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Erfahrungen mit ADHS (bei Erwachsenen) ?

Kaiyaam 17.10.2012 um 19:58 Uhr

Hallo ihr Lieben.

Am Wochenende habe ich einen Mann kennengelernt, wir haben seitdem jeden Tag über Skype geschrieben und hatten gestern auch ein Date. Wir verstehen uns echt richtig gut und ich fands auch echt schön gestern. Er scheint ein ziemlich ehrlicher und direkter Mensch zu sein und auf einmal erzählte er mir, dass er ADHS hat. Was mich wirklich überrascht hat, allerdings kenne ich ihn ja auch noch nicht richtig. Ich war danach wirklich ganz normal zu ihm, aber mich verunsichert das ganze doch ein wenig. Irgendwie weiß ich nicht genau, wie ich damit jetzt umgehen soll. ich würde mich wirklich gerne wieder mit ihm treffen und ihn richtig kennenlernen, er hat auch direkt nach einem neuen Treffen gefragt und an sich habe ich damit so erstmal kein Problem. Er hat auch einen ganz normalen Freundeskreis und schon ein paar Beziehungen hinter sich.

Ich frage mich aber trotzdem, inwiefern ADHS wohl die Beziehung zu einer Person beeinträchtigt. Nachdem ich gestern nach Hause gekommen bin habe ich mich auch ein bisschen im Internet schlau gemacht, aber so wie sich das jetzt für mich angehört hat kann das schon ziemliche Komplikationen mit sich führen, was natürlich auch bestimmt auf den Grad der Erkrankung ankommt.

Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit Menschen, die ADHS haben? Das würde mich wirklich interessieren. Ich möchte, wenn wir uns weiterhin treffen und falls sich wirklich mehr ergeben sollte, schon irgendwie vorbereitet sein.
Ich weiß ja nicht, kann man das nachvollziehen? 😀
Ich denke nämlich, dass ich hier nochmal andere Antworten kriegen könnte 🙂

Vielen Dank fürs Durchlesen und auf jeden Fall für Antworten !

Nutzer­antworten



  • von Kaiya am 21.10.2012 um 18:04 Uhr

    Oh Mann, ich habe jetzt erst diese vielen Antworten gesehen !
    Ich bin euch allen hier wirklich sehr dankbar, dass ihr auf meinen Beitrag eingegangen seid und ich fand auch einige Beiträge ganz hilfreich.

    Gestern haben wir uns zum zweiten Mal getroffen und es war echt schön, er ist echt total lieb und ich möchte mich unbedingt weiter mit ihm treffen. Wie ihr auch schon alle meintet versuche ich ihn erstmal kennenzulernen und ich denke das ist auch ehrlich gesagt das Beste 🙂 Trotzdem fand ichs irgendwie wichtig, mich nen bisschen zu informieren, damit ich nen paar Dinge vielleicht etwas besser verstehen kann.

    Im Moment schaue ich jetzt erstmal weiter, wie die nächsten Treffen verlaufen, aber falls ich noch ein paar Fragen übrig habe, dann würde ich vielleicht den ein oder anderen von euch nochmal anschreiben.

    Vielen vielen Dank ! (:

  • von Feelia am 18.10.2012 um 23:16 Uhr

    @stylecoach:”Das Hyperaktive haben die Erwachsenen ja nicht mehr so ausgeprägt, somit ist es dann meist nur noch ADS”
    stimmt nicht.

    und man kann ebenfalls nicht verallgemeinern,dass ADSH ja nicht sooo schlimm sei,das kommt ganz auf die individuelle ausprägung an.

  • von Feelia am 18.10.2012 um 23:13 Uhr

    ich hab selbst ADHS.aber es stimmt,bei jedem sind die symptome etwas anders und natürlich auch unterschiedlich stark ausgeprägt.
    ich kann dir beim besten willen nicht schreiben,wie sich das äußert-denn da säße ich ja übermorgen noch dran.klar ist,dass die 3 grundsäulen des ADS/ADHS (du weißt ja schon,was ich meine,da du dich ja eingelesen hast) bei allen betroffenen vorhanden sind und probleme in allen möglichen bereichen des lebens verursachen.
    wär gut,wenn du ne konkrete frage stellen würdest,was genau du wissen willst.is wie gesagt viel zu umfassend,als dass mans hier mal eben so erläutern könnte (nicht umsonst gibts darüber zig gute bücher…)

  • von Bienchen2009 am 18.10.2012 um 20:31 Uhr

    Ich glaub jeder Mensch hat sein Päckle zu tragen.
    Lerne ihn erst kennen und versuche jetzt nicht in allem was er macht seine Krankheit zu sehen.
    Es ist schön, dass du seine Probleme ernst nimmst, aber versuche das nicht noch zu verstärken. Und ich glaube grade Menschen mit ADHS sind sehr liebenswerte Menschen.
    Lieber eine bisschen Chaos und Stress als Langeweile!
    Sehe ihn doch nicht als Pflegefall, sondern gib ihm ne Chance dir zu zeigen was ihn noch alles auszeichnet und was für ein toller Mann ist trotz mancher Probleme durch ADHS.
    Mein Freund ist sehr pessimistisch, launisch und manchmal depressiv.
    Er hat auch schlimme Phasen, in denen ich sehr stark sein muss.
    Aber ich liebe ihn über alles, weil er einfach so viele tolle Seiten hat und da finde ich es völlig in Ordnung wenn er auch Unterstützung braucht und mal schwache Seiten hat! 🙂
    Kein Mensch ist perfekt, aber das macht uns ja so einzigartig!

  • von FlotterKaefer am 18.10.2012 um 20:21 Uhr

    Ich würde mir darüber keinen Kopf machen und erst mal auch gar nicht weiter lesen, was Experten usw. darüber schreiben und da möglichst unvoreingenommen ran gehen. Lern ihn einfach kennen und schau, ob es passt. 🙂
    Bei manchen ist es extrem (mein Schwager z.B., mit dem käme ich gar nicht klar) und bei manchen ist es nicht so ausgeprägt.

    Mein Mann hat es auch und ja, er ist manchma anstrengend, chaotisch, leicht und schnell abgelenkt und vergesslich – aber er ist auch sehr fürsorglich, macht sich um alles `nen Kopp usw. Also ja, manchmal nervt`s – aber ich nerv ihn genauso und ich habe kein ADHS. 😉 Dafür habe ich eine andere Störung und ich würde selbst nicht wollen, dass man mich auf diese Diagnose reduziert (bin ein sehr untypischer Fall) und mich nach Leitfaden behandelt.

    Darum wie gesagt: Lern ihn kennen und schau, ob es passt oder nicht. Vllt. fällt es bei ihm auch gar nicht auf oder nur leicht.
    Abgesehen davon: Es gibt keinen Partner ohne Macken, aber den, mit dessen Macken man leben kann. 😉 🙂

  • von timeforsummer am 18.10.2012 um 20:10 Uhr

    Ach ja, kleine Randbemerkungen: Natürlich sehen wir uns! Aber in der Woche eben nicht, weil er meint, er könnte sich zum Beispiel nach einem Anruf oder einem Besuch den ganzen Tag lang nicht mehr auf seine Aufgaben konzentrieren….

    Solltest du noch Fragen an mich haben, was ich bei meinem etwas unsortiertem Schreiben verstehen kann, kannst du mir diese gerne hier oder auch per Mail stellen. 🙂

  • von timeforsummer am 18.10.2012 um 20:04 Uhr

    Bin seit 1 Jahr und 9 Monaten mit ADHS-Mann zusammen und ich kann sagen: Ja, es kann sehr anstrengend und sehr verletztend sein, aber auch sehr schön.

    Bei meinem Freund handelt es sich wohlbemerkt um einen ADHS-Menschen ohne Zwangsstörungen.

    Sehr anstrengend fand ich die Beziehung schon wenige Monate nach dem Zusammenkommen, da er wenig Struktur in seinem Alltag hat, was sich zum Beispiel wie folgt zeigen kann:

    – Unordnung
    – wichtige Briefe werden ignoriert oder gar nicht erst geöffnet
    – wichtige Termine werden einfach mal vergessen
    – eine Zukunftsplanung existiert nicht wirklich; man lebt in der momentanen Situation

    Natürlich können wichtige Termine dabei auch Verabredungen sein… häufig kommt er gnadenlos zu spät. Manchmal vergisst er einen einfach. Ebenso ruft er nicht an, wenn er es sagt. Warum das alles dramatisch für den Partner ist, wird nicht richtig verstanden.
    Dieses Bild entwickelte sich wohlbemerkt auch erst nach einigen Monaten und war gerade zu Anfang der Beziehung überhaupt kein Problem. Dort nahm er alles sehr genau, weil er eben Eindruck machen wollte und wir ja noch nicht bzw. noch nicht so lange zusammen waren.

    Ein weiteres Phänomen ist die Ablenkbarkeit. Man kann lernen damit umzugehen, darüber hinweg zu sehen, aber gerade wenn einem ein Thema wichtig ist, kann auch das mal stören. Man redet also ganz direkt, ihm in die Augen schauend über etwas wichtiges. Er sagt “mhm” und guckt derweil irgendwelche Ecken im Zimmer an.

    Zurzeit verschafft ihm sein Studium wieder Sturktur, allerdings ist es nun so, dass ich ihn in der Woche eigentlich nicht mehr stören (anrufen) darf und sehen tun wir uns sowieso nie, weil er meint, ich würde ihn sonst zu sehr ablenken. Hier also ein großer Verzichtspunkt.

    Und genau das ist das große Negativum in der Beziehung mit jemanden, der an ADHS leidet. Langfristig betrachtet kann gerade die Unzuverlässigkeit sehr störend sein. Man ist verletzt und man muss trotzdem damit leben, wenn man den Partner liebt. Des Weiteren muss man ihn zu vielem anschubsen und schieben, damit er es macht, weil er es eben einfach vergisst oder als nicht so wichtig ansieht. Das kann auch der Besuch bei der Bank sein… oder das man sich gemeinsam darum kümmern muss, dass er eine Brille bekommt. Die Wichtigkeit dazu ist für ihn nämlich nicht gegeben, auch nicht bei insgesamt 15 % vorhandener Sehleistung….

    Wir wohnen nicht zusammen. Doch wenn er hier war, kann ich ohne Scherz fast die ganze Wohnung wieder aufräumen, weil überall irgendwo etwas steht oder liegt.

    Wer an Nachwuchs denkt sollte beachten, dass ADHS zu 45 % an das Kind weitergegeben wird.

    Aber ADHS-Kranke sind nicht nur Chaoten… selbst in Fachbüchern steht, dass sie für ihre Treue und Ehrlichkeit bekannt sind. Das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung bisher nur bestätigen. Außerdem ist mein Freund (ob das für alle gilt weiß ich nicht) an sich schon recht einfühlsam.

    Auch die Aktivität kann etwas positives sein. Das er also gelangweilt auf dem Sofa rumliegt, muss man schon aufgrund der Eigenschaft “Unruhe” eher nicht erwarten. Das bedeutet wohlbemerkt nicht, dass er stattdessen auf dem Sofa rumhöpft! Es bedeutet aber, dass ein gemeinsames ruhiges Zusammensein schnell für ihn langweilig wird und nicht als etwas angenehmes, als warme Zweisamkeit gedeutet werden muss…!

    Ich finde es schwer, ein komplettes Bild von Vorteilen und Nachteilen der ADHS-Erkrankung bei Erwachsenen zu machen. Im Grund kann ich nur eines mit Gewissheit sagen: Eine Beziehung mit einem ADHS-Erkrankten IST anstrengend und manchmal fühlt man sich in die Mutter-Rolle geschoben. Schnell kann es vorkommen, dass man sich durch seine Unaufmerksamkeit nicht ernst genommen, vielleicht sogar unwichtig fühlt. Kennt man die Eigenheiten des Mannes allerdings und ist man gewillt zu lernen, damit umzugehen, dann kann eine Beziehung genauso schön sein wie mit jemand Gesunden. Wichtig für mich ist es allerdings auch zu sagen, dass die Medikamente einen großen Einfluss auf den Härtegrad der Krankheit haben können. Mein Freund beispielsweise weigert sich häufig die Medis zu nehmen, weil er meint, er wäre dann so abgeschottet. Grund: Er nimmt natürlich weniger der Reize wahr, die er sonst wahrnimmt. Die Reizüberflutung wird auf ein Normal-Niveau heruntergefahren. Für mich ein sehr angenehmer Zustand, in dem man die Krankheit größtenteils ausblenden kann. Aber leider ist das nur selten der Fall…

    Des Weiteren glaube ich, dass das Alter des Erkrankten eine große Rolle spielt. Mein Freund hat jahrelang keine kompetente Behandlung bekommen, ist nun 24 und manchmal wirklich bis zur Schmerzgrenze chaotisch. Einen geregelten Alltag hat er erst seit diesem Monat wieder. Die letzten 9 Monate war er quasi nur zu Hause, denn nach seiner teilstationären Behandlung (!!) konnte er sein Studium nicht direkt weiterführen (organisatorisch bedingt).
    Geht jemand jedoch schon seit Jahren einem geregelten Alltag nach, nimmt er seine Tabletten und arbeitet aktiv an seiner Erkrankung, so wird die Beziehung sicherlich etwas leichter sein, als die meine…

    Fazit: Wer Stress, viele Kompromisse und auch persönliche Einschränkungen eingehen kann und möchte, weil der Rest der Beziehung stimmt, der sollte auch keine Beziehung mit einem ADHS-Mann fürchten. In den guten Phasen kann diese nämlich jeden Stress wieder ausgleichen.

  • von Stylecoach am 18.10.2012 um 15:57 Uhr

    Also ich kenne zwei Männer, die das haben. Einer, ist der Partner meiner besten Freundin, die schon sieben Jahre mit einem “ASHS Partner” zusammen ist. Das Hyperaktive haben die Erwachsenen ja nicht mehr so ausgeprägt, somit ist es dann meist nur noch ADS. Der Junge ist jedenfalls ein sehr lieber und es war absolut richtig das meine Freundin ihn kennengelernt hat.
    Bei dem äußert sich das in leichten Zwängen (ist aber ein ganz komplexes Thema und nicht so Plump wie Ticks, wie etwa 10 mal schauen ob die Tür zu ist, oder so) so ist der in manchen Dingen sehr genau, etc.
    Dazu kommt, dass er , immer dann wenn meine Freundin in einer Art Krise steckt (das kann auch mal exorbitant viel Arbeit sein) nicht ertragen kann, dass sie dann im Focus steht. Dann bekommt der (ich sage das jetzt mal ganz salopp, ne ADHS Attacke), die sich darin äußert sich durch irgendetwas in den Mittelpunkt zu stellen. Krankheit, eigene Probleme und Sorgen die plötzlich inszeniert werden, oder er fängt einen Streit an.
    Das ist ziemlich nervig, aber händelbar (eben auch weil der eigentlich super gutmütig ist) Seit einiger Zeit ist er auch beim Psychologen, kann ja auch nie schaden… und hat der Beziehung auch schon geholfen.

    Kurz gesagt, ich würde mal dranbleiben an dem Jungen. Eine so schlimme Störung ist Ads ja auch wieder nicht.

  • von BarbieOnSpeed am 17.10.2012 um 21:55 Uhr

    Du, bei dem einen ist es stärker ausgeprägt und bei dem anderen weniger.
    Einige lassen es extrem raushängen, andere nicht… Einige schieben auch alles mögliche aufs ADHS….

    Wenn du das Gefühl hast, dass ihr auf einer Wellenlänge seid und er ein toller Typ ist, dann ist doch alles gut?
    Ich kenne auch Menschen, die ADHS/ADS haben und es sind immer noch normale Menschen. Natürlich gibt es auch die, die dazu noch Zwangsstörungen haben, aber solange er dir normal vorkommt?

    Wenn du willst, kannst du ihn ja fragen, wie sich das bei ihm bemerkbar macht.

  • von Kaiya am 17.10.2012 um 19:59 Uhr

    🙂

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