Forstwissenschaft als Frau?

Frage: Hallo, lohnt es sich Forstwissenschaften/Ökologie/Agrarwissenschaften als Mädchen zu studieren? Oder sind viele “Chefs” immer noch so konservativ, wie ich es vermute? Eine Werkzeugmacherin in unserem Gebiet hat drei Jahre lang an einer Azubi-Stelle gesucht, obwohl sie einen Realschulabschluss mit Qualifikation und 2,0 Durchschnitt hat! Ich habe Angst, dass ich nach meinem Studium auf die Nase falle. Ich könnte mich selbstständig machen, aber ich bin unsicher was das angeht.

Antwort: Hallo,

es stimmt, dass Land- und Forstwirtschaft nach wie vor als Männerdomäne angesehen wird. Trotzdem gibt es auch in diesen Branchen mittlerweile einen Wandel, der für bessere Berufschancen der Frauen sorgen soll. Immerhin ist ein Viertel der aktuellen Forstwissenschaftsstudenten weiblich.

Was die traditionelle Forstwirtschaft angeht, sind die Berufsaussichten für beide Geschlechter momentan nicht unbedingt positiv. Durch den technischen Wandel fallen viele Stellen weg und im gehobenen Forstdienst werden kaum neue Arbeitskräfte eingestellt. Dadurch, dass sich Frauen in der Forstwirtschaft aber als sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Arbeitsstrukturen zeigen, kommen sie vor allem in privaten Betrieben unter. Für Erfahrungsberichte schau Dich doch mal auf forstfrauen.de um.

In der Forstwirtschaft werden Frauen bei gleicher Qualifikation nicht direkt benachteiligt, aber es mag sicherlich noch einige konservative Chefs geben, die noch nicht mit Frauen zusammen gearbeitet haben und deshalb skeptisch sind. Ich denke jedoch, dass Dich das nicht von Deinem Wunschstudium abhalten sollte. Mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein ist es für Frauen eigentlich kein Problem mehr, sich gegen männliche Mitbewerber durchzusetzen. Man darf sich von den überwiegend männlichen Kollegen eben nur nicht einschüchtern lassen.

In der Agrarwirtschaft sieht es sogar noch ein bisschen besser aus. Fast 40 Prozent der Arbeitskräfte in diesem Bereich sind mittlerweile Frauen. Interessant für Dich ist da vielleicht die Broschüre Frauen in der Landwirtschaft.

Selbstständigkeit ist natürlich eine Möglichkeit, aber auch eine, die jede Menge Herausforderungen darstellt. Grundsätzlich würde ich Dir raten, erst einmal ein paar Jahre Berufserfahrung zu sammeln, bevor Du Dich selbstständig machst.

Also, auch wenn der Anteil der Frauen im Bereich Forstwissenschaften/Ökologie/Agrarwissenschaften im Vergleich immer noch gering ist, sollte Dich das nicht von Deinem Berufswunsch abhalten. Schließlich wird die Situation momentan ständig verbessert. Außerdem kommt es auch immer darauf an, wie man den Begriff Forst- und Landwirtschaft definiert. Die Vorurteile kommen oft daher zustande, dass man Frauen die körperliche Arbeit und den Umgang mit den Maschinen nicht zutraut. In der Forschung und in den gehobenen Laufbahnen gibt es jedoch auch viele andere Tätigkeitsfelder, in denen Frauen nicht benachteiligt werden und erfolgreich arbeiten.


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