#metoo
Jessica Tomalaam 16.10.2017

39.000 Kommentare, 14.000 Retweets, 29.000 Gefällt mir-Angaben: Ein Tweet, den Alyssa Milano verfasst hat, um darauf aufmerksam zu machen, wie viele Frauen schon mal sexuelle Belästigung erleben mussten, sorgt gerade für ziemlich viel Aufruhr. Anstoß waren die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, die von zahlreichen Frauen gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein geäußert wurden. Er wurde jetzt sogar von der Oscar-Akademie ausgeschlossen.

#MeToo, Ich auch, eigentlich nur zwei kleine Worte. Wer hätte gedacht, dass sie so ein großes Echo auslösen würden? Schauspielerin Alyssa Milano, bekannt aus der beliebten Serie „Charmed“, rief ihre Twitter-Follower dazu auf, diesen Hashtag zu verwenden, um Betroffenen eine Stimme zu geben.

Anstoß dafür waren die Vorwürfe, die viele Schauspielerinnen gegen Filmproduzent Harvey Weinstein, der Filme wie The King’s Speech, Shakespeare in Love und Silver Linings produziert hat, geäußert haben. Wie Spiegel Online berichtet, waren darunter auch Hollywood-Größen wie Kate Beckinsale, Rose McGowan, Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow. Model und Schauspielerin Cara Delevingne schrieb zum Beispiel unter einem Instagram-Post, Weinstein habe versucht sie in einem Hotelzimmer zu küssen:

When I first started to work as an actress, i was working on a film and I received a call from‎ Harvey Weinstein asking if I had slept with any of the women I was seen out with in the media. It was a very odd and uncomfortable call….i answered none of his questions and hurried off the phone but before I hung up, he said to me that If I was gay or decided to be with a woman especially in public that I'd never get the role of a straight woman or make it as an actress in Hollywood. A year or two later, I went to a meeting with him in the lobby of a hotel with a director about an upcoming film. The director left the meeting and Harvey asked me to stay and chat with him. As soon as we were alone he began to brag about all the actresses he had slept with and how he had made their careers and spoke about other inappropriate things of a sexual nature. He then invited me to his room. I quickly declined and asked his assistant if my car was outside. She said it wasn't and wouldn't be for a bit and I should go to his room. At that moment I felt very powerless and scared but didn't want to act that way hoping that I was wrong about the situation. When I arrived I was relieved to find another woman in his room and thought immediately I was safe. He asked us to kiss and she began some sort of advances upon his direction. I swiftly got up and asked him if he knew that I could sing. And I began to sing….i thought it would make the situation better….more professional….like an audition….i was so nervous. After singing I said again that I had to leave. He walked me to the door and stood in front of it and tried to kiss me on the lips. I stopped him and managed to get out of the room. I still got the part for the film and always thought that he gave it to me because of what happened. Since then I felt awful that I did the movie. I felt like I didn't deserve the part. I was so hesitant about speaking out….I didn't want to hurt his family. I felt guilty as if I did something wrong. I was also terrified that this sort of thing had happened to so many women I know but no one had said anything because of fear.

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Tausende Frauen und sogar einige Männer haben bereits einen Tweet mit dem Hashtag #MeToo zu Milanos Aufruf verfasst, darunter auch bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Sängerin Lily Allen oder Oscar-Preisträgerin Anna Paquin:

Während viele einfach nur mit „Ich auch“ antworteten, gibt es auch einige Twitter-Nutzer, die ihr Schicksal mit der Welt teilen. Ihre Worte zeigen, dass sexuelle Belästigung aus allen Ecken kommt und jeder davon betroffen sein kann. Diese Frau musste zum Beispiel beim Militär damit umgehen lernen:

Auch aus dem Büroalltag ist Sexismus nicht wegzudenken, wie diese Nutzerin beschreibt, denn in ihrer Firma wurden Frauen anscheinend nach dem Grad ihrer sexuellen Anziehungskraft bewertet :

Darunter sind auch nicht nur Frauen, wie dieser Tweet zeigt:

Deutlich wird in diesem Tweet auch nochmal, wie sehr solche Belästigungen das Leben der Menschen verändern. Denn wie diese Nutzerin schreibt, ist es unglaublich schwierig, mit so einem Vorfall umzugehen und Leben zu lernen:

Zeit für die Wahrheit

Egal, ob Hollywood-Schauspielerin, Model, Büro-Angestellte, Soldatin, egal ob Mann oder Frau, Kind oder Erwachsener. Die Antworten auf den Tweet von Alyssa Milano zeigen, dass es alle treffen kann.

Für mich gibt es auf der Welt nur wenig, was auf der gleichen Schändlichkeitsstufe rangiert wie sexuelle Belästigung – in welcher Form auch immer. Deshalb war ich positiv überrascht, dass ich keine Antwort zu Milanos Tweet gefunden habe, die versucht hat ihre Aktion ins Lächerliche zu ziehen oder den Betroffenen zu sagen, irgendwie sei man vielleicht ja auch selbst schuld.

Alles schon erlebt, alles schon gelesen. Natürlich kann so ein Tweet die Probleme nicht lösen. Manchmal ist es aber auch einfach wichtig, dass eine Tatsache ausgesprochen, anerkannt und dagegen angekämpft wird. Die Betroffenen sollen sich nicht allein fühlen. Denn zusammen erreicht man mehr, als eben allein. Vielleicht auch in diesem Fall.

Bildquelle:

Randy Shropshire/Getty Images for World of Children


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