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Die Essener Tafel ist wieder für alle geöffnet

Nationalität egal

Die Essener Tafel ist wieder für alle geöffnet

Die Essener Tafel will wieder Bedürftige unabhängig von ihrer Nationalität versorgen. Das erklärte der Verein in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Stadt Essen. Am Mittwoch soll der Aufnahmestopp für Neukunden ohne deutsche Staatsangehörigkeit beendet werden. 

Neuer Fokus bei Engpässen

Seit dem 10. Januar 2018 konnten nur Menschen deutscher Nationalität bei der Tafel Essen Neukunden werden, da die gemeinnützige Organisation unter Kapazitätsengpässen und finanziellen Nöten litt. Die Situation habe sich nun offenbar wieder eingependelt. Bedürftige können sich nun wieder unabhängig von ihren Papieren hier für eine warme Malzeit anmelden. Sollte es wieder zu Engpässen kommen, wolle die Tafel in Zukunft anders reagieren. Vorrang haben dann Alleinerziehende, Familien mit minderjährigen Kindern sowie Seniorinnen und Senioren – und das unabhängig von ihrer Herkunft.

Angeblich hatten sich viele Altessnerinnen und -essner aufgrund der steigenden Zahl von jungen Migranten nicht mehr getraut, zur Tafel zu kommen. Diesen Menschen will die Organisation nun gezielt entgegen kommen.

Große Kritik an der Tafel

Die Entscheidung der Essener Tafel, von Januar bis März nur noch deutsche Kunden aufzunehmen, hat für große Kritik gesorgt. Die Geschehnisse offenbarten aber auch, wie sehr wohltätige Organisationen sich vom Staat im Stich gelassen fühlten. Im Zuge der Ereignisse wurden die Fahrzeuge und Türen der Essener Tafel von Unbekannten mit „Nazi“-Schriftzügen beschmiert.

Der Bundesverband der Tafeln und der Bundesverbandschef Jochen Brühl stellten mehrere Forderungen an die Bundesregierung, um die Armut in Deutschland aktiv zu bekämpfen. Gegenüber dem Spiegel sagte Brühl: „Die letzten Wochen haben gezeigt, wohin es führt, wenn der Staat ehrenamtliche Hilfsorganisationen wie die Tafeln mit Aufgaben alleinlässt, die größer sind als sie selbst."

Hunger kennt keine Staatsangehörigkeit

Helena Serbent
Helena Serbent

Ich bin sehr froh, dass sich die Situation auf diese Art wieder eingependelt hat. Schließlich kennt Hunger keine Staatsangehörigkeit und niemand sollte in einem so reichen Land wie Deutschland hungern müssen. Ich hoffe, dass die Politik ihre Lektion aus dieser Geschichte gelernt hat. Was hältst du davon, dass die Tafel Essen ihre Meinung geändert hat? Lass es uns doch in den Kommentaren wissen.

Bildquelle:

iStock/wjarek

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