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Diebstahl?

Arbeitsrecht: Kündigung wegen Maultaschen-Klau

Arbeitsrecht: Kündigung wegen Maultaschen-Klau

Maultaschen, Frikadellen, Brotaufstrich und Pfandbons – das sind alles Dinge, die einen Arbeitnehmer den Job kosten können. Zumindest wenn er sie ohne Einwilligung des Chefs mit nach Hause nimmt. Kündigungen wegen Diebstahl am Arbeitsplatz finden sich zurzeit fast wöchentlich in den Schlagzeilen. Fast immer geht es hier um Kleinigkeiten.

Kündigung wegen Mundraub
Kündigung wegen Lebensmitteln?

Aktuell sorgt der Fall einer 58-jährigen Altenpflegerin für Furore. Sie entwendete 6 Maultaschen aus dem Seniorenheim und kassierte dafür die fristlose Kündigung. Auch der Fall einer Sekretärin, die eine Frikadelle vom Buffet ihres Chefs naschte, landete vor Gericht. Wegweisend im Fall solcher Bagatell-Delikte gilt ein Fall von 1984. Hier wurde die fristlose Kündigung einer Bäckereifachverkäuferin vom Gericht als rechtens bestätigt – die hungrige Angestellte hatte Bienenstich aus der Auslage gegessen.

Kündigungen sind rechtens

Auch wenn es sich bei diesen Delikten meist um einen sehr geringen Wert drehte, bekommen Arbeitgeber vor Gericht immer wieder recht. Ausschlagend ist nämlich nicht der finanzielle Wert der gestohlenen Güter, sondern das zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen Chef und Angestellten. Diebstahl ist eben Diebstahl.

Doch das sehen nicht alle Deutschen so – viele Arbeitsrechtler plädieren mittlerweile für mehr Verhältnismäßigkeit. Man müsse Unterschiede zwischen einem böswilligen Dieb und einem Arbeitnehmer machen, der aus Versehen einen Kugelschreiber einsteckt. Außerdem sei zu überlegen, ob in manchen Fällen die fristlose Kündigung der beste Weg ist – schließlich behebe oftmals bereits eine Abmahnung das Problem.

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