Homosexuelle Ehe
Jessica Tomalaam 30.06.2017

Ein längst überfälliger Schritt, der laut verschiedener Studien auch von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung unterstützt wird, ist getan: Der Deutsche Bundestag hat endlich die „Ehe für alle“ beschlossen. Mit 393 Ja-Stimmen, 226 Nein-Stimmen, darunter übrigens auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), und vier Enthaltungen wurde am heutigen Freitag endlich der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland zugestimmt.

Dafür, dass sich die Diskussionen über die gleichgeschlechtliche Ehe jahrzehntelang gezogen haben und auch in den vergangenen Tagen durch Äußerungen der Bundeskanzlerin, diese Entscheidung sei eine Gewissensentscheidung, nochmal neuen Aufwind bekamen, stimmte die Mehrheit der Abgeordneten der Gesetzesvorlage nach nur kurzer Debatte ziemlich schnell zu. Damit ist Deutschland nun das 13. europäische Land, das die Ehe zwischen zwei Frauen oder zwei Männern zulässt.

Ehe für alle

Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vom Januar 2017 zeigt, dass rund 83 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt werden sollte.

Bislang war es in Deutschland so, dass Homosexuelle nur eine Lebenspartnerschaft beim Amt eintragen lassen durften. Der Bundesrat wird sich wahrscheinlich schon kommende Woche, am 7. Juli 2017, mit dem Gesetz auseinandersetzen, das allerdings nicht zustimmungspflichtig ist. Zustande gekommen ist die Mehrheit übrigens überwiegend aus Ja-Stimmen von SPD, Linken, Grünen und auch mehreren Abgeordneten der Union. Gerade die Union ist aber ziemlich gespalten in ihrer Meinung zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Mehrere Unions-Abgeordnete prüfen deshalb bereits eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, da sie die „Ehe für alle“ als grundgesetzwidrig erachten. Justizminister Heiko Maas (SPD) sieht das etwas anders. Im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung sagte er: „Wir sehen einen Wandel des traditionellen Eheverständnisses, der angesichts der Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers die Einführung der Ehe für alle verfassungsrechtlich zulässt.“

Meine Meinung

Endlich mal Bewegung in der Politik! Die Zustimmung des Deutschen Bundestages die „Ehe für alle“ zu ermöglichen, ist ein längst überfälliger Schritt gewesen, der von breiten Teilen der Bevölkerung, besonders von der jüngeren Generation mitgetragen wurde. Die Welt hat sich weiterentwickelt. Das traditionelle Bild von Vater, Mutter, Kind verschwindet zwar nicht, wird aber um ein neues, besseres Modell erweitert. Denn wer sagt, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau bestehen darf? Niemand, schließlich gibt es das Sprichwort „Wo die Liebe hinfällt“ nicht ohne Grund. Deutschland hatte heute einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht.

Bildquelle: iStock/marcogarrincha, Statista

 


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