HomepageForenKummerkastenWie weiß man, dass man “ich” ist? Wie weiß man was man will?

Wie weiß man, dass man “ich” ist? Wie weiß man was man will?

SonnenLebenam 30.01.2011 um 02:34 Uhr

Hallo Leute,

ich beschäftige mich immer mal wieder mit den oben genannten Fragen.
Ich bin 19 und kann von mir behaupten, dass ich im letzten Jahr immer mehr meine Richtung verloren habe.
Ich weiß nicht wer ich bin, was ich will oder was meine Ziele sind.
Und ich finde es schwer eine Antwort darauf zu finden.
Woher weiß man noch, dass man selber etwas möchte und dass man nicht denkt, dass man es möchte, weil es die Gesellschaft oder das soziale Umfeld vorgibt?

Ich persönlich habe immer Phasen in denen mich etwas beeindruckt und ich versuche es zu kopieren (meistens Personen aus Filmen, Büchern oder der realen Welt), weil ich dann glaube, dass ich zufriedener mit meinem Leben wäre.
Das sind eigentlich immer selbstbewusste, hübsche Frauen, die wissen was sie wollen. Starke Frauen.
Wahrscheinlich ist es auch das was ich sein will.
Aber wie schafft man es dies umzusetzen?

Woher wisst ihr, dass ihr “vollkommen ihr” seid?
Woher wisst ihr was euch gefällt? Oder mögt ihr es nur, weil letztens jmd davon geschwärmt hat?
Woher wisst ihr, dass ihr den blauen Pulli mögt? Vielleicht glaubt ihr das nur, weil eure Freundin oder Mutter immer sagt, wie toll er euch steht.

Versteht ihr mein Problem?
Woher weiß ich ob ich ich bin??
Ob das zu 100 % meine Meinung ist.

Und wie finde ich heraus was ich will?
Und folge nicht nur dem was andere an meiner Stelle tun würden..
Abitur, Studium, etc…

Ich finds voll schwer.
Ich rechne das zum Erwachsenwerden.
Ich mag das nicht.
Zu kompliziert, verwirrend, anstrengend, unsicher.

Erzählt mir von euch, euren Erfahrungen,…:)

Liebe Grüße, SonnenLeben

Nutzer­antworten



  • von maruthecat am 30.01.2011 um 13:21 Uhr

    kann meinen vorrednerinnen nur zustimmen!
    es ist schrecklich schwierig, sein selbst zu finden und zu wissen man eigentlich will.

    ich hab seit ich 15/16 war immer den traum gehabt, psychologin zu werden. da gabs für mich gar nix anderes. das war einfach so: abitur, psychologie studieren, therapeutenweiterbildung, fertig.

    ich hab dann mein abi gemacht und hab mich dann in holland beworben für psychologie (kein nc) und da wurde ich auch angenommen. ich wollte nie nach holland, weil ich die sprache grausig fand und überhaupt. eigentlich war der plan, mit ner guten freundin da zusammen zu studieren, aber die ist im letzten moment abgesprungen und hat sich in köln beworben..

    naja da stand ich nun in holland 😀 hab dann versucht psychologie zu studieren und mir selbst weis zu machen, dass das das richtige für mich ist. ich finde psychopathologie und die menschliche psyche schon sehr interessant, aber ich fand das studium einfach zu schwer für mich. das muss man sich auch erstmal eingestehen. war schwierig. ich hab dann verstanden, dass das über meine kapazitäten und auch willenskraft geht, denn so sehr wollte ich es dann doch nicht. ich habe abgebrochen und musste mich neu orientieren.

    hinzu kam, dass ich in eine wg gezogen bin, obwohl ich nie mit leuten zusammen wohnen wollte, die nicht meine familie oder mein partner sind. ja ich dachte, ich fänds cool da, aber irgendwie hab ich mich dann angepasst und mich langsam aber sicher irgendwie verstellt und wurde jemand, der ich nicht war und nicht sein wollte.

    also studiengang gewechselt (anglistik) und da weitergemacht. dann da auch festgestellt, dass es nicht 100% das ist, was ich machen will und bin aus holland weg und bin jetzt in bochum und studiere da literaturwissenschaft und anglistik.

    lange rede kurzer sinn.. ich bin nach fast 4 jahren auch endlich da angekommen, wo ich sein will und weiß, dass mich diese entscheidung weiterbringen wird. ich fühl mich sauwohl und das einzige, was mich jetzt noch wurmt, ist, dass ich noch nie so viel zeit im ausland verbracht habe, aber da arbeite ich auch dran 😉

    du machst das schon und du siehst, es dauert ne weile, aber probier dich einfach aus und höre auf dein inneres und versuche, festzustellen, ob du dich wohl fühlst und glücklich bist mit dem, was du tust =)

  • von TT4Life am 30.01.2011 um 10:14 Uhr

    hmm ich denk mir auch manchmal was “ich” eigentlich genau ist…bzw jeder hat ja ein “ich” und sieht die welt anders als ich und iwie ist es verwirrend, darüber nachzudenken 🙂 genauso frag ich mich immer, was nach dem tod wohl sein mag…die vorstellung, dass dann für immer “das licht ausgeknipst” ist, ist total erschreckend find ich…weil es FÜR IMMER ist…nie mehr lachen, reden, weinen, spaß haben, lieben…das macht mich manchmal total depri…

  • von wolke06 am 30.01.2011 um 09:29 Uhr

    ich stimme Feelia zu. brauche da nichts zu ergänzen, war ja schon ausführlich beschriben 😀 außer noch eins: ich empfehle dir Richard David Precht, Wer bin ich und wenn ja, wie viele? ist vllt etwas trocken das buch, zumindest zwischenzeitlich. ich höre es gerade und ich bin erstaunt, wie viel ich entscheide, ohne dass ich darüber viel nachdenke und was alles eigentlich gar nicht meine meinung ist, sondern dinge, die ich irgendwann mal, von irgendwem so beigebracht bekommen habe und irgendwo in meinem unterbewusstsein gespeichert ist, ohne das ich mir desssen richtig bewusst bin. also wirst du wahrscheinlich nie 100%ig wissen, ob du den blauen pulli wirklich “aus eigenem, selbst entschiedenem willen” schön findest, oder ob du nur oft genug gehört hast, dass er an dir gut aussieht und du deshalb unterbewusst meinst, das du ihn schön findest.

    irgendwie verwirrt es nochmehr wenn man es aufschreibt, ich hoffe ich verwirre dich nicht all zu viel =) wünsche allen noch einen schönen sonntag

  • von Feelia am 30.01.2011 um 06:15 Uhr

    @cheshirecat:super beitrag!und wieder gemeinsamkeiten gefunden…;-)

    @SonnenLeben:mir is grad en bild dazu eingefallen…
    dein ego ist wie ein puzzle,bei dem du nach und nach immer mehr passende teile findest…^^

  • von CheshireCat4 am 30.01.2011 um 06:05 Uhr

    Guten Morgen! 🙂
    Feelia hat recht, ich seh das ganz genauso… mit den Erfahrungen kommt die Gewissheit “Das bin ich, das will ich so”.
    SonnenLeben mir gings mit 18/19 auch nicht anders: erst war ich Au Pair in England, dann habe ich begonnen zu studieren, und die ganze Zeit fühlte ich mich überfordert, weil ich eigentlich gar nicht wusste, was ich wollte und ob ich das alles überhaupt kann.
    Ich hab ständig an mir gezweifelt und mich selbst und meine Beziehung damals zermürbt. Als nach fast 6 Jahren Beziehung dann die Trennung kam, völlig unerwartet, war meine letzte Konstante weg…
    Aber das war gut, denn so konnte ich von vorn beginnen, zurückblicken, bewerten usw. – wie Feelia schon sagte, ist das besonders wichtig. Man sollte sich immer bewusst machen, was man geschafft hat.

    Ich wollte immer ein guter Mensch sein und anderen helfen, das war mein Primärziel. Dann wollte ich mir unbedingt selber beweisen, dass ich was kann. Und zu guter letzt eine eigene Familie. Nach der Trennung hab ich gemerkt, dass ich ersteres schon bin (hatte mich da schon mehrere Jahre ehrenamtlich engagiert, um was sinnvolles neben dem Studium zu tun – ja, so desillusioniert war ich).
    Für den zweiten Punkt hab ich was riskiert, hab eins meiner Studienfächer aufgegeben, bin in eine andere Stadt gezogen und hab statt einem Magister den Bachelor gemacht. Und bin stolz wie bolle, dass ich das geschafft hab. Nun sitz ich hier in nem Master-Studiengang (der mich übrigens dazu bringt sonntags so früh aus den Federn zu kriechen – lernen!!), von dem ich nie gedacht hätte, dass ich den bekomme… Der Auswahlprozess war mörderlich, in drei Stufen mit Essay und Interview während der Bachelorarbeitsphase…. Aber ich habs geschafft.

    Ich hab all den Kram überlebt oder besser gesagt gemeistert und kann dadurch sagen: Das bin ich, das will ich. Familie will ich übrigens immernoch 😉 Aber ich hab jetzt einen Mann, der sich das mit mir auch vorstellen kann und geistig reif genug dafür ist.

    Selbstfindung ist also ein Prozess, etwas das man nicht erzwingen kann. Man sollte nur nicht aus Angst vor Veränderungen an alten Mustern festhalten, das macht nur unzufrieden. Trau dir was zu, probier dich aus!
    Und selbst wenn mal was in die Hose geht: Verbuch`s unter Erfahrung. Es ist nie zu spät, einen neuen Weg ein zu schlagen (lach, jetzt kling ich wie ne Hallmark Card).
    Meine Güte… hab mir meinen Beitrag nochmal kurz angesehen… ein halber Roman. Naja. Ich weiß nicht, ob das alles so sinnvoll ist, was ich da von mir gegeben habe, siehe wenig Schlaf, aber vielleicht kommts ja trotzdem rüber.

  • von Feelia am 30.01.2011 um 05:03 Uhr

    ich versteh dich soooo gut…

    also ich versuch mal,dir darauf ne ausführlich antwort zu geben.aus meiner sicht,mit meinen erfahrungen…

    also los.

    die frage ist erstmal in der tat eine schwere frage.und absolut nicht leicht zu beantworten…
    natürlich lässt man sich (grad in deinem alter) extrem von anderen leuten/eindrücken/erfahrungen leiten oder besser gesagt:inspirieren.wie sonst soll man eine ahnung davon bekommen,was alles geht?
    zb thema lebensziele:
    die einen zeigen,wie es mit familie sein kann.vllt in ganz klassischer form:mann,kinder,haus am stadtrand etc…
    die anderen machen karriere..auch schön.
    man selber mittendrin und schaut sich das an,spielt es in gedanken durch usw…

    ich bleibe jetzt mal bei genau dem bsp,weil ich mich genau das momentan auch hin und wieder frage.ich bin 30 und war vor ner weile noch verlobt…ich wollte es von herzen.stellte mir vor,mit ihm ein kind zu bekommen.wie der alltag sein könnte-ich teilzeit und später wieder vollzeit am arbeiten.süße tochter,familienhund…so bilderbuch-mäßig.
    die beziehung zerbrach.
    und ich?war wieder da,wo ich zuvor war-alles wieder auf null(zumindest was liebe angeht).

    und weißt du was?ich hab zwar eine weile noch ihn vermisst-aber NICHT das bild von der familie!
    ich hab daher die theorie aufgestellt,dass man sich(egal in welchem alter) in einer beziehung oft zu sehr von dem partner leiten lässt.
    denn:ich hab fast mein ganzes leben lang bis auf kurze ausnahmen immer gesagt,ich will nie kinder.mit meinem ex machte diese vorstellung von einem baby mich glücklich-aber sobald er weg war,war auch der wunsch wieder wie weggefegt,mal mama sein zu wollen.
    was ich meine ist:es ist,als hätte dieser vermeintliche “wunsch” nur an ihm gehangen.ohne meinen ex-kein wunsch nach familie irgendwann.

    ich bin wieder 100% ehrlich zu mir selbst,seit er weg ist.(mag sicher auch mit dem ärger zusammenhängen,den wir hatten,aber das isn anderes thema…)
    der punkt ist,ich bin wieder ganz bei mir.oder,wie du es nennen würdest “wieder vollkommen ich”.
    also behaupte ich mal,dass es wichtig ist,mal nur für sich zu sein.egal ob als single oder nicht.sich zeit für sich zu nehmen und seine (vermeintlichen) ziele zu hinterfragen.

    auch ich hab seit langer zeit ein idealbild meiner selbst im kopf.immer mehr dinge kamen dazu,immer mehr aspekte dessen,was und wie ich sein wollte.
    und ich kann heute glücklich sagen,ich komme diesem ziel immer näher…

    wodurch?nur durch erfahrungen.nur durch das erlebte und dabei empfundene stellen wir fest,was richtig und was falsch für uns selbst ist.klar irrt man sich auch mal oder wird von anderen in die irre geführt.aber:glaub mir,man spürt,was richtig für einen ist.
    kennst du das gefühl,wenn du etwas getan hast,was dir gut tut?egal was.kann auch nur ne gute note sein,die du dir hart erarbeitet hast.dieses warme,zufriedene gefühl stellt sich bei mir auch ein,wenn ich mir vorstelle,nein,bis ins kleinse detail ausmale,visualisiere,wie meine zukunft aussehen soll.oder:es fühlt sich nicht gut an,ich fühle nichts,bleibe innerlich kalt.

    also:ja es ist hart.
    und man lernt immer wieder dazu.auch noch mit 50(sagte mir meine mom…)
    aber mit der zeit spürt man immer mehr,dass man sich auf sich und sein gefühl verlassen kann.das man auf dem richtigen weg ist(was nicht heißt,keine fehler zu machen.die sind wichtig und zeigen dir,was nicht gut für dich ist.)

    noch ein bsp:ich war mal schulabbrecherin und mache grad ne hochemotionale zeit durch,weil ich grad meinen BA abschluss mache.erst hatte ich abgang nach klasse 9 haupt-nun bald meinen ersten abschluss vonn der uni.und im april zieh ich um und mach mitm master weiter.
    da schaut man natürlich zurück…
    und weißte was?es liegtn harter weg hinter mir und vllt ein noch härterer vor mir.aber ich weiß heute,ich bin stark.ich hab was erreicht,von dem ich vor langer zeit nicht mehr zu träumen gewagt habe.
    und das gefühl ist so großartig und-ich zweifel keine sekunde mehr,dass es der richtige weg für mich war.ich spüre es einfach.
    🙂

    also:mach kleine schritte,einen nach dem anderen.hör auf dein gefühl dabei.geh ab und zu mal in dich und schau dir dein leben von aussen an.
    aber denk nicht,dass das jemals ganz aufhört-das leben ist ständig in bewegung,wir verändern uns ständig,alles ist im fluss-stillstand ist der tod!
    aber je besser du dich selbst mit der zeit kennenlernst,desto leichter wird es.

    aber,never forget:http://www.youtube.com/watch?v=TLXo9IFVboY 😉

    so ich hoff mein übernächtigtes gebrabbel hat dir was gebracht:-D kann zZ kaum pennen wegen unistress…
    und natürlich sind meine ausführungen rein subjektiv.

    und nun bin ich gespannt,wie die anderen das sehen..bzw:nachdem ich gepennt hab.:-D

  • von tino135 am 30.01.2011 um 02:46 Uhr

    Ich wüsste nicht wie man das raus finden kann aber wenn du denkst das es richtig ist etwas zu tun wird es das auch sein. Außerdem meint man im nachhinein immer das es eine bessere Lösung gegeben hätte! Ich finde man sollte einfach zufrieden mit dem sein was man hat sonst wird man nie glücklich.

  • von SonnenLeben am 30.01.2011 um 02:34 Uhr

    …:)