Die Stimme der emanzipierten Frau ist wohl tiefer.
Helena Serbentam 10.04.2018

Hören wir am Klang einer Stimme, wie emanzipiert eine Person ist? Laut der Zeit haben sich die Stimmen der europäischen Frauen in den letzten Jahren verändert: Sie werden immer tiefer. Soziologen sagen: Emanzipierte Frauen haben tiefere Stimmen!

Die Stimme ist meist das Markenzeichen vieler berühmter Menschen. Sie kann tolle Schauspielerinnen, Sängerinnen und Comedians hervorbringen. Die meisten Leute empfinden eine tiefe Stimme angenehmer als eine hohe. Frauen haben meist höhere Stimmen als Männer, da die weiblichen Stimmlippen oft kürzer sind als die der Herren. Dadurch schwingen sie vergleichsweise schnell: Je höher die Schwingung, desto höher der Ton.

Die Emanzipation der Frauen hat zwar so schnell keine evolutionäre Veränderung des Sprachapparats bei weiblichen Menschen hervorgebracht, aber es gibt eine interessante Beobachtung: Im konservativen Italien haben Frauen eine durchschnittlich höhere Stimme als im fortschrittlichen Norwegen. Woran das genau liegt, ist bislang noch nicht erforscht. Es gibt jedoch Vermutungen.

Die Herkunft und Emanzipation kann Einfluss auf die Stimmhöhe haben.

Die Herkunft und der Grad an Emanzipation kann Einfluss auf die Stimmhöhe haben.

Stärke klingt tief

Je nach Stimmung und Beziehung mit unserem Gesprächspartner sprechen wir höher oder tiefer. Leise, tiefe Stimmen können als bedrohlich empfunden werden, viele halten hohe, kreischende Stimmen für hysterisch. Mit unserem Arbeitgeber reden wir anders, als mit einem kleinen Kind. Apropos Kinder: Ihre hohe Stimme sind ein Teil der Merkmale, die unserem Gehirn sagen, dass sie schutzbedürftig sind. Mit zunehmenden Alter und sinkender Schutzbedürftigkeit wird ihre Stimme tiefer. Als erwachsene Personen kennen wir das vielleicht auch: Wenn wir jemanden um einen Gefallen oder Hilfe bitten und schutzbedürftig erscheinen wollen, reden wir mit höherer Stimme, die dann an eine Kinderstimme erinnert. Stärke hingegen klingt tiefer.

Entsprichst du dem klassischen Frauenbild?

Rollenspiele im gesamten Leben

Durch die Emanzipation wollen Frauen oftmals als stark und selbstständig gesehen werden, die nicht beschützt werden müssen, sondern für sich selbst sorgen können. Mit einem veränderten Rollenverständnis, so glauben die Soziologen, habe sich die Stimme der Frauen offenbar innerhalb ihres eigenen, möglichen Spektrums verändert. In vielen Jobtipps wird Frauen daher nahegelegt, tief und ruhig zu sprechen, um ernst genommen zu werden.

Körpersprache: Nicht nur mit der Stimme kannst du zeigen, was du fühlst

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Die ehemalige, britische Premierministerin Margaret Thatcher nahm vor ihrer großen Karriere Sprachunterricht, damit ihre Stimme tiefer klingt und sie nicht von der Opposition als hysterisch beleidigt werden konnte. In diesem Filmtrailer, mit Meryl Streep in der Rolle von Thatcher, kannst du sehen, wie sie wegen ihrer hohen Stimme gemobbt wurde und das sie deshalb Sprechtraining nehmen musste.

Ich kenne auch viele Frauen, die vergleichsweise hohe Stimmen haben und dennoch sehr emanzipiert und selbstbewusst sind. Doch viele von ihnen leiden ebenfalls unter dem Vorwurf, schnell hysterisch zu klingen und deshalb unsachlich zu sein. Glaubst du, dass die Höhe deiner Stimme etwas damit zu tun hat, wie emanzipiert du bist? Und was hältst du von den Beobachtungen der Wissenschaftler? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Bildquelle:

iStock/ SIphotography, iStock/Ben-Schonewille


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