Schwangere verliert Baby in Notaufnahme
Juliane Timmam 15.08.2017

Eine Schwangere kommt mit Blutungen in die Notaufnahme. Bis ein Arzt sie behandelt, vergehen viele Stunden, am Ende stirbt der ungeborene Fötus. Diesen Albtraum musste ein Ehepaar Ende Juli in Bayern miterleben.

Der Grund für die traumatischen Stunden der Frau? Ein Ausnahmezustand wegen Ärzte-Mangel am Wochenende. An einem Samstag kam das Ehepaar um 12 Uhr im Krankenhaus an, es vergingen aber ganze vier Stunden, bis die Frau das erste Mal von einem Arzt untersucht werden konnte. „Ich habe immer wieder gefragt, warum niemand sie untersucht“, erklärte der Ehemann gegenüber dem „Münchner Merkur“. „Einmal sagte eine Schwester, dass nur ein Arzt da sei, ein anderes Mal bekamen wir keine Auskunft. Später hieß es, dass zwei Ärztinnen da seien, die wohl beide ausgelastet sind.“ Es sollen zu diesem Zeitpunkt gleich mehrere schwangere Frauen im Kreissaal gelegen haben. „Ich habe mich aber gefragt, weshalb kein Bereitschaftsarzt zur Verstärkung kommt.“

Nach der langen Wartezeit erkannte ein Arzt, dass die Schwangere aus Puchheim operiert werden musste. Doch es war bereits zu spät, die junge Frau verlor ihr Baby.

Das sagt das Krankenhaus zum Vorfall

„Wir bedauern, dass die Puchheimerin so lange warten musste“, erklärte eine Sprecherin des Krankenhauses gegenüber dem „Merkur“. „Das lag auch daran, dass ihre Lage nicht lebensbedrohlich war.“ In solchen Fällen werden Menschen vorgezogen, die dringender Hilfe benötigen.

Auch Hebammen fehlen überall

Die Geburtenrate in Deutschland steigt, aber in einigen Bundesländern gibt es schon lange nicht mehr genug Personal. Nicht nur Ärzte, auch Hebammen fehlen überall.

Laut Gesetz steht jeder Schwangeren ein Platz in einem Kreißsaal zu, wenn das Baby unterwegs ist. Trotzdem solltest du diese wichtigen Punkte beachten, wenn du als Schwangere in Deutschland unterwegs bist, vielleicht sogar weiter wegreist:

  • Hab immer und überall deinen Mutterpass dabei.
  • Recherchiere Frauenärzte vor Ort.
  • Spreche mit deinem Frauenarzt ab, was du bei der Reise alles beachten solltest.
  • Schließe vorsichtshalber eine Reiserücktrittsversicherung ab.

Ehemann will auf Zustände aufmerksam machen

So bitter der Verlust des Babys aus Bayern auch ist, der Ehemann will das Krankenhaus nach dem schlimmen Erlebnis seiner Frau nicht weiter angreifen, sondern nur auf die schlechten Zustände hinweisen, damit so etwas nie wieder passiert!

Bildquelle: iStock/Spotmatik


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