Männer zahlen mehr
Nina Rölleram 14.08.2017

Stell dir mal vor, du gehst mit deinen Freunden einen Kaffee trinken, ihr bestellt alle das Gleiche, aber am Ende müssen die Männer mehr bezahlen als die Frauen. Im Café „Handsome Her“ im australischen Melbourne steht genau das an der Tagesordnung. Handelt es sich hierbei etwa um eine Maßnahme, Männer vom Café fernzuhalten? Wir verraten dir, was es mit dem Aufpreis auf sich hat und warum das „Handsome Her“ für diese Aktion viel Kritik einstecken muss.

18 Prozent Aufpreis aufgrund der „Gender Pay Gap“

Trotz gleichberechtigter Schulbildung und Maßnahmen wie Frauenquoten verdienen Frauen in den meisten Ländern weniger als Männer. Dieses geschlechtsspezifische Lohngefälle bezeichnet man in englischsprachigen Ländern als „Gender Pay Gap“: Im Schnitt steht Frauen also weniger Geld zur Verfügung als Männern. Genau dies war der Grund, warum das Team des „Handsome Her“ beschloss, dass die Herren für ihren Kaffee einen Aufpreis von 18 Prozent zahlen müssen. Im Eingangsbereich des Cafés werden die Gäste von einem Schild begrüßt, das verkündet: „Handsome Her ist ein Raum von Frauen für Frauen. Hausregeln: Regel #1: Frauen werden bevorzugt bei der Sitzwahl behandelt. Regel #2: Männern wird ein Aufpreis von 18 Prozent berechnet, der die Gender Pay Gap (2016) abbilden soll und an eine Frauenhilfsorganisation gespendet wird. Regel #3: Respekt muss von beiden Seiten kommen.“ Was denkst du, ist so eine Maßnahme gerechtfertigt? Wir sind gespannt auf deine Meinung!

This is one of our employees Daryn. Daryn hasn't had paid work in quite a while – he's spent the last 15 years volunteering with kids with disabilities, riding his bike around town and growing his own food. He's helped us with Handsome Her right from it's concept stages – even suggesting that we charge men more for our theoretical pool table (which we still haven't sourced). Daryn came onboard as an employee last week and has offered to donate 18% of his income (his first income in 20 years) to our chosen charity. What a bloody legend. With amazing supporters like Daryn we have raised $480 in just ten days for Elizabeth Morgan House Aboriginal Women's Service Inc. ✌️ #handsomeher #womentothefront #womentakingnames #whoruntheworld #feminist #feminism #yesallwomen #womensrights #feminista #tothegirls #handsomecoffee #brunswick #brunswickcafe #specialtycoffeebrunswick #veganmelbourne #vegan #vegansofmelbourne #melbourneeat

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Das „Handsome Her“ versteht sich also als feministischer Freiraum, in dem man die als ungerecht empfundenen Gehaltsunterschiede ausgleichen will. Da diese in Australien 2016 18 Prozent betrug, wird dieser Aufschlag für die männlichen Gäste des Cafés berechnet. Erstaunlicherweise steckt hinter dieser Idee allerdings ein Mann: Mitarbeiter Daryn hat sogar auf 18 Prozent seines ersten Gehalts verzichtet und an die Hilfsorganisation „Elizabeth Morgan House Aboriginal Women’s Service Inc.“ gespendet. Mittlerweile sind so bereits 480 Dollar zusammengekommen.

„Handsome Her“: Das etwas andere Café

Nicht nur an dieser Aktion merkt man, dass das „Handsome Her“ mehr sein will, als ein Ort, an dem man Kaffee und vegane Speisen zu sich nehmen kann. Vielmehr soll es laut ihrer Webseite auch ein Schutzraum sein, in dem Frauen nicht mit Sexismus konfrontiert sind und sich politisch vernetzen können. Darüber hinaus hat sich das Café auch Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben: Um auf Einweg-Kaffeebecher zu verzichten, können die Kunden ihre eigenen Tassen mitbringen und auffüllen. Wie sehr Einweg-Kaffeebecher der Umwelt schaden und wo du schicke Mehrwegbecher für unterwegs bekommst, zeigen wir dir hier.

Diskriminierung? So reagieren Twitter-User

Während hinter dem Aufschlag für Männer die Idee steht, sexistische Diskriminierung in der Gesellschaft auszugleichen, löst sie bei vielen Menschen genau das Gegenteil aus. Denn die unterschiedlichen Preise werden sowohl von vielen Männern als auch Frauen als ungerecht empfunden. Frauen werden schließlich nicht überall schlechter bezahlt, wie dieser Twitter-User zu bemerken gibt: „Es ist Bullshit. Ich bezahle meine Angestellten gleich. Der ‘Pay Gap’ existiert in meiner Firma nicht. Ich würde einfach zu einem Café nebenan gehen und nie einen Cent dort ausgeben.“

Andere verstehen zwar die Intention hinten dem Preisaufschlag, finden aber, dass diese Maßnahme in eine falsche Richtung geht: Es sei gut, auf den „Gender Pay Gap“ hinzuweisen, aber man solle keine Gräben zwischen Männer und Frauen schlagen.

Wer weiß, vielleicht hätte die Preisgestaltung des „Handsome Her“ nicht so viele negative Reaktionen ausgelöst, wenn man statt eines Aufschlags für Männer einen Rabatt für Frauen eingeführt hätte. Was hältst du von dieser Maßnahme: Unnötige Diskriminierung von Männern oder eine gute Idee, um Ungleichheiten in der Gesellschaft auszugleichen? Diskutiere mit uns in den Kommentaren!

Bildquelle: iStock/jacoblund


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Was denkst du?

  • KittyKitty2017 am 16.08.2017 um 16:43 Uhr

    Lächerlich

    Antworten
    • Nina Röller am 17.08.2017 um 10:55 Uhr

      @KittyKitty2017 Ich kann dir nur zustimmen! Ich finde auch, dass diese Maßnahme in die falsche Richtung geht. Auch wenn das Geld für einen guten Zweck gespendet wird, ist es doch kontraproduktiv, nur die Männer zur Kasse zu bitten. Auf Ungleichbehandlung selbst mit Diskriminierung zu reagieren, ist schon ziemlich regressiv, oder?