Gemüsesaft: Gesundheit, die aus der Flasche kommt
Meike Leyerle am 03.07.2015

Apfelsaft, Orangensaft oder auch mal etwas ausgefallener ein Maracujasaft – Saft ist eines der beliebtesten Getränke vieler Feinschmecker. Doch wenn man mal genauer hinschaut, fällt eines sofort auf: Es ist vor allem Obst, das in die Flasche kommt. Warum eigentlich? Gemüsesaft ist lecker, gesund und ein echter Kickstarter für das körpereigene Immunsystem. Drei gute Gründe mal auf Spurensuche zu gehen. Welches Geheimnis hat Gemüsesaft und was tut er für Deinen Körper?

Wirft man einen Blick ins Deutsche Lebensmittelhandbuch, findet man dort folgende Definition für Gemüsesaft: „Ein unverdünntes, zum unmittelbaren Verzehr bestimmtes, gärfähiges und unvergorenes oder milchsauer vergorenes Erzeugnis aus Gemüse“. Klar soweit? Diese etwas sperrige Beschreibung wirft jedoch mehr Fragen auf als dass sie beantwortet. Daher noch mal einfach gesagt: Gemüsesaft ist der Saft aus Gemüse, der entweder unvergoren in eine Flasche (oder einen Getränkekarton) gefüllt wird, oder mithilfe der Milchsäuregärung haltbar gemacht wird. Dabei kann Gemüsesaft sowohl aus frischem Gemüse hergestellt werden als auch aus Gemüsekonzentrat oder –mark. Wer es genau nimmt, unterscheidet dann noch zwischen Gemüsesaft und Nektar: Während der Saft zu 100 Prozent aus Gemüse bestehen muss, reichen bei Nektar mindestens 40 Prozent aus, der Rest ist Wasser. Eine Ausnahme von dieser Regel gibt es aber: Rhabarbernektar darf weniger als 40 Prozent Gemüse enthalten, 25 Prozent sind hier die Mindestanforderung. Solltest Du Dich jetzt verwundert fragen, warum wir an dieser Stelle vom Rhabarbersaft reden: Der Rhabarber ist zwar süß (manchmal aber auch richtig sauer) und wird wie Obst für Süßspeisen und Co. verwendet, zählt aus botanischer Sicht jedoch zum Gemüse.

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Gemüsesaft ist nicht nur lecker, er ist auch ein echter Gesundheitsbooster!

Der Überflieger in Sachen Gemüsesaft: Tomaten an Bord!

Neben dem Rhabarbersaft, der in den letzten Jahren vor allem in Form einer erfrischenden Rhabarberschorle viele Fans gefunden hat, gibt es aber natürlich noch viele andere Sorten Gemüsesaft. Einer der bekanntesten Vertreter ist wohl der Tomatensaft, der vor allem über den Wolken gerne getrunken wird. Warum Menschen, die im Supermarkt wohl nie auf die Idee kommen würden, eine Packung Tomatensaft in den Einkaufswagen zu legen, in ein paar tausend Metern Höhe plötzlich einen Gemüsesaft ordern, gibt immer wieder Anlass zu Spekulationen. Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Theorien entwickelt, die dieses Phänomen zu erklären versuchen: Zum einen sinkt durch den Druck in der Kabine eines Flugzeugs bei vielen Menschen das Geschmacksempfinden ab, sie wünschen sich daher etwas Deftiges, Herzhaftes. Ein Tomatensaft, der mit je einer Prise Salz und Pfeffer gewürzt wird, kommt dabei genau richtig. Denn, und das ist eine weitere Theorie, das Fliegen an sich sorgt bei einigen Passagieren schon für ein flaues Gefühl im Magen – da muss es dann nicht auch noch ein schwer bekömmlicher Snack sein. Zudem, so Theorie drei, ist es über den Wolken deutlich günstiger, sich einen kleinen Tomatensaft zu bestellen, als eine Mahlzeit zu ordern – gerade bei kurzen Flügen und günstigen Flugpreisen ist diese nämlich nicht (mehr) inklusive. Und dann kommt als viertes auch noch die Gruppendynamik hinzu: Bestellt sich ein Passagier einen Tomatensaft, kommen dadurch weitere auf die Idee, sich ebenfalls einen solchen Gemüsesaft zu gönnen – hat man ja vorher noch nie ausprobiert. Doch egal, aus welchem Grund die Fluggäste sich für den Tomatensaft entscheiden, eine gute Wahl ist er immer, übrigens auch dann, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat. Denn Tomaten – und damit auch der Gemüsesaft, der aus ihnen hergestellt wird – enthalten Lycopin, einen Stoff, der freie Radikale bindet und somit die körpereigenen Zellen vor Krebs schützen kann.

Wenn aus Kraut, Möhre und Rübe Gemüsesaft wird

Doch nicht nur Tomaten und ihr Saft sind eine echte Bereicherung für jeden Speiseplan, auch andere Sorten geben einen preisverdächtigen Gemüsesaft ab. Sauerkraut zum Beispiel: Es steckt voller Vitamin C und ist damit besonders im Winter, wenn nur wenige Früchte zur Verfügung stehen, ein wichtiger Nährstofflieferant. Und da beim Kochen von Sauerkraut gerne mal ein – positiv formuliert – aromenintensiver Geruch entsteht, ist Sauerkrautsaft eine gelungene und willkommene Abwechslung. Für einen geschärften Blick sorgt Gemüsesaft aus Karotten, denn in jedem Glas versteckt sich eine ganze Menge Vitamin A, das gut für die Augen ist. Da es sich hierbei um ein fettlösliches Vitamin handelt, sollte sich zu jedem Schluck Karottensaft der eine oder andere Tropfen hochwertiges Öl gesellen – ideal sind Oliven- oder Leinsamenöl. Bei Sportlern ist ein weiterer Gemüsesaft besonders beliebt, da ihm nachgesagt wird, eine natürliche leistungssteigernde Wirkung zu haben: Gemüsesaft aus Roter Bete. Die kleine, runde, knallrote Rübe fördert durch ihren hohen Gehalt an Nitraten vorübergehend die Leistungsfähigkeit. Außerdem kurbelt die in der Rote Bete enthaltene Folsäure die Bildung roter Blutkörperchen an, was ebenfalls einen positiven Effekt auf die Fitness hat.

Gemüsesaft selbst zubereiten: Technik, die begeistert

Du bist auf den Geschmack gekommen und denkst Dir, dass Du Rote Bete Saft oder Tomatensaft einfach selbst machen kannst statt ein fertiges Produkt aus dem Supermarktregal zu angeln? Voller Begeisterung zückst Du schon mal Pürierstab – und dann müssen wir den Spielverderber spielen, denn mit einem Stabmixer wird es schwierig bis unmöglich, einen ordentlichen Gemüsesaft zuzubereiten. Das liegt daran, dass Gemüse weniger Wasser enthält als Obst und daher eine festere Struktur hat. Das Messer eines Stabmixers und auch ein klassischer Standmixer sind damit schnell überfordert. Da muss ein Entsafter her. Er hat im Idealfall einen leistungsstarken Motor, der das Gemüse mit voller Kraft auspresst und somit den kompletten Saft herausholt. Bei der Anschaffung solltest Du im Dschungel der verschiedenen Geräte vor allem auf eben jenen Motor und seine Leistung achten um die 1000 Watt sollten es schon sein. Zudem sollte der Entsafter Deiner Wahl einen großen Auffangbehälter für das ausgepresste Gemüse haben, sodass Du ihn nicht nach jeder Karotte ausleeren musst. Und auch die Reinigung ist ein entscheidendes Kriterium, denn wenn man nach dem Auspressen gefühlte zwei Stunden damit verbringt, den Entsafter zu säubern und Gemüsereste aus noch so kleinen Ritzen zu kratzen, verfliegt die Freude am leckeren Gemüsesaft allzu schnell. Hast Du Dich für ein Gerät entschieden, kann es auch schon losgehen: Du kannst (fast) jedes Gemüse einfach so in den Entsafter werfen und Dich darauf freuen, in wenigen Augenblicken einen hausgemachten Gemüsesaft zu genießen. Einige Gemüsesorten, die roh nicht oder nur bedingt zum Verzehr geeignet sind, wie zum Beispiel Erbsen, solltest Du kurz garen, bevor Du sie schwungvoll in den Entsafter wirfst. Allerdings sollte die Hitze dabei nicht zu groß sein und nach wenigen Minuten dürfen sie ihr heißes Wasserbad auch schon wieder verlassen, damit die wichtigen Nährstoffe erhalten bleiben. Und dann sind Deiner Fantasie in Sachen Gemüsesaft keine Grenzen gesetzt: Du kannst einzelne Sorten wie Rote Bete oder Tomaten in Saft verwandeln, oder Du kombinierst unterschiedliche Leckerbissen miteinander. Auch Obst darf dabei mit in den Entsafter – eine Kombination aus Karotten, Orange, Apfel, einem Hauch Ingwer und etwas Olivenöl ist beispielsweise ein echter Dauerbrenner unter den Gemüsesäften. Ganz nebenbei kommst Du dann mit jedem Schluck Gemüsesaft der Ernährungsempfehlung von fünf Portionen Obst und Gemüse einen großen Schritt näher. Ein Glas Gemüsesaft ersetzt laut einer amerikanischen Studie eine Portion Gemüse – fehlen nur noch vier! Wenn Du den Gemüsesaft als Durstlöscher einsetzen willst, solltest Du ihn mit Wasser verdünnen, dann erfrischt er richtig. Nur einen kleinen Haken hat die Sache mit dem Gemüsesaft: Am besten schmeckt er, wenn jedes Glas beziehungsweise jede Portion frisch zubereitet wird. Aufbewahren – auch im Kühlschrank – ist eher keine gute Idee, da all die wichtigen Nährstoffe bei Kontakt mit Licht und Luft schnell zerfallen. Der Saft ist dann zwar noch lecker, aber nicht mal annährend so gesund wie ein frisch gepresstes Exemplar.

Ab sofort bekommen Orangen- und Apfelsaft große Konkurrenz, aber nicht aus dem Obstkorb, sondern dem Gemüseregal! Mit ein bisschen Kreativität, der Unterstützung eines Entsafters und frischem Gemüse Deiner Wahl zauberst Du ruck-zuck ein ganz neues Geschmackserlebnis. Und dabei tust Du Schluck für Schluck etwas richtig Gutes für Deinen Körper!

Bildquelle: iStock / villagemoon


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