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Angst vorm Auszug in die erste eigene Wohnung

Hallo,

vielleicht ist das ein ziemlich kindisches Problem, mit dem ich momentan kämpfe.
Aber ich habe das Gefühl, dass ich die Einzige bin, der das so Kopfzerbrechen bereitet, darum frage ich jetzt euch, was ihr davon haltet.

Ich ziehe in 5 Tagen von Hotel Mama + Papa aus. In eine wunderschöne Loft-Wohnung, zusammen mit meinem Freund.
Der Beweggrund dafür war, dass ich mich immer häufiger mit meinem Papa gestritten habe, weil wir einfach oft verschiedener Meinung sind. Das läuft meistens so, dass wir 3-4 Monate die besten Freunde sind ( und ich bin auch ein totales Papakind und wir lieben uns zwei wirklich wie beste Freunde ) und dann zoffen wir uns wegen Kleinigkeiten, weil wir aneinander vorbei reden oder wie auch immer. Meist artet das dann so aus, dass wir Tage lang nicht mehr miteinander reden.
Dazu kommt, dass meine Mama ein Alkoholproblem hat. Deswegen sind mein Dad und ich auch unzertrennlich, weil wir so gesehen, nur uns haben. Meine Mam streitet nur noch sobald sie getrunken hat.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass es am besten ist auszuziehen. Einfach um diese Unruhen zu vermeiden in der Hoffnung, dass alles etwas harmonischer wird. Immerhin bin ich schon bald 23 und habe langsam meine eigene Meinung und stehe auch zu der. Das führt nun mal irgendwann zu Reibereien, die nicht wild sind, aber auch nicht nötig sind.

Obwohl ich von mir aus ausziehen wollte und mich auch wirklich wahnsinnig auf diesen neuen Abschnitt freue ( ich zähle seit 2 Monaten die Tage bis ich meine eigene Wohnung habe ) ist da oft so ein beklemmendes Gefühl das ich habe. Ich habe Angst, den guten Draht, die enge Bindung zu meinen Eltern dadurch zu verlieren. Obwohl beide den Auszug gut akzeptiert haben und auch finden, dass ich nicht mehr zu jung bin um auf eigenen Füssen zu stehen. Dieses Gefühl, das „Nest“ zu verlassen macht mir auch irgendwie Angst. Ich glaube nicht, dass der Kontakt zu meinen Eltern abreisst ( die neue Wohnung ist ca. 3 km von Daheim weg ) aber irgendwo habe ich diese Angst nicht mehr dazu zu gehören oder etwas zu verpassen oder eben in diesem speziellen Fall, dass ich meinen Papa im Stich lasse, weil ich ihn nun alleine mit meiner Mutter zuhause zurück lasse.
Ich bin zwar jeden Tag bei meinen Eltern dann, weil ich unsern Familienhund nicht mit in die Wohnung nehmen kann und deshalb bei meinen Eltern lasse & täglich mit ihm gehen muss, trotzdem ist diese Angst da..auch wenn sie glaube ich unberechtigt ist..

Ist diese gewisse Angst vor dem Auszug von daheim normal? Was meint ihr? Wie ging es euch? Wie kann ich mich da beruhigen?

von etrikolus am 27.04.2015 um 13:56 Uhr
Ich denke, dass du einfach noch nicht zu 100 % bereit bist für diesen Schritt. Als ich daheim ausgezogen bin war ich froh, endlich auf eigenen Beinen zu stehen und hatte keinerlei Probleme mit der Umstellung.
von Thali15 am 27.04.2015 um 14:03 Uhr
Also ich muss auch sagen, ich kann dich schwer verstehen.. Ich bin mit süßen 16 Jahren mit meinem Freund zusammen gezogen, einfach wegen Ausbildung/Studium und liebe meine Eltern über alles. Unser Verhältnis ist nach wie vor super.
Natürlich ist das was anderes mit einer kranken Mutter, aber du musst dich um dein Leben kümmern .
Vorallem, ihr wohnt dann nur 3 km entfernt voneinander?
Genieß die Zweisamkeit mit deinem Freund, du brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Der Kontakt mit deinem Papa bleibt doch und vielleicht werden die Streitigkeiten dann ganz verschwinden!
von SuicideSquad am 27.04.2015 um 14:16 Uhr
Ich finde das total normal. Lass die Gefühle zu, du darfst sie haben. Ist doch total verständlich, dass man da ambivalente Gefühle hat. Trauere ruhig ein bißchen und sei neugierig auf die Zukunft, dann wirste da schon gut mit umgehen können. Und nicht vergessen, eure Beziehung (zu deinem Vater) wird sich verändern, aber Veränderung muss nicht heißen, dass es schlechter wird, ganz im Gegenteil, ich finde toll, wie sich die Beziehung zu meinem Vater verändert hat, weil wir uns jetzt noch ebenbürtiger gegenüber stehen.
von Heffie am 27.04.2015 um 14:25 Uhr
Als ich die Überschrift sah war ich voll Verständnis weil ich selbst erst vor einem halben Jahr von Zuhause ausgezogen bin, aber über 700 km weg von meinen Eltern und mit 18! Sorry aber bei 3km kann ich das nicht verstehen!
von Heffie am 27.04.2015 um 14:26 Uhr
*entfernt und nicht "weg"
von Goldschatz89 am 27.04.2015 um 14:27 Uhr
Also das Gefühl kenne ich. Ich bin mit 16 ausgezogen. Ich muss aber sagen, dass die Bindung zu meinen Eltern noch viel viel stärker geworden ist, seit dem nicht mehr zuhause wohne. Man schätzt sich einfach mehr und man geht irgendwie anderes miteinander um.
Alles liebe in der neuen Wohnung :)
von Goldschatz89 am 27.04.2015 um 14:28 Uhr
PS: du kannst ja jederzeit zu ihnen kommen. Es sind ja gerade mal 3 km. Bei mir waren es 250
von Kira91 am 27.04.2015 um 14:57 Uhr
bei der überschrift verstand ich dich noch, aber nach deinem text null... du bist bereits 23, alle andren ziehen viel früher aus und weg und du ziehst grade mal 3 km weg! du kannst sofern du es willst trotzdem jeden tag bei deinen eltern sein...

du bist allem anschein nach noch nicht bereit für ne eigene wohnung und ein eigenes leben...

von BinnyWinny am 27.04.2015 um 15:45 Uhr
Natürlich ist das eine Umstellung wenn man so lange bei den Eltern gewohnt hat und dann auf einmal in eine eigene Wohnung zieht.
Du kannst dich aber wirklich glücklich schätzen! Ich kenne so viele die können aus finanziellen Gründen noch nicht ausziehen und ertragen daher noch ihre Eltern(teile) obwohl es da immer wieder größere Reibereien gibt.
Zudem ziehst du mit deinem Freund zusammen!
Ich wäre supergerne mit meinem Partner zusammengezogen, allerdings wäre das nicht mit Arbeit/Studium vereinbar. Ich wäre in ca. vier Jahren fertig und möchte bestimmt nicht dass er sich für diesen Zeitraum eine neue Arbeit sucht/sich neu einrichten muss weil wir auch noch nicht wissen wo es mich hinverschlagen wird. Das wollen wir dann gemeinsam sehen.
Und pendeln jeden Tag ca. 200 km er zur Arbeit oder gar zwischendrin (da sind immer locker 2h weg und das ist es einfach nicht wert!).
Daher finde ich bist du zu beneiden, ziehst mit deinem Partner zusammen und wenn dir die Eltern so wichtig sind, 3 km ist keine Entfernung. Ich wohne ca. 200 km von den Eltern entfernt und find das gut so mal endlich nach meinen Vorstellungen zu tun etc.
Und dadurch wird man ein ganzes Stück selbstständiger. Ich hatte eigentlich dadurch zu meinen Eltern dann ein besseres Verhältnis weil man ja auch selbst für die Wohnung zuständig war etc. und sie dann nichts mehr reinzureden haben. Glaub mir, die Zweisamkeit ist da deutlich mehr wert als eine Beziehung zu führen und noch bei den Eltern zu wohnen ich finds einfacher mal bei denen vorbei zu gucken. Zumal meine Eltern jetzt auch mal in Urlaub fahren wann sie möchten/was günstigeres bekommen. Das war vorher nicht möglich, da sie an meine Schulferien gebunden waren.
von Berai am 27.04.2015 um 16:06 Uhr
Mach Dir nicht unnötig Gedanken.Klar ist es eine Umstellung für Dich , aber sieh doch das positive. Eigene Wohnung = kaum Reibereien mit den Eltern , trotzdem nah dran und jederzeit erreichbar ist doch auch gut. Wenn ich Dir sage das jedes Kind irgendwann mal auf den eigenen Beinen steht hört sich das nicht gerade klug an. Inzwischen kann ich aber aus 2 Perspektiven die Sache betrachten. Ich bin selber mit 16 zu Hause ausgezogen mit 19 für 3 Jahre ins Ausland gegangen. Der Kontakt zu meinen Eltern ist trotzdem gut. Meine Tochter ist mit 20 von einem Tag auf den anderen ausgezogen. Hat nach der Ausbildung in Sachsen keine Arbeit gefunden , sich deutschlandweit beworben und Donnerstags erfahren das Sie ab Montag in NRW arbeiten darf. Da war das ganze mehr eine Flucht als ein geplanter Umzug. Die ersten Wochen war dann das Haus ganz ungewohnt leer . Aber der Kontakt zur Tochter ist heute besser als damals weil die alltäglichen Reibereien nicht stattfinden. Sie es also positiv. Alles Gute.
von misstuetue am 27.04.2015 um 16:45 Uhr
haha ist ja süß :-)
meine eltern wohne beide in einem anderen land und du hast angst, wegen 3km die euch dann trennen werden.

glaub mir, das wird bestimmt nicht so schlimm, wie du jetzt noch denkst. erstens bist du ja nicht alleine, sondern mit deinem freund zusammen und zweitens sind 3km wirklich garnichts!

warte mal ein, zwei wochen ab, dann willst du auch gar nicht mehr ins hotel mama zurück ;-)

von Feuermelder am 27.04.2015 um 17:29 Uhr
Das sind ganz normale Gefühle.Das scheinen hier einige zu vergessen...
Deine Mutter ist krank und das ist eine ganze normale Reaktion,das du solche Gefühle hast.Lass diese Gefühle ruhig zu,es ist eine Umstellung,aber eine schöne.Du ziehst mit deinem Freund zusammen und bist jeden Tag wegen deinem Hund zuhause.Genieße die Zeit,du lässt niemanden im Stich du lebst dein eigenes Leben und das ist okay.
von LiLaLisa92 am 27.04.2015 um 18:45 Uhr
Ja ich dachte auch, dass es ganz normal is, dass man sich Gedanken macht über den Auszug. Ich freue mich auch total auf die neue Wohnung und endlich eieigenständig zu tun und zu lassen was ich will. Ich denke, dass ist der neue Lebensabschnitt, der einem kurz Angst macht. Bestimmt wird sich das legen.
Danke, dass ihr mir Mut macht und zeist, dass es jedem mal so geht.
von Ilayda88 am 28.04.2015 um 17:02 Uhr
Dass du Angst hast, ist völlig normal. Ich hatte sogar 1 Jahr jeden Tag Heimweh, aber zwischen mir und meinen Eltern liegen 300 km.
Aber du hast deinen Freund und deinen Hund, so dass du gar nicht allein bist und du keine Angst braucht.:)
von esachan am 28.04.2015 um 20:30 Uhr
Ich kann dich absolut verstehen. Ich bin mit 20 von zuhause gezogen. Die 1. Wohnung war nur 1,5 km von meiner Mama weg. Das ging noch dann bin ich aber fürs Studium 150 km weggezogen. Ich hatte die gleichen Ängste wie du aber bei uns hat es dazu geführt das die Streitereien aufgehört haben und die Zeit mit meinem Eltern genieße ich jetzt noch mehr. Ich wohne hier jetzt seid 1,5 Jahren(seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen) ich hab immer noch Heimweh. Grade wenn meine Eltern zubesuch waren und wiederfahren würde ich am liebsten nur bei meiner Mama in Arm. Aber ich genieße das unsere Beziehung hat es nur noch gefestigt.

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