Riani
Susanne Falleram 03.07.2017

Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin steht in den Startlöchern! Bevor der Show-Marathon losgeht, haben wir dem bekannten Modelabel Riani einen kleinen Besuch abgestattet. Mit Geschäftsführerin Martina Buckenmaier und Chefdesigner Ulrich Schulte haben wir darüber geplaudert, welches Kleidungsstück das Must-have im kommenden Jahr ist, welchen Problemen Frauen in der Mode ausgesetzt sind und was sie vom Einfluss großer Blogger-Stars wie Sami Slimani oder Farina Opoku von Novalanalove halten.

Riani

Im Interview: Riani CEO Martina Buckenmaier und Chefdesigner Ulrich Schulte

Die Show steht kurz bevor. Wie sieht es mit der Aufregung aus?

Martina Buckenmaier: Alles im grünen Bereich. Wir sind ja nach fünf Jahren schon alte Hasen, das ist jetzt unsere neunte Show, wir sind also trainiert.

Ulrich Schulte: Die Aufregung kommt zwar zwischendurch immer mal wieder, aber im Moment läuft alles wie am Schnürchen. Wobei es dieses Mal schon eine kleine Panik-Situation gab: Unsere Musterteile wurden nicht geliefert, weil der Zusteller von einer Cyberattacke betroffen war! Das war schon eine stressige Angelegenheit. Glücklicherweise ist jetzt doch noch alles angekommen wir können aufatmen.

Riani Frühjahr Sommer 2018

Sneak Peek auf die Riani-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2018.

„Fiesta de Rianista“: Ein feuriges Motto! Was erwartet uns diese Saison bei Riani?

Martina Buckenmaier: Wir gehen auf eine Reise nach Südamerika! Wir beginnen in Costa Rica: Man stellt sich vor, unter einem riesigen Wasserfall zu stehen, um einen herum die schönsten Grüntöne der Natur. Dann geht es weiter ins heiße Montevideo [Anm. der Red.: die Hauptstadt Uruguays]: Tropisches Klima, tolle Farben, Samba, Rumba, lateinamerikanische Rhythmen. Diese Eindrücke werden die Show und die Kollektion bestimmen.

Ulrich Schulte: Erfrischende Dschungelfarben treffen auf feurige Töne, dazu im Kontrast viel Schwarz. Es wird aber definitiv tropisch!

Und welches Kleidungsstück sollte Ihrer Meinung nach im Frühjahr/Sommer 2018 in keinem Kleiderschrank fehlen?

Martina Buckenmaier: Das heiße, geschlitzte, schwarze Kleid mit angerüschten Print-Ärmeln aus unserer Kollektion! Das Samba-Tänzerinnen-Muster macht gute Laune und passt einfach perfekt in den Sommer.

Ulrich Schulte: Definitiv Kleider mit großen Prints und Volants. Für Frauen sind sie einfach das perfekte Kleidungsstück, wenn man sich nicht um jedes einzelne Outfit-Detail Gedanken machen will, sondern es einfach schnell und bequem haben will.

Mit Lateinamerika assoziiert man feurige, leidenschaftliche, selbstbewusste Frauen. Wie wichtig ist es, ein solch selbstbewusstes Frauenbild als Marke widerzuspiegeln? Sie haben ja auch extra den Begriff der „Rianista“ geprägt.

Martina Buckenmaier: Wir akzeptieren und feiern die unterschiedlichen Frauentypen! Ob sie groß oder klein sind, unterschiedlichste Konfektionsgrößen haben oder tätowiert sind; wir hatten Plus-Size-Models, gepiercte und tätowierte Frauen und alle Hautfarben auf dem Laufsteg. Riani will alle Frauen auf der Welt umarmen und wir wollen mit unserer Mode zeigen, dass sie von Größe 32 bis 46 und darüber funktioniert.

Ulrich Schulte: Wir stellen uns im Zusammenhang mit der Kollektion natürlich nicht nur eine heißblütige Latina vor, sondern wollen ganz allgemein selbstbewusste Frauen ansprechen. Und ihnen idealerweise mit unserer Kleidung noch mehr Power und Selbstbewusstsein verleihen, weil sie sich einfach wohlfühlen und gut aussehen. Das ist für uns generell eine wichtige Frage, die wir uns bei jedem Kleidungsstück stellen: Fühlt sich die Frau wohl? Kann sie sich bewegen? Sollte man noch mehr Elasthan einarbeiten, damit alles bequem sitzt?

Riani Models

Riani feiert Frauen in allen Größen und Formen und zeigt das auch gerne mit unterschiedlichen Modeltypen.

Traurig ist ja, dass man in der Modebranche bereits ab Größe 38 als Plus Size gilt.

Martina Buckenmaier: Plus-Size-Models haben durchschnittlich eher Größe 42, was jedoch eine ganz normale Konfektionsgröße ist und auch mit die Meistverkaufte in Deutschland. Was man bezüglich dieser Größeneinteilung nicht vergessen darf: Wenn wir unsere Kollektion an Models in Größe 34 zeigen, dann kommt das durch die Kamera zwei Größen größer herüber.

Ulrich Schulte: Ich sehe das mit Größe 38 als Plus Size überhaupt nicht so. Dazu hatte ich letztens ein schönes Erlebnis: Ich war in einem Delikatessengeschäft in meiner Heimatstadt Stuttgart unterwegs und habe eine Frau getroffen, die eines unserer Kleider trug. Ich schätze, die Dame trug etwa Größe 44 bis 46. Und sie sah einfach so gut aus! Das war für mich die schönste Bestätigung für meine Arbeit und dass sich Frauen von solchen Einteilungen nicht beirren lassen.

Wir haben vor kurzem darüber berichtet, dass eine Frau in einem Geschäft eine Hose gekauft hat, die quasi genauso groß war wie ein Modell, dass sie ein paar Jahre zuvor dort geholt hatte. Der Unterschied: Die beiden Hosen lagen drei (!) Kleidergrößen auseinander. Wie kann so etwas sein?

Martina Buckenmaier: Ich kann das für Riani nicht nachvollziehen, weil wir eine große Schnittabteilung haben und unsere Schnitte immer gleiche Maße haben. Wir kontrollieren das auch gleich in drei Größen: 36, 40 und 44. Ein solcher Fehler kann uns eigentlich nicht unterlaufen.

Ulrich Schulte: Ich kann glücklicherweise Gegenteiliges berichten. Vor rund 20 Jahren war eine Taillenweite von 69 Zentimetern bei Stretchhosen gängig; mittlerweile sitzen Hosen zwar etwas tiefer, wir sind aber schon bei 78 Zentimetern angelangt. Frauen wollen sich nicht mehr so einengen lassen, wie es damals Mode war. Bei Riani probieren wir unsere Sachen seit Jahren an ein- und demselben Model an, deren Größe sich nicht geändert hat.

Desigual feiert gerade echte Frauenkörper mit einer Kampagne, die Models unretuschiert mit Dehnungsstreifen und Cellulite zeigt. Könnten Sie sich so etwas auch für Riani vorstellen?

Martina Buckenmaier: Wir hatten ja bereits mehrere Shows mit unterschiedlichsten Frauentypen. Das können wir uns also durchaus vorstellen! Dann sollte das Model allerdings auch von der Idee überzeugt sein und sich nicht bloß dafür bezahlen lassen.

Ulrich Schulte: Das weiß ich nicht. Grundsätzlich versuchen wir, unsere Kundinnen schöner zu machen. Warum sollten wir die Models als Vorbilder dann nicht auch im schönsten Licht darstellen? Aber wie heißt es so schön: Sag niemals nie!

Sie arbeiten gerne mit Bloggern und Influencern wie Sami Slimani oder Farina Opoku von Novalanalove zusammen. Wie sehen sie diese Entwicklung, dass solche Leute immer mehr Einfluss gewinnen? Ändert ihr Dasein etwas an Ihrer Arbeit?

Martina Buckenmaier: Grundsätzlich nicht. Wir respektieren aber diese ganze Entwicklung und laden Blogger, Influencer und Youtuber gerne ein, veranstalten sogar eigens ein Blogger-Event. Dort hören wir uns an, was sie gut finden, was ihnen gefällt und erzählen ihnen wiederum etwas über Riani. Wir inspirieren und lassen uns inspirieren.

Ulrich Schulte: Es ist einfach eine natürlich Art geworden, mit der Öffentlichkeit und der Endverbraucherin in Kontakt zu treten. So what?

Wir bedanken uns bei Martina Buckenmaier und Ulrich Schulte für das Interview! Und freuen uns natürlich auf die feurige Präsentation der „Fiesta de Rianista“-Kollektion am 4. Juli auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin!

Bildquelle: desired/Susanne Faller


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