HomepageForenLiebe-ForumHat unsere Beziehung eine Zukunft?

Hat unsere Beziehung eine Zukunft?

Cherry25am 25.02.2018 um 17:59 Uhr

Hallo ihr Lieben!
Ich brauche mal euren unvoreingenommenen Rat zu meiner Situation. Ich (w, 25) habe echte Probleme, mir meinen Partner (26) auch in Zukunft an meiner Seite vorzustellen.
Er ist im Gegensatz zu mir relativ passiv in ALLEM was er macht. Er ist, nach einer sehr schwierigen Kindheit ein heilloser Pessimist. Dadurch bremst er mich, macht mir Ängste, wo im Grunde keine sind. Er ist nie euphorisch wie ich, außer wenn es um seine Hobbies geht. Er ist, seinem Elternhaus entsprechend, bequem und hat mit seinen 26 Jahren kaum langfristige Ziele.
Im Grunde übernimmt er keine Verantwortung für sein Leben. Alles was ihm widerfährt sind Dinge, die seiner Ansicht nach nur ihm selbst passieren. Nie ist er in der Lage eigenverantwortlich mit seiner Lebenssituation umzugehen. Immer hätten ihn andere (sein Elternhaus) oder das System (Politik, Wirtschaft usw.) in missliche Lagen gebracht. Er ist unzufrieden mit seiner Situation, (erstmal) wenig zu verdienen und einen langweiligen Job zu haben (er ist Berufseinsteiger). Dabei ändert er nie etwas von sich aus.
Ich beeinflusse ihn seit Jahren und er arbeitet viel an sich aber leider sind es meist meine Ziele, an die er sich nach und nach anpasst. Er fügt sich sozusagen in sein „Schicksal“, weil er mich liebt. Er hat im Grunde nichts gegen meine relativ großen Vorhaben (ein gemeinsames Haus zu bauen, beruflicher Aufstieg) aber er unterstützt sie auch nicht in dem Maße wie ich es mir wünsche. Das ist ja auch logisch, wenn man bedenkt, dass ich meine Pläne in sein Hirn „pflanze“. Er liebt mich über alles. Ich bin im Moment sein einziger Anker und Zuspruch in seiner Welt. Aber wir kommen aus zwei Welten und meine frisst seine auf, weil er keine Idee hat, wie es laufen kann und weil er auch zu wenig Selbstbewusstsein an den Tag legt, eigenen Zielen zu folgen oder die meinen auch wirklich zu seinen zu machen. Er identifiziert sich mit nichts, weder beruflich (nicht mit seinem erfolgreichen dualen Studium im technischen Bereich und seinem jetzigen Traineeprogramm, nachdem ihm in einem Monat eine Festanstellung winkt) noch privat.
Wie soll ich mit so jemanden mein Leben bestreiten? Ich habe ihm sogar schon geraten sich Hilfe zu suchen, um seine Kindheit aufzuarbeiten. Das lehnt er rigoros ab, obwohl ihn seine innere Einstellung selbst stört aber anscheint nicht genug. Ich denke über eine Trennung nach, würde ihn damit aber tief verletzen. Ich bin über jeden Rat und Erfahrungsaustausch absolut dankbar!
Liebe Grüße
Cherry

Nutzer­antworten



  • von enfantdhiver am 25.02.2018 um 18:47 Uhr

    liebe cherry,

    viele Menschen bleiben oft jahrelang aus Bequemlichkeit in einer Beziehung, obwohl sie nicht zufrieden sind. Hast du dich schon einem gefragt, ob das bei dir der Fall ist? Bist du noch mit ihm zusammen, weil du ihn bedingungslos liebst oder weil du Angst hast vor dem alleine sein, vor Veränderungen und vor der “unangenehmen Situation”, die Schluss machen mit sich bringt und du ihn einfach nicht verletzten willst? Ich nehme mal an, dass du immer noch hoffst, dass sich dein Freund irgendwann ändert und sich in deinem “Traummann” verwandelt, den du die ganze Zeit versuchst aus ihm zu machen. Ich denke nicht, dass das auf Dauer funktionieren wird. Irgendwann wird er vlt das Gefühl haben, dass du ihn zu etwas drängst, ihn in ein Leben schleifst, das er eigentlich gar nicht will?
    Ich denke, du solltest langfristig denken. Wo siehst du dich in 5 oder 10 Jahren? Am Ende geht es um dich, um dein Leben, um dein Glück. Man kann andere nicht für sein eigenes Glück verantwortlich machen. Dein Freund scheint der Ansicht zu sein, die Welt schulde ihm etwas. Es muss ihm klar werden, dass die Welt ihm gar nichts schuldet, so hart es auch ist. Wenn er diese Ansicht langfristig vertritt, wird er nur unglücklicher, frustrierter und wütender auf die Welt und alle seine Mitmenschen. Ich persönlich hätte nicht die Kraft und die Nerven für so negative Menschen. Wenn ihn seine Kindheit so sehr belastet, dann sollte er auf jeden Fall Hilfe holen. Aber wenn er der Ansicht ist, dass er keine Hilfe braucht, dann sollte er damit aufhören, seiner Kindheit die Schuld an seiner Lebenssituation zu geben, wenn er eh nix ändern will. Das ist Gift für die eigene Zukunft und das eigene Glück.
    Liebe cherry, ich denke, du solltest an dich denken, an deine Zukunft, an dein Glück. Wenn du der Meinung bist, dass er dich nur runterzieht und bremst und dich in ein Loch zieht, dann tut er dir nicht gut. Du kannst nicht die Energie und Lebensfreude für zwei aufbringen. Irgendwann wird sie erloschen sein. Denk an dich. Es ist schwer Männer zu ändern, die sich nicht ändern wollen.
    Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
    Ich hoffe ich konnte dich etwas zum Nachdenken bewegen. Alles Gute!
    LG Tanja

    • von Cherry25 am 26.02.2018 um 15:55 Uhr

      Liebe Tanja,
      vielen lieben Dank für deine Antwort!
      Was du geschrieben hast hat mir schon mal sehr geholfen! Auch deine Einschätzung, dass man nicht ewig die Energie und Lebensfreude für zwei aufbringen kann, ist mir wichtig. Ich bin ein optimistischer Mensch und bin immer wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass mein Einsatz ausreicht, um mein Leben mit ihm zu stemmen und zu gestalten (daher sind wir auch schon 6 1/2 Jahre zusammen). Das ist eine rosa Brille, die mit Liebe wenig zu tun hat. Ich weiß nicht was es anderes sein soll als die Freude an der “gewohnten” Zweisamkeit, die unsere Beziehung zusammenhält. Mir fallen leider immer mehr Dinge ein, die ich mir von einem Partner wünsche…
      Durch die jahrelange Beziehung stehen wir uns im Moment UNGLAUBLICH nah. Das ist eine absolut individuell zu beantwortende Frage, aber wie zum Teufel stelle ich eine Trennung an? Ich weiß, dass es kein Schonprogramm für ihn geben wird. Aber die Trennung wird mir selbst auch unendlich weh tun, weil ich weiß, wie sehr er an mir hängt (ich weine sogar jetzt, weil ich mir seinen Schmerz absolut ausmalen kann). Er hat kaum jemanden, mit dem er reden könnte. Ich werde mir extreme Vorwürfe machen. Im Endeffekt bin ich es, die es beendet um etwas “besseres” zu suchen. Ich bin kein Egoist. An mich selbst denken fällt mir schwer.
      Liebe Grüße
      Cherry

      Antwort @ enfantdhiver

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