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Do`s & Don`ts

Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeier

Eine betriebliche Weihnachtsfeier ist in vielen Firmen und Unternehmen mittlerweile zu einem beliebten Ritual geworden. Kurz vor dem Jahresende trifft man sich mit seinen Kollegen und Vorgesetzten in ungezwungener Atmosphäre, um das Jahr Revue passieren zu lassen und gemeinsam zu feiern. Doch wie sehen die arbeitsrechtlichen Aspekte einer solchen Weihnachtsfeier aus? Mit diesen Do’s und Don’ts umschiffst Du jedes Fettnäpfchen.

Wohl kaum ein geschäftlicher Termin ist so umstritten wie die alljährliche Weihnachtsfeier auf der eigenen Arbeitsstelle: Während der eine Arbeitnehmer auf dieses besondere Ereignis hinfiebert, bei dem man seine Kollegen mal von einer anderen Seite kennenlernen kann, bekommt der andere schon Wochen vorher Bauchschmerzen, weil er sich vor einem peinlichen Fehltritt fürchtet oder derartige Betriebsfeiern einfach gezwungen und langweilig findet. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um einen aufregenden Ausflug in einen Kletterpark, ein gemütliches Essen im Restaurant oder nur ein gemeinsames Sit-in im Büro handelt: Fallstricke lauern leider überall. Doch wie ist eine Weihnachtsfeier eigentlich arbeitsrechtlich geregelt? Besteht Anwesenheitspflicht? Und muss man aufgrund seines Verhaltens womöglich sogar Konsequenzen befürchten?

Muss man an einer Weihnachtsfeier teilnehmen?

The same procedure as every year! Jedes Jahr im Oktober und November trudeln in den meisten Betrieben im E-Mail-Postfach plötzlich die Einladungen zur betrieblichen Weihnachtsfeier ein. Für viele Arbeitnehmer beginnt damit eine Zeit des Grübelns, schließlich ist nicht jeder Angestellte von dem Gedanken angetan, auch noch einen freien Abend mit dem peniblen Chef oder dem nervigen Schreibtischnachbarn zu verbringen.

Feuchtfröhliche Weihnachtsfeier
Weihnachtsfeier: So umschiffst Du alle Fettnäpchen

Für all jene gibt es Grund zum Aufatmen: Eine Anwesenheitspflicht gibt es auf einer Weihnachtsfeier in der Regel nicht. Schließlich sind derartige Veranstaltungen weder im Arbeitsrecht noch in den meisten individuellen Arbeitsverträgen geregelt. Vielmehr handelt es sich bei dem fröhlichen Beisammensein in ungezwungener Runde um eine besondere Anerkennung der Geschäftsführung oder der Abteilungsleitung, um den Mitarbeitern für die im Jahr geleistete Arbeit zu danken und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Zwar kann es aus diesem Grund einen guten Eindruck machen, wenn man sich nicht grundlos absondert, aber einen Zwang zur Weihnachtsfeier gibt es nicht. Wer sich bei einem solchen Fest unwohl fühlen würde oder einen anderen Termin hat, hat bei einer Absage also keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu befürchten. Einen Nachteil könnte eine Absage aber dennoch haben: Fällt die Weihnachtsfeier in die reguläre Arbeitszeit, müssen diejenigen, die nicht mitfeiern wollen, selbstverständlich weiter ihrer Arbeit nachgehen.

Ein Recht auf eine Weihnachtsfeier gibt es nicht

Für die Freunde der Weihnachtsfeier hat die fehlende juristische Verankerung im Arbeitsrecht definitiv einen Nachteil: Da es sich um eine freiwillige Leistung durch den jeweiligen Vorgesetzten handelt, hat ein Arbeitnehmer keinerlei Anspruch auf eine Feier, wenn der Chef keine veranstalten möchte. Aus diesem Grund haben die Arbeitnehmer auch kein Mitspracherecht bei der Gestaltung und Planung des Ereignisses, wenn es der Vorgesetzte nicht wünscht. Diese Regelung gilt selbst für den Betriebsrat. Hat sich der Chef hingegen dazu entschlossen, eine Weihnachtsfeier zu veranstalten, muss er aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes, der im Arbeitsrecht verankert ist, auch sämtliche Mitarbeiter zu dem gemeinsamen Fest einladen. Unliebsame Kollegen aus welchen Gründen auch immer von der Feier auszuschließen, ist demnach unzulässig.

Der Knigge für die betriebliche Weihnachtsfeier

Mit seinen Kollegen und Vorgesetzten einmal etwas lockerer umgehen zu können, ist für viele Angestellte einer der positiven Aspekte einer Weihnachtsfeier. Allerdings solltest Du es dabei aus eigenem Interesse nicht übertreiben. Da es sich bei dem Fest um eine betriebliche Veranstaltung handelt, gelten auch weiterhin arbeitsvertragliche Pflichten. Einen Kollegen oder sogar den Chef persönlich zu beleidigen oder sexuell zu belästigen, kann daher schwerwiegende arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. So hielt beispielsweise das Landesarbeitsgericht Hamm im Jahr 2004 eine Beleidigung des Vorgesetzten auf einer Weihnachtsfeier für so einen groben Verstoß gegen den Arbeitsvertrag, dass es eine darauf folgende fristlose Kündigung für wirksam erklärte. Von der Ermahnung über die Abmahnung bis hin zur fristlosen Kündigung stehen dem Vorgesetzten also alle arbeitsrechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung, wenn ein Arbeitnehmer auf der Weihnachtsfeier über die Stränge schlägt. Freundlichkeit und Höflichkeit ist demnach auch bei größter Feierlaune angebracht.

Bin ich auf einer Weihnachtsfeier gegen Unfälle versichert?

Zwar ist der gemeinsame Abend in einem gemütlichen Restaurant noch immer die klassische Variante einer Weihnachtsfeier, doch inzwischen versuchen viele Arbeitgeber, ihren Angestellten zu diesem Anlass etwas Besonderes zu bieten. Gerade bei sportlichen Angeboten wie einem Besuch im örtlichen Kletterpark oder einer gemeinsamen Fußballpartie in der Indoor-Soccer-Halle ist eine gewisse Verletzungsgefahr allerdings gegeben. Rechtliche Sorgen muss sich der Arbeitnehmer deswegen allerdings nicht machen: Da die Weihnachtsfeier als betriebliche Veranstaltung gilt, wird die Feier selbst sowie der direkte Hin- und Heimweg von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt. Auch die Vorbereitung des Festes fällt darunter. Sobald der Chef die Veranstaltung jedoch offiziell für beendet erklärt und den Veranstaltungsort verlassen hat, verfällt für Angestellte, die danach noch weiterfeiern wollen, auch der Versicherungsschutz. Ereignet sich dann noch ein Unfall, ist dieser nicht als Arbeitsunfall anzusehen. Dass auf einer Weihnachtsfeier eventuell Alkohol getrunken wird, ist hingegen nicht unbedingt ein Grund, dass der Versicherungsschutz automatisch verfällt. Allerdings solltest Du Dir dabei selbst Grenzen setzen. Ist ein Unfall z. B. auf dem Nachhauseweg allein auf Deinen Alkoholgenuss zurückzuführen, erlischt der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Eine Weihnachtsfeier kann zwar für alle Beteiligten ein erfüllendes Erlebnis sein, das den Zusammenhalt in einem Unternehmen stärkt. Allerdings bietet eine feuchtfröhliche Veranstaltung zum Jahreswechsel auch einige Fallstricke und Fettnäpfchen, die eventuell sogar arbeitsrechtliche Konsequenzen haben können. Mit unseren Tipps kannst Du solche Sorgen glücklicherweise im Handumdrehen über Bord werfen und Deine Weihnachtsfeier in vollen Zügen genießen.

Bildquelle: © stk80264cor / Stockbyte / Thinkstock

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