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Weinerlichkeit - was hilft dagegen?

Hey ihr,
also mein Problem hab ich eigentlich schon seit meiner Kindheit, und wie der Titel schon sagt, gehts um eine extreme Weinerlichkeit bei mir...
Ich bin jetzt 20 und seit meiner Kindheit habe ich in allen möglichen Situationen einen starken Heuldrang (angefangen vom typischen "ich will das jetzt, sonst schrei ich das ganze Haus zusammen"-Geheule bis hin zu richtig emotionalen Ausbrüchen, wenn meine Mutter mich mal geschimpft hat) und auch als in der fünften Klasse mal eine Durchsage gekommen ist, ich soll ins Sekretariat kommen, habe ich einfach so grundlos zu weinen angefangen, weil ich dachte, ich hab was ausgefressen (ganz zu Unrecht aber, ich war eigentlich immer eine brave, stille Schülerin ^^). Dazu muss gesagt werden, dass ich schon seit meiner Kindheit sehr darauf bedacht war, dass mir niemand böse ist, denn das, wovor ich am meisten Angst hatte (und immer noch habe), sind Wut- oder sogar Hassgefühle, die ich evtl bei jemandem hervorrufe. Am schlimmsten empfinde ich Streit mit den Personen, die mir am nächsten stehen (z.B. Eltern) oder auch Autoritätspersonen (Lehrern). Jedoch nicht nur Streit, sondern auch kleinere Sachen führen bei mir zu Heulanfällen, so z.B. heute. Gestern hatte ich im Unterricht während eines Referats unerlaubt ein Buch gelesen, der Lehrer hat es entdeckt und war ziemlich sauer. Heute habe ich mich bei ihm entschuldigt und noch während ich sagte "ich wollte mich noch wegen gestern entschuldigen", hab ich schon gespürt, wie mir die Tränen in die Augen gestiegen sind (hab es dann glücklicherweise noch auf meinen Platz zurück geschafft, ohne dass er was davon gemerkt hätte).
Ich könnte mich in solchen Situationen wirklich nur noch hassen, denn anstatt dass ich ruhig meine Entschuldigung vortragen kann, muss ich in so eine verweichlichte Heulerei ausbrechen. Es hat mal eine Phase in meinem Leben gegeben (als ich ca. 14 - 19 war), da war ich komischerweise viel lockerer drauf als jetzt und ich hab nicht wegen jedem Scheiß rumgeheult... und jetzt fängt das ganze wieder an.
Vllt noch ein wenig "hormonelle Info": ich nehme seit ca. einem halben Jahr die Pille Jasminelle. Und langsam glaube ich, dass sie die Hauptschuld daran trägt... absetzen möchte ich sie jedoch nicht.
Ich weiß nicht, wie viele Frauen ebenfalls mit so einem (vllt sogar angeborenen) Heuldrang gesegnet sind, aber trotzdem erbitte ich von euch Tipps, wie ich mich vielleicht mehr beherrschen kann. Gibt es da vllt so einen "umgedrehten" Schauspieltrick? Dass man anstatt spontanes Weinen die Tränen gerade zurückhalten kann?
von Saori am 09.02.2011 um 18:09 Uhr
Endlich eine Gleichgesinnte!!!
Ich bin jetzt 18 und habe früher auch bei jedem Scheiß losgeheult. Ist heute auch noch so.. Allerdings.. Als ich die Pille bekommen habe, da hat das Ganze erst richtig angefrangen. Ich habe immer und jeden Tag geheult, wenn mir mal jemand böse war oder wenn ich mal wieder Zweifel hatte.
Das lag definitiv an der Pille.
Wenn du deine Pille nicht absetzen willst, dann frag vielleicht mal nach einer anderen Pille?! Lass dir einfach eine andere verschreiben.

Und wenn ich Tränen in die Augfen bekomme, dann kneif ich die zusammen und schüttel meinen Kopf und massier meine Wangen(aber nicht zu doll, sonst tut`s weh und dann bist du erstrecht down). Sieht manchmal dämlich aus, hilft mir aber manchmal. :)

Jedenfalls solltest du aber mal versuchen die Pille wechseln.

von Lubally am 09.02.2011 um 18:41 Uhr
Du sprichst mir so von der Seele. Vor allem, dass du am schlimmsten die Streits mit den Liebsten oder Autoritätspersonen findest!
Wenn mein Freund nur mal ein bisschen böse ist oder lauter mit mir redet, schießen mir die Tränen in die Augen und ich muss weinen.
Es ist einfach richtig nervig.
Und wenn ich früher mal Ärger bekommen habe von einem Lehrer, habe ich zuhause immer daran gedacht und auch total geheult...

Und jetzt wo du es sagst... seitdem ich die Pille nehme, ist es noch schlimmer.

Ich habe leider noch nichts gefunden, was mir dabei hilft. Erst im Nachhinein denke ich mir immer: "Deswegen hättest du nun wirklich nicht weinen müssen!"

Aber dir viel Glück :)

von Themis92 am 10.02.2011 um 14:33 Uhr
Mir gehts genauso, ist richtig nervig. Mir hilfts oftmals wenn ich dann irgendeinen gegenstand genau angucke, sozusagen richtig analysiere, und mir dabei denke :
" Wo ist da jetzt der grund rumzuheuln?"
Das schlimme ist bei mir wenn ich kurz vorm losheulen bin, oder eine träne schon da ist, und dann fragt mich jemand was los ist. Dann muss ich erstrecht anfangen und dann hörts auch so schnell nicht wieder auf.
Das war bei mir auch schon immer so, ich hab sogar als ich 1-2 jahre alt war bei weihnachtsliedern angefangen zu heuln...
von mimily am 11.02.2011 um 21:50 Uhr
ach gooott, das kenn ich zu gut Themis92.
bei mir ist es in jeder emotionaleren lage so..wenn ich traurig(klar), sehr glücklich, und was mich am meisten nervt,wütend bin.
ist schon immer so gewesen. bin heute 20 und das geht schon seit 20 jahren so. ich denk wir reagieren einfach emotionaler als andere, was ja leicht als schwäche abgetan und falsch verstanden wird. ich denk aber nicht, dass es besser wird wenn man sich unter druck setzt und denkt" woah, fang jetz bloß nicht wieder an zu heulen!". manchmal halt ich in unpassenden situationen einfach die klappe, beiß kurz die zähne zam, dann gehts wieder.
ja die pille würd ich auch eventuell wechseln oder aufn nuvaring umsteigen,hat bei mir keinerlei nebenwirkungen
von Calypsa284 am 18.02.2011 um 15:23 Uhr
Hab grad eben auch eine diskussion mit dem thema gestartet.
Am meisten ärgert mich, dass ich nicht einmal meinem Chef sagen kann, wie ich die ein oder andere Reaktion von ihm finde, denn dann würde ich direkt losheulen und das wär mir jetzt zu peinlich (hab schon zweimal vor ihm geheult wegen nem kollegen was mir end peinlich war!)
das behindert mich auch richtig, habe ich das gefühl. wenn meine weinerlichkeit nicht wäre, könnte ich manche sachen viel besser klären.
von startraveller am 24.08.2018 um 21:54 Uhr
So, jetzt haben wir bereits 2018 - also etwas verspätet, aber für Interessierte die auf diese Seite stoßen wollte ich noch einen kleinen Beitrag leisten. Ich habe einen Klavierschüler der jetzt um die 15 Jahre alt ist und auch schon immer unter extremer Weinerlichkeit leidet - sein Vater hatte mir wärend einer Autofahrt erzählt, dass er selbst als Kind auch so war und kann schlecht mit dem Hang zur Weinerlichkeit seines Sohnes umgehen. Ich riet ihm in diesem Fall der Sache keine negative Bedeutung beizumessen, da sie ja zu ihm Gehört und er bislang aus eigener Kraft eh nichts daran ändern kann und ausserdem niemandem damit schadet. Ich selber freue mich über diesen sensiblen feinen Kerl, da er momentan dabei ist ein toller Junger Musiker zu werden.

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