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Zur Entlastung:

Zahlen wir bald eine Gebühr für die Notaufnahme?

Wer schon einmal selbst in einer Notaufnahme war, weiß, dass dort ganz bestimmt keine Langeweile herrscht, sondern viele Kliniken mit dem Ansturm überfordert sind. Die überfüllten Notaufnahmen sind ein Grund dafür, warum die Kassenärztliche Vereinigungen in Bremen und Niedersachsen jetzt fordern, dass künftig eine Patientengebühr entrichtet werden soll.

Wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens (KVN) gegenüber dem Weser Kurier sagte, soll diese Gebühr von jedem Patienten gezahlt werden, wenn er in die Notaufnahme kommt. „Wer dann wirklich ein Notfall ist, bekommt sein Geld zurück“, zitiert der Weser Kurier den Sprecher. Erreicht werden soll damit natürlich, dass die Leute sich zweimal überlegen, ob sie wirklich in die Notaufnahme gehen oder nicht.

Für die Kassenärztliche Vereinigung in Bremen geht dieser Schritt sogar nicht weit genug. Sie stellen sich eine Gebühr vor, die bei jedem Arztbesuch bezahlt wird. Also ähnlich der Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro, die 2013 nach acht Jahren abgeschafft wurde. Zu der Höhe der neuen Patientengebühr äußerten die Kassenärztlichen Vereinigungen der beiden Bundesländer sich allerdings nicht.

Kritik an diesen Vorschlägen kam nicht nur von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), sondern auch von Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann. Der Hauptkritikpunkt: Vor allem diejenigen, bei denen das Geld eh knapp bemessen ist, würden bei so einer Gebühr auf den Besuch der Notaufnahme verzichten, was schlimme Folgen haben könnte. Um dem entgegenzuwirken, hat sich die Bremer Kassenärztliche Vereinigung laut einem NDR-Bericht eine Deckelung des Beitrags bei sozial benachteiligten und chronisch kranken Menschen überlegt.

Ich kann einer solchen Gebühr aus sozialen Gesichtspunkten nichts abgewinnen

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mal einen Sonntag fünf Stunden in einer Berliner Notaufnahme verbrachte, weil ich das Gefühl hatte nicht richtig atmen zu können und darüber in Panik geraten war. Letztlich hatte sich herausgestellt, dass ich mir etwas im Rücken verdreht hatte, was zu dieser Erscheinung führte. Mir war es damals egal, dass ich so lange warten musste. Und auch eine Gebühr hätte ich sicherlich entrichtet. Ich war nur froh, dass sich jemand um mich gekümmert hat. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass jemand, der vielleicht eh etwas aufs Geld achten muss, lieber auf die Notaufnahme verzichtet. Und ich möchte mir wirklich nicht ausmalen, welche Folgen das haben könnte. Der Einführung einer solchen Gebühr stehe ich deswegen äußerst kritisch gegenüber, vielleicht siehst du das aber ganz anders? Ich freue mich auf die Diskussion mit dir in den Kommentaren!

Bildquelle: Adam Berry/Getty Images