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Wespensaison 2021: Gibt es dieses Jahr wieder eine Wespenplage?

Prognose

Wespensaison 2021: Gibt es dieses Jahr wieder eine Wespenplage?

Die erste Hitzewelle dieses Sommers ist bereits an uns vorbeigezogen. Viele haben die warmen Tage genutzt, um draußen Eis zu essen, zu grillen oder einen Cocktail zu trinken. Dem ein oder anderen dürfte dabei aufgefallen sein: Sie blieben dabei weitgehend von lästigen schwarzgelben Besuchern verschont. Wespen sind aktuell noch kaum unterwegs. Ist das bloß die Ruhe vor dem Sturm oder steht uns dieses Jahr tatsächlich ein Sommer ohne Wespenplage bevor?

Wir sind noch lange nicht in der Hochsaison der Wespen. Die ist meist Ende August, wenn alle Larven ausgebrütet sind und die Tiere auf der Suche nach süßen Leckereien sind. Doch auch im Juni machen wir für gewöhnlich vor allem an warmen Tagen bereits die ersten Wespen-Begegnungen. Für viele dürften die bisher ausgeblieben sein. Bei einer Zählung im Rahmen des NABU-Insektensommers vom 4. bis 13. Juni 2021 wurden deutlich weniger deutsche und gemeine Wespen als im Vorjahr gezählt.

Auch Prof. Dr. Michael Ohl, wissenschaftlicher Leiter der Bienen-, Wespen- und Ameisensammlung am Museum für Naturkunde Berlin, beobachtet in diesem Sommer bisher außergewöhnlich wenige Wespen. Zumindest, wenn es um die sozialen Wespenarten geht, die uns gerne mal am Esstisch besuchen. Für eine fundierte Prognose darüber, wie sich die Wespenpopulation im Spätsommer entwickelt, hält er es jedoch noch zu früh. Trotzdem: „Meiner persönlichen Einschätzung nach sieht es so aus, als würde es in diesem Sommer nicht so viele Wespen geben wie in den letzten Jahren.“

Der feuchte Frühling zerstört Wespennester

Es gibt einige Anhaltspunkte, die dafürsprechen. So war dieser Frühling besonders nass und kalt. Wespennester, die die Königinnen Ende April oder Anfang Mai gebaut haben, könnten so zerstört worden sein. Denn die Nester bestehen aus einer Art Pappmasche, das die Tiere selbst herstellen. Dieses ist nicht wasserdicht. Wird es durchnässt, kann es zu Schimmelproblemen und dem Tod der Larven kommen. Auch der kalte Winter könnte dazu geführt haben, dass einige Wespenköniginnen nicht überlebt haben. Diese haben zwar eine Art Frostschutz, der sie überwintern lässt, fällt die Temperatur aber über einen längeren Zeitpunkt deutlich unter Null, kann es jedoch trotzdem sein, dass die Insekten erfrieren. Ob die Frostperiode im Januar und Februar dafür ausgereicht hat, ist aber schwer zu sagen.

Insgesamt könnte es also sein, dass es dieses Jahr weniger Wespenköniginnen und -nester gibt. Einige haben jedoch sicherlich überlebt. Neue Nester werden zwar nach Mai nicht mehr gebaut, dafür werden die bestehenden von den Arbeiterwespen immer weiter vergrößert und neue Larven herangezogen. Deshalb steigt die Wespenpopulation bis Ende August rapide an. Vor allem an heißen Tagen können die Wespen ihren Nachwuchs hervorragend heranziehen. „Die Bedingungen in der letzten Woche waren eigentlich perfekt für die Wespenentwicklung, deshalb ist es ungewöhnlich, dass wir zurzeit noch so wenige sehen“, erklärt Michael Ohl. Zu heiß darf es jedoch auch nicht sein. Temperaturen um die 40 Grad machen den Tieren zu schaffen. Und auch wenn Wasserquellen fehlen, wird das zum Problem, denn die Tiere brauchen Wasser, um ihre Nester zu erweitern.

Wespen sind nicht das einzige, was einen Strandbesuch vermiesen kann. Einfache Tipps, die deinen Strandtag perfekt machen, zeigen wir im Video:

Werden die Wespen im Laufe des Sommers aggressiver?

Häufig haben wir auch den Eindruck, Wespen werden im Laufe des Sommers immer aggressiver. Gerade im letzten Jahr schienen die Insekten besonders aufdringlich. Das ist jedoch nur ein subjektiver Eindruck. Tatsächlich werden die Wespen mit der Zeit einfach nur mehr. Und wenn sie mit der Aufzucht der Larven fertig sind, dann interessieren sie sich umso mehr für Süßspeisen. Sie teilen unsere Liebe für Eis, Obst und Kuchen und können ziemlich beharrlich im Versuch sein, ein Stück davon abzubekommen. „Dadurch, dass mehr Wespen da sind, steigt auch die Wahrscheinlichkeit gestochen zu werden. Das heißt jedoch nicht, dass die Wespen aggressiver werden. Solche Gefühlswallungen haben sie gar nicht“, räumt Michael Ohl mit dem Mythos auf. Die Angriffslust der Tiere kann sich jedoch steigern, etwa wenn man nach ihnen schlägt, sie einsperrt oder anderweitig dafür sorgt, dass sie sich bedroht fühlen. Die beste Methode mit Wespen am Tisch umzugehen ist also nach wie vor, sie möglichst zu ignorieren.

Sollte das nicht mehr möglich sein, weil sich ein Wespennest in der Nähe befindet und es einfach zu viele Tiere werden, kann man die Umsetzung dieses Nestes beantragen, wenn es gut zu erreichen ist. Zerstören darf und sollte man Nester auf keinen Fall eigenständig. Das kann nicht nur jede Menge Stiche, sondern auch Bußgelder mit sich ziehen. Nur, wer nachweislich unter einer Wespenstich-Allergie leidet, kann eine Zerstörung der Nester beantragen. Das sollte aber immer der letzte Schritt sein. Denn so nervig Wespen auch sein mögen, für die Natur sind sie sehr wichtig.

Diese neuen Sommerprodukte aus dem Supermarkt ziehen nicht nur Wespen, sondern auch uns an:

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istock/RelaxFoto.de

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