Völliger Motivatonsmangel, psychische Erschöpfung... Aber der Wunsch, mein Leben in den Griff zu kriegen

Hallo desired-Mädels!
Ich weiß nicht so genau wie ich anfangen soll... Hm... Vielleicht wird dies etwas ungeordnet werden...
Ich bin völlig unmotiviert in allem was ich mache. Schon morgens fällt es mir sehr schwer aufzustehen. Ich stehe nur auf, weil ich weiß, dass ich es muss. Alles andere würde halt Konsequenzen nach sich ziehen.

Und dazu kommt meine ewig schlechte Laune. Den ganzen Tag bin ich müde. Wenn ich aufwache, fühle ich mich wie erschlagen. Alles tut weh. Oft sind da diese Kopfschmerzen.

Ich befinde mich gerade in der Ausbildung. Sie gefällt mir gut. Aber ich bin häufig unkonzentriert und schweife mit meinen Gedanken ab.
Ansonsten bemühe ich mich, einen optimistischen Eindruck zu machen und lache viel.
Es scheint alles okay zu sein. Für die anderen.

Zuhause kann ich diesen Eindruck aber nicht aufrecht halten. Dann lasse ich diesen angestauten Frust einfach raus, was natürlich auch nicht richtig ist.
Also verbarrikadiere ich mich im Zimmer, gebe einsilbige Antworten, um niemanden anzuschnauzen.
Gleichzeitig könnte ich nur heulen. Denn ich will nicht so ein missmutiges Gesicht ziehen. Ich würde gerne WIRKLICH fröhlich sein, nicht nur so tun müssen.
Gerne würde ich morgens mit Elan aufstehen und mich in die Arbeit stürzen.
Nicht ständig die Angst haben, dass es vielleicht nicht das Richtige für mich ist. Ich will nicht ständig diese Selbstzweifel haben. Und gerne mal richtig ausgehen und feiern. Ohne mich total fehl am Platze zu fühlen und mich woanders hin zu wünschen.

Vermutlich ist es reine Kopfsache. Zu viel nachdenken ist wohl nicht gut. Aber ich habe lange Zeit meine Vergangenheit zu verdrängen versucht. Es kommt alles hoch. Und es hemmt mich.
Sicherlich gibt es viele, die keine leichte Vergangenheit hatten und deren Leben noch immer kein Zuckerschlecken ist. Es liegt wohl in meinen Händen, etwas zu verändern.

Wie kann ich meine ganzen Ängste loswerden? Wie kann ich offener werden? Wie kann ich endlich lachen, ohne es vorzutäuschen?
Das Positive sehen. Da gibt es ein paar positive Dinge. Aber.. warum kann ich nicht an ihnen festhalten?
Manchmal wünsche ich mir einen Neuanfang. Ich möchte von vorne anfangen und Abstand gewinnen von dem Vorherigen. Allerdings wird meine Ausbidung noch knapp vier Jahre dauern. Da es eine schulische Ausbildung ist, kann ich auch nicht das Geld aufbringen, um auszuziehen. Ewiges Weglaufen würde am Ende auch nichts bringen... Ach ja, ich bin 18.

Ablenkung finde ich im Lesen. Aber ich kann und will mich nicht auf Dauer in ihnen verstecken.
Irgendwie fühle ich mich gefangen. In mir drinnen steckt ein großer Druck. Und eine Anspannung. Ruhelosigkeit in Kombination mit Erschöpftheit.
Ein ziemliches Durcheinander. Und nirgendwo ist etwas, oder jemand, an dem ich mich festhalten kann.
Zwar habe ich Freundinnen, aber diese Freundschaften sind nicht so eng, als dass ich mich mit ihnen austauschen könnte.
Wahrscheinlich würden sie mich gar nicht verstehen. Meine bete Freundin.. mit ihr kann ich darüber sprechen. Allerdings wohnt sie so weit weg, dass wir uns nicht mehr persönlich treffen können.

Nun bin ich mir nicht sicher, ob ihr wisst, worauf ich hinaus möchte. Vielleicht weiß ich es selber nicht. Was ich weiß, ist dass ich endlich nach vorne sehen will. Irgendwann möchte ich jemanden wirklich nahe an mich heran lassen können. Ohne mich zu verstecken.. Oder das Gefühl zu haben, dass mich niemand so mag, wie ich wirklich bin.

Eventuell hat jemand einen Tipp für mich, der mir helfen kann, aus diesem ganzen Wirrwar heraus zu finden. Denn den schlussendlichen Weg muss ich bestreiten. Den kann mir niemand abnehmen...

Vielen Dank fürs Lesen. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Danke im Voraus <3 Und liebe Grüße

von keeeks am 08.01.2012 um 13:48 Uhr
Hey, als ich deinen Text gelesen habe, hat mich das sehr an mich erinnert, wie ich noch vor einigen Wochen war und (leider) manchmal auch noch heute.. Ich bekam vor ca. 4Jahren Depressionen und war auch lange Zeit in Behandlung. Ich kann dir natürlich nicht sagen, ob das bei dir auch der Fall ist, aber spreche doch einfach vorsichtshalber mit deinem Hausarzt mal und lass dir eine Überweisung zum Therapeuten geben. Auch da du schreibst, dass du Probleme mit deiner Vergangenheit hast, die du lange verdrängt hast. Vielleicht geht es dir deshalb jetzt so und du brauchst einfach Hilfe um sie zu überwinden.
Aber falls du einfach mal jemanden zum Reden brauchst, über diese ganzen Dinge und Gefühle, dann kannst du mir gerne schreiben.
von CHiKiT4_l0ver am 08.01.2012 um 21:05 Uhr
wie keeeks es schon sagt, such dir professionelle hilfe, denn das klingt sehr nach depression.
ich will dir mal was erzählen: als ich noch azubi war, da gefiel mir anfangs die arbeit echt gut. kolleginnen super, super arbeitszeiten usw.
aber mir gings im verlaufe meiner ausbildung immer schlechter, da es 2 kolleginnen gab, die mich psychisch fertig gemacht und mich gemobbt haben. das ganze ging soweit, dass ich schon zu hause nach feierabend noch bis tief in die nacht gegrübelt habe, wie ich die arbeit so verrichten könnte, dass ich die 2 nich sehn muss und umgekehrt und dass mein selbstvertrauen von tag zu tag immer kleiner wurde und ich mich am ende wie ein kleines ängstliches kaninchen gefühlt habe, die es jeden recht machen will und dennoch in den augen dieser beiden alles falsch macht. und ich ging jeden morgen mit kopf- und bauchschmerzen zur arbeit und hatte schon auf dem weg dahin kein bock mehr auf arbeit. und wegen diese ganzen sache hätte ich fast ne depression, hatte abends meistens still in meinem zimmer grundlos geweint, hatte an das meiste interesse verloren, wollte nur noch zu hause bleiben, hatte meistens schlechte laune usw. und wollte auch schon kündigen.
i.wann jedoch (so im 2.lehrjahr) hab ich zu mir selbst gesagt, so kann das nicht weitergehen! ich will nicht wegen ein paar kolleginnen ein psychisches wrack werden und ich will meine ausbildung unbeschadet überstehen und ich will wegen denen auch nicht kündigen, denn vor sowas will ich auch nicht davonlaufen. also hab ich mir in den arsch getreten, zähne zusammengebissen und meine ausbildung durchgezogen! ich hatte im wahrsten sinne des wortes gelernt, auf die meinungen dieser leute zu scheißen, einfach nur meine arbeit durchziehen, das beste draus machen und die arbeit nicht mehr mit nach hause nehmen. natürlich hat das alles monate gedauert, bis ich so war wie ich heute bin.
wenn sie an mir oder an meiner arbeit gemeckert haben, zuckte ich meistens nur mit den schultern oder habe nix dazu gesagt und hab ihre abfälligen bemerkungen einfach ignoriert und hab einfach weiter meine arbeit getan., als ob nix wäre. mir gings dann tag für tag wieder besser, denn ich hatte so methoden gefunden, die verhindern, dass ich wieder in dieses psychisches "loch" fiel. das beste was dabei geholfen hatte, war, mit meiner besten freundin und meiner mutter darüber zu reden.
deswegen auch mein rat an dich: Du Musst darüber reden, auch wenns dir schwerfällt! deine beste freundin wohnt weit weg? na und? wozu gibts telefon/handy? oder e-mail? oder altmodischer: briefe?!? du darfst das alles nicht in dir hineinfressen! denn wenn man das alles hineinfrisst und mit niemanden darüber reden kann, dann macht das einen i.wann auch kaputt (innerlich).
viel erfolg!
von CHiKiT4_l0ver am 08.01.2012 um 21:10 Uhr
p.s. "...Das Positive sehen. Da gibt es ein paar positive Dinge. Aber.. warum kann ich nicht an ihnen festhalten? ..."
man kann schon an positive dinge/erinnerungen/erlebnisse festhalten, aber man darf nicht zu viel darüber nachdenken und nicht gleich alles hinterfragen. denn sonst zieht man sich selbst wiedere nur runter. ich kenn das. manchmal ist weniger denken und weniger hinterfragen doch hilfreicher.
von Lady_Casey_Jean am 09.01.2012 um 20:24 Uhr
Auch ich kann mich in deinen Zeilen wieder erkennen. Für mich machte das Aufstehen morgens auch keinen Sinn und alles kam mir wie eine riesige Hürde vor.

Irgendwann bin ich dann zum Arzt. Und die hat dann die Diagnose Depressionen gestellt. Und das ist nicht schlimm! Bei mir war es der erste Schritt in die richtige Richtung, denn endlich wusste ich, was mir fehlt und das es wirklich eine Krankheit ist!

Ich habe dann Johanniskrauttabletten bekommen und war insgesamt 6 Wochen krankgeschrieben. Und die Zeit habe ich auch gebraucht. Parallel habe ich eine Gesprächstherapie bei einer Psychologin gemacht. Und auch das ist nicht schlimm! Gut, die ersten Male verbringt man da die Zeit mit heulen, weil die halt alles hochholt, aber das war gut endlich mal drüber zu reden und ernst genommen zu werden.

Und nach und nach kommt dann auch der Lebenswille zurück. Ich hatte wieder Spaß Freunde zu treffen, Spaß weg zugehen usw. Ja, ich hab mich nachher sogar wieder auf die Arbeit gefreut.

Mein Tipp also für dich, sprich mit deinem Arzt drüber. Der kann dir helfen wieder aus diesem Loch rauszukommen.

Und ja, als junger Mensch wird man gern mal schief angeguckt, wenn es heißt man hat Depressionen, aber am Anfang braucht man es nur den Menschen erzählen, bei denen man auf Verständnis zählen kann. Und die im direkten Umfeld leben, damit die wissen, was mit einem los ist.

Was denkst Du?

Galerien

Lies auch

Teste dich