Arzt beraten zu lassen, sondern sich andererseits auch über den Arzt zu informieren und ihm ein paar Fragen zu stellen. Ein seriöser ästhetischer Chirurg sollte in der Regel nicht verschnupft reagieren, wenn man ihn nach seinen Qualifikationen in Bezug auf die Fettabsaugung fragt. Schließlich geht es ja um Deinen Körper! Die Vorbereitungen auf eine Fettabsaugung entsprechen ganz normalen OP-Vorbereitungen. Bereits drei Tage nach einer Fettabsaugung kannst Du in aller Regel wieder arbeiten gehen, allerdings darfst Du vier Wochen lang keinen Sport treiben und musst etwa ebenso lange ein Kompressionsmieder zur Stabilisierung des Bindegewebes tragen. Es kann sein, dass Du einige Wochen, in manchen Fällen sogar Monate nach der OP noch Schwellungen hast. Außerdem sind etwa zwei bis drei Monate lang Sonnebäder tabu.

Wieviel Fett wird abgesaugt?

Wieviel Fett tatsächlich bei einer Liposuktion abgesaugt wird, ist unterschiedlich: An den Waden, Fesseln oder Oberarmen werden in der Regel eher kleine Mengen abgesaugt, bei einer Fettabsaugung an Oberschenkeln und Po kann die Menge aber durchaus zwischen 500 bis 1000 ml Fett pro Seite betragen. Bei einer Fettabsaugung im Bauchbereich (inklusive Taille und Hüften) ist sogar mit bis zu 2000 ml zu rechnen.

Das bringt die Fettabsaugung

Eines solltest Du Dir schon im Vorfeld klar machen: Eine Fettabsaugung ersetzt keine Diät! Für größere Gewichtsabnahmen ist diese Methode ungeeignet, eine sinnvolle Ernährungs- und Lebensumstellung sollte deshalb schon im Vorhinein stattfinden – eine Fettabsaugung macht also vor allem bei eher sportlichen Menschen mit Normalgewicht Sinn. Tatsächlich haben neuere Untersuchungen den Hinweis erbracht, dass bestimmte Strukturen des Hypothalamus nach dem Eingriff sogar bestrebt sind, die Ausgangsmenge des Gesamtkörperfettes wiederherzustellen – teilweise war diese bereits zwölf Wochen nach der Operation wieder erreicht oder sogar überschritten! Allerdings lagert sich das Fett nicht wieder gezielt an den behandelten Bereichen an, sondern verteilte sich gleichmäßig am Körper. Bei einer Fettabsaugung kann außerdem nur subkutanes Fett entfernt werden, also Fett, dass sich zwischen Muskulatur und Epidermis befindet. Gegen das gefährlichere Viszeralfett, das sich (besonders bei Männern) vor allem an der Bauchinnenseite ansammelt, kann eine Fettabsaugung nichts ausrichten. Einen so genannten Bierbauch etwa kann man also nicht einfach absaugen.

Fettabsaugung – Die Kosten

Die Kosten einer Fettabsaugung können stark variieren: Sie richten sich vor allem nach der Menge des abzusaugenden Fettes, aber auch nach der zu behandelnden Körperregion, dem Schwierigkeitsgrad der Operation und der gewählten Methode. So ist eine Fettabsaugung mit Mikrokanülen beispielsweise aufwändiger und dauert länger – entsprechend musst Du hier auch mit einem höheren Preis rechnen. Ähnliches gilt für eine Fettabsaugung nach der Liposkulptur-Methode. Grundsätzlich solltest Du für eine Fettabsaugung rund 2.500 Euro kalkulieren. Angebote im Ausland versprechen bisweilen Fettabsaugungen zu deutlich günstigeren Preisen, hier solltest Du Dich allerdings ganz genau informieren und darauf achten, dass Du alle Informationen einwandfrei verstehst. Und natürlich musst Du Dich genau fragen, wie Du damit zurechtkommst, nach einer OP in einem fremden Land aufzuwachen. Die Krankenkasse übernimmt eine Fettabsaugung übrigens nur dann, wenn sie medizinisch notwendig ist. Dass der Patient unter seinen Fettpolstern leidet, reicht allerdings nicht als Indikation.

Die Risiken der Fettabsaugung

Eine Fettabsaugung ist ein operativer Eingriff und birgt dementsprechend natürlich auch Risiken. Bei 250.000 Fettabsaugungen im Jahr wird in Deutschland mit etwa fünf Todesfällen gerechnet. Wie bei allen stationären Eingriffen kann es auch bei einer Fettabsaugung zu nosokomialen Infektionen kommen (das sind Infektionen, die im Zuge eines Krankenhausaufenthaltes entstehen), daher muss mit einem höheren Komplikationsrisiko gerechnet werden. Nach der OP kann es zu Schmerzen, Infektionen, Blutungen und Schwellungen kommen. Ein erhöhtes Risiko besteht übrigens bei Fettabsaugungen im Falle eines Lipödems, den so genannten Reiterhosen. Hier ist also besondere Vorsicht geboten.

Eine Fettabsaugung ist eine ästhetische Operation, die im Detail sehr unterschiedlich sein kann und einen nicht zu unterschätzenden Eingriff in Deinen Körper darstellt. Wie jede OP ist sie mit Risiken verbunden. Die Ausgangssituation für eine Fettabsaugung sollte bereits Normalgewicht, eine sinnvolle Ernährung und eine gewisse Grundfitness sein – als Abnehmmethode ist die Fettabsaugung also denkbar ungeeignet.

Bildquelle: Dreamstime


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Was denkst du?

  • pizuv am 28.09.2018 um 10:49 Uhr

    Finde den Artikel prima. Ich hatte eine PAL- Absaugung und bin immer noch ganz glücklich mit dem Ergebnis. Pilka meinte die Fettzellen die weg sind kommen nie wieder und das ist bis heute auch so geblieben. Durch den Sport habe ich diese Reiterhosen nicht weg bekommen also dann, warum nicht nachhelfen mit einem doch kleinerem Eingriff, wie ich finde!

    Antworten
  • tenglers am 19.06.2018 um 14:08 Uhr

    Ich bin absolute für eine Fettabsaugung oder Spritze. Ich hatte selber eine Fettabsaugung und bin mehr als zufrieden. Mein Arzt meinte gleich das es nicht zur Abnahme des Gewichts dient aber da ich eher vollschlank bin und nicht übergewichtig war das nicht das Ding. Heute sind die Problemzonen weg an den Hüften und Reiterhosen und ich bin glücklich, würde jederzeit wieder in diese Klinik gehen und zu dem tollem Team! #Thx Aesthevita #thx Absolute Perfecte

    Antworten
  • Eileenaa am 21.07.2016 um 22:56 Uhr

    Ich habe meine Reiterhosen mit MicroAire entfernen lassen und es hat alles gut geklappt. ABER ich war schon schlank und sportlich hatte halt leider immer diese lästigen Fettpölsterchen trotzdem. es musste bei mir nicht viel abgesaugt werden, Wunder darf man sich nicht erwarten wenn man einfach zu dick und unsportlich ist...

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  • FrancesK am 28.02.2014 um 16:18 Uhr

    Also ich halte auch nichts von Fettabsaugung. Auf Dauer sind nur Sport und gesunde Ernährung eine Lösung!

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    • pizuv am 28.09.2018 um 10:47 Uhr

      Fettabsaugung dient nur der Formung! Mit Sport bekommt man lästige Reiterhosen nicht weg. Auch die Fettdepots am Rücken werden wohl durch eine gesunde Ernährung nicht verschwinden. Ich war zur Absaugung PAL- Methode und bin damit ganz gut dran! Reiterhosen und überschüssige Polster sind weg. Würde immer wieder mich für Dr. Pilka und seine Klinik entscheiden.

  • sweeteee am 04.06.2013 um 12:25 Uhr

    Ich würde nie über eine Fettabsaugung nachdenken und jetzt noch weniger, wo ich den Artikel gelesen habe.

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