Helena Serbentam 03.05.2018

Vielleicht musst du eine Weile auf dein Lieblingseis von Mövenpick verzichten, zumindest wenn du bei Edeka einkaufst. Denn der weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestlé, zu dem die Marke gehört, hat Stress. Edeka und der Einkaufsverbund Agecore fühlen sich gegenüber der Konkurrenzbetriebe laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung finanziell benachteiligt. Es geht um viel Geld und die Frage: Wer hat den längeren Atem?

Update vom 3. Mai 2018: Edeka geht aus den Verhandlungen mit Nestlé offenbar als Sieger hervor. Ab sofort wird es wieder das übliche Angebot des Lebensmittelherstellers in den Regalen des Supermarktes geben. Die Unternehmen bestätigten gegenüber faz.net, dass sie sich nach dem Verhandlungsstreit geeignet hätten. Über Details der Vereinbarung sei jedoch Stillschweigen vereinbart worden.

Update vom 18. April 2018: Offenbar ist es zwischen den Parteien zu einer Einigung gekommen. Wie die Frankfurter Allgemeine berichtete, trafen sich die Unterhändler von Nestle und Edeka Ende vergangener Woche. Dabei hätten sie sich bezüglich Rabatte und Konditionen grundsätzlich auf einen Kompromiss verständigt, ein Vertrag sei aber noch nicht unterzeichnet. Ein Teilnehmer der Verhandlungen erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen, die Nestlé-Manager seien in zentralen Punkten zu Konzessionen bereit.

Update vom 6. April 2018: Der Handelsstreit geht in eine weitere Runde. Laut der Lebensmittelzeitung hat Edeka weitere Produkte von Nestlè aus dem Sortiment genommen: Wagner-Pizza, Kitkat, Vittel-Wasser und zitiert einen Sprecher des Unternehmens: „Wir bedauern, dass der Verbraucher nicht das volle Sortiment von Nestlé angeboten bekommt, und hoffen, dass sich die Situation bald ändert.“

Maggi, Schöller und Nestea

Berichten der FAZ zufolge sollen sich die Streitparteien aktuell einen Kampf um die Einkaufspreise der Produkte liefern und beidseitig zur Eskalation beigetragen haben. Nun liegt die Zusammenarbeit vorerst auf Eis. Mit einem Boykott pokert die Geschäftsleitung von Edeka hoch. Denn ihnen droht ein Verlust von zwei Milliarden Euro. Normalerweise bietet Edeka etwa 160 Produkte an, die von Nestlé produziert werden. Die wohl bekanntesten Marken aus dem Sortiment, die sicherlich auch du schon mal gekauft hast, sind:

  • Um Druck aufzubauen: Nestlé-Produkte sollen aus Edeka-Regalen verschwindenMaggi

    Thomy

  • Schöller
  • Mövenpick
  • Maggi
  • After Eight
  • Nestea
  • Nescafé
  • Dolce
  • Nespresso
  • Caro
  • Nesquik
  • Cini Minis

Konsequenzen für Kunden?

Wir hätten gar nicht gedacht, dass so viele Produkte davon betroffen sein könnten. Edeka soll den zum Unternehmen gehörigen Einzelhändlern Listen mit Nestlé-Produkten übermittelt haben, die nicht mehr nachbestellt werden. Die bereits vorhandenen Waren werden bei Kunden-Aktionen günstig weiterverkauft: zum Beispiel die Thomy-Salatsoßen. Auf diese Art wolle der Einkaufsverbund Druck aufbauen, um in Verhandlungen bessere Konditionen erzielen zu können, schreibt die Welt.

Ziemlich lustig, welche Bedeutung hinter manchem Markennamen steckt

Wer gibt nach?

So ein Machtspiel um Geld und darum, das letzte Wort zu haben, ist in der Branche nichts Ungewöhnliches. 2015 gab es bei Real im Sommer zum Beispiel zeitweise keine Produkte von Dr. Oetker, Nestlé oder Müllermilch. Nachdem sich Händler und Hersteller über die künftigen Lieferkonditionen geeinigt hatten, war jedoch schnell alles wieder beim Alten.

Wahrscheinlich ist es also nur eine Frage der Zeit, bist du deine Cini-Minis wieder bei Edeka kaufen kannst. Wenn wir mal ehrlich sind, finden wir allerdings auch genügend ähnliche Produkte von anderen Herstellern in den Supermarkt-Regalen. Was hältst du von dieser Taktik? Und wer wird das Muskelspiel zwischen Edeka und Nestlé gewinnen? Schreib uns deine Meinung in den Kommentaren.

Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/gpointstudio,iStock/Getty Images Plus/RomanBabakin,iStock/Getty Images Plus/vgajic


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