Wenn das Privatleben die Karriere killt

Im Gegensatz zu anderen Ländern werden in Deutschland Politiker-Karrieren in der Regel nicht vom Privatleben der jeweiligen Damen und Herren zu Fall gebracht – solange eine gewisse Grenze nicht überschritten wird.

Christian von Boetticher stolperte über sein Privatleben.

Stolperte über sein Privatleben: Christian von Boetticher

Eigentlich rühmen wir Deutschen uns gerne damit, dass wir in einem Land leben, in dem das Privatleben unserer Politiker nichts mit ihrer öffentlichen Karriere zu tun hat. Ob ein Kanzler jetzt in der dritten oder vierten Ehe lebt, ein Bundespräsident eine 20 Jahre Jüngere ehelicht oder ein Außenminister bekennender Homosexueller ist, spielt in der öffentlichen Diskussion um seine politischen Leistungen keine Rolle. Und das ist auch gut so! Vermutlich könnte sich hierzulande der Präsident auch in seinem Büro mit einer Praktikantin vergnügen – er würde es damit zwar ein paar Tage lang in die Klatschpresse schaffen, aber wahrscheinlich würde niemand von ihm verlangen, deswegen seine Ämter niederzulegen.

Doch irgendwo scheint es doch eine moralische Grenze zu geben, wie der schleswig-holsteinische Ex-Spitzenpolitiker Christian von Boetticher unlängst erfahren musste. Als 39-Jähriger hatte er eine Beziehung mit einer 16-Jährigen gehabt – und stolperte jetzt über diese Liaison. Die Frage ist: Warum? Rechtlich gesehen stellt diese Liebe kein Problem dar, aber anscheinend hat sie moralisch betrachtet die unsichtbare Grenze überschritten, die hierzulande Privatleben und (öffentliche) Karriere trennt.

Vermutlich ist Christian von Boettichers Karriere aber durch seinen privaten Skandal nicht komplett zerstört worden, sondern nur auf Eis gelegt, bis öffentliches Gras über die Sache gewachsen ist. Schließlich erwartet man ja auch Karl-Theodor zu Guttenberg früher oder später wieder zurück auf der politischen Bühne.

Bildquelle: facebook/christian von boetticher


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Was denkst du?

  • Froeschlein99 am 16.11.2011 um 16:18 Uhr

    Der Job darf nicht ins Privatleben übergreifen. Punkt Aus! Kein Chef hat das Recht in die Privatsphäre seiner Angestellten einzugreifen.

    Antworten
  • Raindrop55 am 19.10.2011 um 16:04 Uhr

    Das darf einfach nicht passieren. Privat ist privat! Da gibt es keine Kompromisse

    Antworten
  • vivaclara am 26.09.2011 um 09:36 Uhr

    Ich fand den Altersunterschied einfach zu krass. Aber naja, muss halt jeder selsbt wissen.

    Antworten
  • pionista am 24.08.2011 um 07:52 Uhr

    tja, wieso wohl immernoch soviele leute gedankenlos mit facebook & co umgehen?

    Antworten
  • Nachtkatze am 20.08.2011 um 19:54 Uhr

    es war in gegenseitigem einvernehmen. wenn es ihr damit schlecht gegangen wäre, hätte das doch die familie oder der freudneskreis gemerkt und hätte einschreiten können. natürlich ist es irgendwie "anders" als normal und kann in bestimmten fällen auch grenzwertig sein. aber wenn es doch anscheindend allen gut damit ging - wo ist das problem?

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  • Orangina82 am 19.08.2011 um 12:41 Uhr

    Ich finde dieses ganze Dilemma moralisch auch ein wenig grenzwertig, aber gleich seinen Job zu verlieren, ist doch übertrieben. Da finde ich das Beispiel Guttenberg doch schon gravierender

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