Berufsaussichten für Übersetzer

Frage: Hallo Steffi! Mein Traum seit Kind an ist, einmal Übersetzerin zu werden. Ich liebe Sprachen und demnach auch, Texte in andere Sprachen zu übersetzen. Ich habe nie daran gezweifelt, je einen anderen Beruf ausüben zu wollen. Sicherlich habe ich mich auch in anderen Berufen informiert, aber letzten Endes blieb ich immer bei der Übersetzung. Letztens sagte eine Freundin zu mir, Übersetzer hätten keine Zukunftschancen, wenn ja, dann sollte man mindestens 5 Sprachen sprechen können. Kannst du mir helfen? Ich bin gerade am Verzweifeln, durchsuche alle Tipps und Seiten im Internet. Ich weiß, daß es mein Traumberuf ist, aber muß ich mir wirklich Sorgen darum machen, daß ich später nur Brot verdiene und mir ein anderes Studienfach aussuchen muß?

Antwort: Hallo,

grundsätzlich sind die Berufsaussichten für Übersetzer in Deutschland so gut wie in keinem anderen Land – nirgendwo wird soviel übersetzt wie hier. Zudem befindet sich der Übersetzungsmarkt nach wie vor im Wachstum und bietet selbst in Krisenzeiten relativ sichere Jobs.

Keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft müssen sich Konferenzdolmetscher machen, die sehr gefragt und außerordentlich gut bezahlt sind. Allerdings zählt der Beruf des Konferenzdolmetschers (nach dem Düsenjetpilot und Fluglotsen) zu den stressreichsten Berufen überhaupt.

Für Übersetzer, die im Gegensatz zum Dolmetscher schriftliche Übersetzungen anfertigen, sieht die Auftragslage schon etwas schwieriger (jedoch keineswegs hoffnungslos) aus. Sie müssen sich aktiv um Aufträge bemühen und sehr viel Eigeninitiative zeigen: Die Mehrheit der Übersetzer in Deutschland ist freiberuflich tätig. Schätzungen zufolge sind nur 20 Prozent von ihnen fest angestellt. Reich wird man als Übersetzer in der Regel nicht, wobei Fachübersetzer meist etwas mehr verdienen als solche, die Literatur übersetzen. Doch es ist durchaus möglich, als Übersetzer über die Runden zu kommen – zumal dann, wenn man den Beruf mit Freude ausübt! Und Du wirkst sehr überzeugt in Deinem Wunsch, Übersetzerin zu werden.

Was die Anzahl der Sprachen angeht, kann ich Dich beruhigen: Es ist nicht notwendig, fünf oder mehr Sprachen zu beherrschen, um als Übersetzer arbeiten zu können. Gefordert werden lediglich drei Sprachen, wobei zwischen A-Sprache (Muttersprache), B-Sprache (Fremdsprache, die auf Muttersprachler-Niveau beherrscht wird) und C-Sprache (passive Sprachkenntnisse) unterschieden wird. Dennoch ist es sicherlich richtig, dass jede weitere Sprache, die ein Übersetzer oder Dolmetscher beherrscht, die Berufsaussichten verbessert. Im Zweifel geht jedoch immer Qualität vor Quantität – denn gerade bei schriftlichen Übersetzungen ist ja vor allem große Genauigkeit im Ausdruck gefragt.

Leider hast Du nicht erwähnt, auf welche Sprachen Du Dich gerne spezialisieren würdest. Sicher ist es hilfreich für Dich zu wissen, dass Übersetzer und Dolmetscher nach wie vor besonders für die „großen“ Sprachen Englisch und Französisch gefragt sind, aber auch die osteuropäischen Sprachen wie zum Beispiel Russisch werden immer wichtiger. Schwieriger haben es dagegen die so genannten „Orchideensprachen“, also Minderheitensprachen, bei denen die Auftragslage nicht konstant ist.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen und Dich ermutigen, Deinen Berufswunsch in die Tat umzusetzen! Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg.


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