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Lehramt, Sonderpädagogik, Sonder/Förderschulen?

ObsidianWhisperam 15.03.2011 um 21:45 Uhr

hallöchen,
heute endlich mal eine sinnvollere Frage von mir 😀

ist unter euch irgendwer, der Sonderschullehrer bzw. Förderschullehrer ist oder Sonderpädagogik studiert, oder schonmal ein Praktikum an einer Sonderschule gemacht hat?
oder vllt ein Kind dort hat ö.Ä.?
könnt ihr mir mal berichten, wie das da so ist (gern auch ausführlich)?

ich wollte nämlich eigentlich nach dem Abi Gynasiallehramt studieren, aber nachdem ich mich mit meiner Mum nochmal länger unterhalten hab, scheint mir Sonderpädagogik jetzt auch ganz reizvoll… zumindest wenn es so ist wie sie mir das beschrieben hat: keine stark behinderten Kinder, sondern einfach welche, die nicht ganz so schnell sind und deswegen an der Hauptschule auch nicht gescheit mitkommen, oder eben körperliche Behinderungen…aber jetzt keine totalen Härtefälle.
stimmt das? wenn ja fänd ichs echt besser als am Gymnasium. aber mit Schwerbehinderten kann ich irgendwie nicht so gut umgehen… die reagieren ja dann jeder individuell anders d.h. man kann nie sicher sein dass man richtig vorgeht, und manche führen sich schon echt komisch auf… im HPZ (Heilpadägogisches Zentrum) ist einer dabei, der 23 Stunden täglich um sich tritt, schlägt, beißt, kratzt, spuckt und brüllt… DAS jeden Tag wär mir schon zu hoch.
also falls irgendwer weiß, wie so der “Alltag” und die Situation der Schüler da ist…immer raus damit.
ich werd mich auch noch drüm kümmern, dass ich zwischen Abi und Semesterbeginn n Praktikum an so ner Schule bekomme damit ich mir das mal ansehen kann. wäre aber nett wenn mich irgendwer von euch schonmal drauf vorbereiten kann, was mich da dann erwartet… ;o)
danke meine Lieben!

Nutzer­antworten



  • von ObsidianWhisper am 11.01.2012 um 22:55 Uhr

    naja… zu spät insofern, dass ich mich jetzt für nen anderen Studiengang eingetragen habe, ist es schon. deswegen frag ich jetzt auch mal nicht weiter nach. wenn ich jetzt abbreche reißen mir meine Großeltern (die Studiengebühren übernommen haben) sicherlich ein bisschen den Kopf ab. ^^
    ABER war trotzdem interessant zu lesen, und vielleicht hilft es ja auch anderen die diese Frage haben und den Beitrag später lesen – insofern finde ich es gibt “zu spät” in Onlineforen nie.
    vielen Dank! 🙂

  • von AnnKathrin91 am 21.03.2011 um 08:35 Uhr

    Muss mich verbessern. Die 8 Wochen Praktikum finden in den ersten 3 Jahren, also im Bachelor statt. Im Master folgen weitere 6 Wochen. Trotzdem nicht viel!

  • von AnnKathrin91 am 21.03.2011 um 08:28 Uhr

    Ich kenn auch viele Leute die ein FSJ an einer Förderschule ihrer Wahl machen. Wie die Bezahlung aussieht, weiß ich nicht. Auch Jahrespraktikanten sind an Förderschulen häufig gern gesehen. Die Nachfrage wird jetzt sogar noch extrem zulegen, weil ja die Zivis wegfallen, die sonst häufig dort z.B. als Integrationshelfer erkundigt haben.
    Erkundige dich einfach mal, im Normalfall kann man sich schon aussuchen, wo man arbeiten möchte, wenn man ein FSJ macht.
    Klar, kannst du auch erstmal ein kurzes Praktikum machen, nur für ein FSJ muss man sich glaube ich auch recht früh bewerben.

    Ein Jahr “Lern-Pause” einzulegen nach dem ABI ist sicherlich sinnvoll, nur anschließend wirds doppelt schwer mit dem Lernen wieder anzufangen. Und das Studium bedeutet Hardcore-Lernen. Und ist extrem theoretisch ausgelegt. (8 Wochen Praktikum in 5 Jahren !!!)
    Liebe Grüße

  • von sekhmet am 20.03.2011 um 21:02 Uhr

    @ obsidian

    also ich hab auch ein fsj gemacht.
    ich hab mir die stelle selbst ausgesucht, war kein problem..gibts auch an schulen, also informier dich in der hinsicht mal
    und freiwillige hilfsorganisationen ist so auch nicht richtig, viele große wohlfahrtsverbände und auch andere verbände bieten sowas an, oft auch mit bezahlung usw.

  • von ObsidianWhisper am 20.03.2011 um 20:57 Uhr

    @sekhmet: FSJ allgemein, nicht dort an der Förderschule. es ist nämlich zweifelhaft, wo genau ich dann hinkomm. Schule ist ja immerhin Pflicht (9 Jahre lang ^^) aber beim FSJ arbeitet man (zumindest laut dem Aushang bei uns an der Schule) mehr so bei freiwilligen Hilfsorganisationen mit… insofern wäre das Jahr nicht um zu schauen, wies mir an ner Förderschule gefällt, sondern lediglich als Zeitüberbrückung, weil ich eigentlich keinen Bock hab auf schon wieder Theoriescheisse…^^
    ich würd gern mal was MACHEN, wenn ihr versteht.
    nur ist da halt das Problem, das meine Mutter sieht, dass ich quasi als “billige Arbeitskraft” nur rumgeschubst werd und die beschissensten Jobs krieg.
    und klar, beim Praktikum verdien ich nichts, aber das is ja auch nicht mein Ziel… ich will einfach mal schauen wie`s dort so aussieht.
    fürs FSJ krieg ich aber auch nich allzuviel, von daher nimmt sich das kaum was – nur weil ich ja noch so meine Zweifel hab, ob ich es wirklich längerfristig mit Behinderten aushalte, lieber erstmal 2 Wochen Praktikum oder so, bevor ich mich für ein ganzes Jahr verpflichte und es dann jeden Tag ne Quälerei ist…

  • von AnnKathrin91 am 19.03.2011 um 17:08 Uhr

    Hey,
    ich studiere jetzt im 2. Semester Lehramt Sonderpädagogik in NRW.
    Generell empfehle ich jedem, vorher ein Praktikum in dem Bereich zu machen, wenn möglich sogar ein FSJ oder ein längeres Praktikum.
    Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung sollte einem schon liegen.

    Ich denke schon, dass du durch die Wahl der Förderschwerpunkte beeinflussen kannst, wie stark die Kinder behindert sind mit denen zu zusammen arbeitest.

    In NRW ist der Schwerpunkt “Lernen” Pflicht, dazu “emotionale und soziale Entwicklung” oder “Sprache und Kommunikation” … und du landest nicht auf eine Schule für schwerst-mehrfach behinderte Kinder.

    Es stimmt allerdings, dass die Förderschulen wohl weniger werden. (Integration/Inklusion) … aber um so wichtiger wird der Job meiner Meinung nach.
    Wenn du konkrete Fragen hast, schreib mir einfach 😉

  • von sekhmet am 16.03.2011 um 23:10 Uhr

    wieso ist deine mutter dagegen? praktikum ist auch ne alternative, wird aber meist nicht oder nur sehr schlecht bezahlt. aber lieber machst du n fsj, als später was zu studieren und erst dann zu merken, dass dir das nicht liegt. so seh ich das jedenfalls.

  • von ObsidianWhisper am 16.03.2011 um 23:02 Uhr

    danke erstmal 😀
    das mit den Zulassungsbeschränkungen ist mir schon klar… bisher haut es mit den Noten so hin, wie ich es bräuchte (an der Uni die ich im Visier hab).

    das mit dem sozialen Jahr ist auch so ne Sache… hab ich mir auch schon überlegt aber da ist meine Mutter dagegen 😀 und die hat eigentlich sehr viel Ahnung und mal abgesehen davon ist sie diejenige, die mich im Notfall finanziell unterstützt… %-)
    naja wie auch immer.
    ich werd mir jetz auf jeden Fall mal den Praktikumsplatz besorgen. hab da auch schon ne Schule im Blick und recht gute Chancen dass das klappt =D
    trotzdem gut zu wissen was da alles auf mich zukommt ô.o
    aber wenn man das danach anders sieht wärs echt nich schlecht! die Erfahrung hab ich schon im Kindergarten gemacht dass es besser klappt als man dachte, wenn man mal drin ist…^^

  • von selfmade am 16.03.2011 um 14:26 Uhr

    Mit dem Schwerpunkt “Lernbehinderungen” studierst du auf die Schulen hinaus, die du beschrieben hast. Du musst allerdings auch einen anderen Schwerpunkt wählen( Emotionale Behinderungen, Geistige, Körperliche,Seh- und Hörbehinderungen). Darauf studierst du hin.

    Dein Refrendariat wird dir zugeteilt. Das heißt, du kannst auch durchaus woanders landen. Und meist sind auch die Sonderschulen durchmischt. Bei uns sind auf der Förderschule für geistige Behinderung auch jede Menge körperlich BEhinderte dabei etc.
    Es lässt sich also eigentlich nciht wirklich umgehen, dass du auch mir Schwerstmehrfachbehinderten umgehen musst.

    Wenn du dir da nicht sicher bist, würde ich dir zuerst zu einem FSJ oder so raten. 🙂 In NRW liegt der NC übrigens bei 2,2 ca.

    Uuuuund was du bedenken musst: Sonderschulen werden abgebaut in den meisten Bunderländern. Du wirst also höchstwahrscheinlich als Springer arbeiten.

    Ich hoffe,ich konnte dir helfen. 🙂

  • von maruthecat am 16.03.2011 um 12:34 Uhr

    ne freundin von mir studiert lehramt für gymnasien und sie arbeitet manchmal an einer förderschule. sie hat mir erzählt, dass es oft recht schwierig ist in der klasse, weil viele keine lust haben, zu lernen.. es sind dort ja nicht nur behinderte kinder, sondern auch solche, die es selbst auf ner hauptschule nicht geschafft haben und das fand sie sehr frustrierend. zudem hat sie auch noch viel mitbekommen, dass die kinder ziemlich schlimme zustände in den familien haben und das verträgt sie persönlich nicht ganz so gut, aber das muss man halt auch wollen.
    ich glaub sonderpädagogik ist auch sowas wie soziale arbeit, das will einfach jeder studieren..

  • von Purzelmaus87 am 16.03.2011 um 08:00 Uhr

    Das mit dem NC kann ich auch bestätigen.
    Ein Mädel aus meinem Abi-Jahrgang wollte damals Sonderschulpädagogik studieren. Sie hatte ein Abi von 2,0 und wurde nicht genommen in Thüringen.
    Hut ab vor denen, die es sich zutrauen, mit behinderten und “schwierigen” Kindern zu arbeiten!

  • von cheechee am 16.03.2011 um 02:00 Uhr

    also ich studiere zwar grundschullehramt, wir haben aber einige kurse zusammen mit denen, die sonderpädagogik studieren und daher kenne ich einige.
    erstmal kann ich das mit dem NC bestätigen, bei uns hier in bayern brauchst du auch ein richtig gutes abi dafür, also 1,6 mindestens (so wars in den letzten jahren ungefähr).
    dann glaub ich nicht, dass du dort nur lernschwache kinder hast. es gibt ja auch förderschulen für sehbehinderte oder für körperlich behinderte oder auch für verhaltensauffällige kinder (also aggressive zb.), ich weiß aber nicht, in wiefern du dir das aussuchen kannst.
    im studium hast du natürlich eine menge psychologie und pädagogik. von den fächern her weiß ich es nicht so genau. viele von den sonderpädagogik-studenten haben noch ein nebenfach dazu, meist hauptschul- oder grundschul-didaktik, d.h. die befähigung dazu, bestimmte fächer auch an der haupt- oder grundschule unterrichten zu dürfen. das ist bestimmt keine schlechte idee angesichts der inklusion (immer mehr behinderte kinder werden in die regelschulen eingeschult).
    ich empfehle dir auch ein praktikum in dem bereich, weil man meiner meinung nach für so etwas wirklich geboren sein muss.

  • von flocondeneige am 15.03.2011 um 23:06 Uhr

    ich habe gerade ein praktikum an einer sonderschule gemacht. an der sonderschule, wo ich war, gab es zwei bereiche. da gabs auf der einen seite die geistig beeinträchtigten /behinderten Kinder. Das sind dann die, mit denen du denkst, nicht so richtig umgehen zu können. Und dann gabs da der Bereich mit den körperlich und wahrnehmungstechnisch beeinträchtigten Kindern. In solch einer Klasse hab ich mein Praktikum gemacht. Da waren einige Kinder mit starkem Aufmerksamkeitsdefizit, Kinder mit teilweise Lähmungen (oder z.B. keine Kraft in rechtem Arm und Bein) aber auch jemand, der sehr schwerhörig ist, ein Kind, das Sprachverzögerung aufweist (kann Laute nicht richtig aussprechen, sehr schwer verständlich..) und z.B. auch jemand, der in der körperlichen Entwicklung schon viel weiter ist als im Kopf
    Du siehst also, eine ziemliche Bandbreite. Interessant daran ist, dass man den meisten Kindern nicht ansieht, dass sie eine Beeinträchtigung haben. Aber dennoch sind sie oft relativ schwierig im Umgang (v.a. die mit ADHS)

    Bevor ich mit dem Praktikum begonnen habe, hab ich mir Sorgen gemacht, das nicht meistern zu können, weil ich in dem Bereich zuvor auch keinerlei Erfahrungen gemacht habe. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich an diesem Praktikum extrem gewachsen bin und viel über mich selbst und natürlich über die Kinder gelernt habe. Ich kann mir jetzt auch vorstellen, mit geistig behinderten Kindern zu arbeiten (musste auch ab und zu mit denen arbeiten).
    Ich empfehle dir wärmstens, dich nach solch einem Praktikum umzuschauen, du wirst das Ganze danach wahrscheinlich (wie ich) mit völlig anderen Augen sehen.

  • von Verilicious am 15.03.2011 um 22:53 Uhr

    hey,
    also bei uns (in BaWü) kannst du dir im Laufe des Studiums raussuchen, welchen Schwerpunkt du machen möchtest (also Sehbehindertenschule, Gehörlosen, geistig behindert oder körperlich,…)
    Von daher könntest du es da ja beeinflussen, wie “stark” die Behinderungen sind und mit welchen du umgehen kannst oder eben nicht

  • von Sarah6990 am 15.03.2011 um 22:22 Uhr

    Ich kann dir darüber nichts sagen, nur, dass du (jedenfalls hier bei uns in der Gegend) einen ziemlich guten NC dafür brauchst.
    Ich selbst studiere auch auf Lehramt für Gy/Ge und brauchte einen 1er Schnitt.
    Guck doch mal bei Studis Online. Da kriegt man immer sehr schnell Antworten 😉

  • von ObsidianWhisper am 15.03.2011 um 21:46 Uhr

    *diesen Thread mal push* ^^
    ich bin ungeduldig heute =/