HomepageForenKummerkastenÜberfordert mit meinem Leben – was soll ich tun?

Überfordert mit meinem Leben – was soll ich tun?

funkyam 02.01.2013 um 16:55 Uhr

Liebe desired-Mädels,

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. In meinem Leben fahre ich grad alles an die Wand.
Ich (27) habe nach meinem BWL-Diplom nun ein Praktikum bei einer Agentur gemacht und habe vor Weihnachten erfahren, dass ich scheinbar nicht gut genug bin um übernommen zu werden. Und das obwohl ich dieses Laden liebe und eine ganze Menge Überstunden geschoben habe. Auch menschlich war/ist mit den Kollegen alles super! Also habe ich gerade eine riesen Angst, dass ich keinen neuen – und dann auch mal angemessen bezahlten – Job finde.

Hinzu kommt, dass einige meiner wichtigsten Freunde sich nicht mehr melden. Ich war wohl zu anstrengend. Vielleicht habe ich diesen Freundschaften aber auch zu viel Bedeutung beigemessen.

Ich war vor einigen Jahren depressiv und glaube, dass das gerade wieder kommt. Ich habe aber nur noch 2 bewilligte Therapiestunden und meine Therapeutin hat keine Lust mehr auf mich und will keine weiteren Stunden beantragen. Wenn ich von meinen Gefühlen berichte meint sie, dass ich erwachsen werden soll. Ich gehe seit Ewigkeiten auch nur noch sehr selten dort hin, weil ich kaum noch Termine bekomme.

Mit meinen übrigen Freunden mag ich gar nicht mehr über irgendetwas reden, das mich und meine Probleme betrifft, weil ich Angst habe, dass ich auch sie vergraule und zu anstrengend bin.

Nebenbei habe ich seit einigen Monaten wieder einen Freund. Er mag mich und ich mag ihn. Wobei ich auch ihm derzeit vermehrt auf die Nerven gehe.
Es war von Anfang an klar, dass es mit ihm schwer wird. Er sagt über sich selber, dass er total kaputt ist. Er hatte eine schwere Kindheit und hat scheinbar nie viel Liebe und Zuneigung erfahren. Er scheint im Leben gelernt zu haben, dass man sich nicht von anderen Menschen abhängig machen soll. Auch in einer Beziehung. Er redet auch nicht über seine Probleme oder Gefühle.
Ich sollte ihn eigentlich sehr oft loben und sagen, was mir gefällt – was das Verhalten und das Aussehen angeht (er hat gesagt, dass er das braucht), aber ich vergesse das oft, weil für mich oft so klar ist, dass ich ihn und was er macht toll finde.
Da ich leider aber grad extrem unsicher bin und kaum noch Selbstwertgefühl übrig ist, hinterfrage ich vieles bei ihm oder kritisiere die Dinge, die nicht so gut sind. Er “lernt” dann daraus, dass die guten Dinge, die er gemacht hat nicht zählen und unterlässt sie. Das macht mich wiederum traurig und verunsichert mich noch mehr.
Wenn ich weine (und irgendwie habe ich gerade genug Grund dazu) empfindet er das als schwach. Er nimmt mich dann nicht in den Arm. Irgendwie kann er damit nicht umgehen. Für ihn gibt es sowas nicht. Wenn bei ihm etwas nicht stimmt, löst er das Problem oder er schliesst damit ab. Andererseits macht er manchmal total süße Sachen!
Er macht auch ziemlich extrem Kampfsport. Ich denke, das alles hat etwas damit zu tun, dass er unbedingt stark sein will – in jeder Hinsicht. Irgendetwas will er damit kompensieren.
Ich muss gestehen, dass ich nicht weiss, ob das mit ihm noch eine Zukuft hat. Ich weiss, er mag mich wirklich. Aber ich habe Angst, dass ich niemals zu ihm durchdringen werde. Ich weiss, dass ich gerade sehr viel falsch mache – was ja auch meine anderen zwischenmenschlichen Beziehungen gerade beweisen.

Wie dem auch sei: alle diese Umstände sind für mich gerade unerträglich. Ich denke mittlerweile trotz Antidepressiva wieder sehr oft darüber nach mich umzubringen. Und ich kann mit niemandem darüber reden! Selber weiss ich nicht weiter. Ich habe nur langsam das Gefühl, dass es in diesem Leben nichts mehr für mich gibt. Wenn die nächste Sache schief geht, weiss ich nicht, wie ich mich noch zusammenreissen kann. Ich weiss nichtmal, was ich “hier” erwarte, aber ich brauche Hilfe und weiss nicht, wo ich sie noch bekommen kann.

Vielen Dank wenn ihr bis zum Ende gelesen habt.

Nutzer­antworten



  • von funky am 03.01.2013 um 08:12 Uhr

    Danke @FlotterKaefer für deinen Beitrag!
    Ich denke, ich werde mich nach einer neuen Therapeutin umsehen müssen – es war damals nur schon so schwer diese eine zu finden, weil es bei den meisten anderen einfach menschlich nicht so gepasst hat.

    Was ist denn eine Psychoedukation?

    Meinem Freund habe ich schon gesagt, dass ich oft so reagiere, weil ich unsicher bin (glaube ich… Man weiss bei Männern ja auch nie, ob sie es wirklich verstehen). Von den Depressionen will ich ihm aber nichts sagen. Ich weiss nicht, ob er das verstehen würde.

  • von FlotterKaefer am 03.01.2013 um 00:10 Uhr

    Wenn es dir so mies geht, dann finde ich das von deiner Therapeutin ziemlich inkompetent, dir nicht öfter bzw. näherliegende Termine zu geben und die Therapie fortzuführen. Daher würde ich auf jeden Fall den Therapeuten wechseln.
    Hast du evtl. schon an einer Psychoedukation teilgenommen? Wenn nicht, würde ich schauen, sowas mitzumachen. Ich war auch lange depressiv (und die letzten Wochen kommt das leider auch wieder langsam hoch) und fand das damals sehr hilfreich.

    Was die Arbeitsstelle angeht, musst du wohl abwarten. Aber selbst wenn du diese Stelle nicht bekommst, heißt das ja nicht, dass du keine andere findest. 🙂 Vllt. nicht sofort genau das, was du dir wünschst. aber dann sammelst du Erfahrung und findest vllt. mit der Zeit genau das, was du gesucht hat.

    Hast du denn mal mit deinem Freund mal gesagt, warum du dich so verhältst und dich entschuldigt? Sagt er was dazu oder überfordert ihn das auch?

    Ob das eine Zukunft hat oder nicht, möchte ich nicht beurteilen und ich denke, das kann man von außen auch nicht wirklich.
    Allerdings finde ich es schon traurig, wenn er sich nicht wenigstens dir gegenüber öffnen kann. Aber man weiß ja auch nicht, warum das so ist und ob sich das noch bessert. Auf jeden Fall müsst ihr lernen, miteinander zu kommunizieren und “richtig umzugehen”. Wenn man weiß, warum jmd. auf eine bestimmte Art handelt, kann man sich auch darauf einstellen. (Mein Mann hat z.B. ADHS und ist für mich manchmal auch anstrengend und nicht nachvollziehbar, aber wenn man drüber redet, klärt sich das dann auch auf und ist wieder okay.)
    Da würde ich nicht sofort das Handtuch werfen, aber wenn sich das auf lange Sicht nicht bessert, würde ich es wohl beenden, weil es mich zerfressen würde.

    In erster Linie würde ich aber nun darauf achten, dass die Depressionen nicht schlimmer werden und daher mit der Therapeutin oder ggf. dem hausarzt über die Dosierung der Medikamente sprechen und schauen, dass die Termine engmaschiger stattfinden oder (vor allem wenn du dich eh nicht ernst genommen fühlst), den Therapeuten wechseln.
    Und auch wenn es schwer fällt, lass dich nicht hängen und versuch`, postive Dinge und Möglichkeiten zu finden und dich nicht auf die negativen zu konzentrieren. (Fällt mir momentan auch schwer, aber sich an negativen Dingen aufzuhängen macht es ja nur schlimmer.)

    Also lass` den Kopf nicht hängen, irgendeinen Weg gibt es immer und wenn du es wirklich willst, kommst du aus deinem Tief wieder raus! 🙂

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