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Falsche Bescheidenheit

Gehaltsschere: Warum Frauen noch immer weniger verdienen als Männer

Gehaltsschere: Warum Frauen noch immer weniger verdienen als Männer

Nach wie vor werden Frauen im Job schlechter bezahlt als Männer. Selbst wenn Gleichberechtigung heutzutage kaum noch ein Thema ist – was den Anteil an hohen Bildungsabschlüssen angeht, sind Mädchen und Frauen inzwischen in der Überzahl – bleibt die Gehaltsschere bestehen. Der Studentenspiegel 2010 legt nahe, dass Frauen durch allzu große Bescheidenheit selbst dazu beitragen, dass ihr Gehalt noch immer niedriger ist als das der männlichen Kollegen.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne sie. Das zeigt die Studenten-Umfrage des Spiegel ganz deutlich. Das zentrale Ergebnis lautet: Frauen werden vor allem deshalb schlechter bezahlt als Männer, weil sie von Anfang an weniger fordern.

Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als Männer.

Auf die Frage, welches Gehalt sich die Studentinnen und Studenten für ihren Berufseinstieg vorstellen, gingen die Aussagen von Frauen und Männern signifikant auseinander. Während Studentinnen im ersten Vollzeitjob mit einem Verdienst von 2877 Euro Brutto rechnen, gehen ihre männlichen Kommilitonen von 3456 Euro, also satten 20 Prozent mehr aus. Und das selbst dann, wenn sie das gleiche Fach studieren und damit eigentlich die gleichen Voraussetzungen mitbringen. Wie unterschiedlich Frauen und Männer ihren eigenen Marktwert einschätzen, macht auch folgendes Ergebnis der Studentenbefragung deutlich: In den meisten Fächern erwarten selbst die schlechtesten 25 Prozent der Männer immer noch mehr Gehalt als die 25 besten Prozent der Frauen. Und das macht sich später auf dem Gehaltszettel bemerkbar.

Denn wer gute Leistungen im Studium bringt, hat noch lange keine Garantie dafür, dass diese auch im Job angemessen belohnt werden. Die Rechnung ist ganz einfach: Wer wenig fordert, der wird auch wenig bekommen. Im Gehaltspoker zeigen sich Frauen größtenteils bescheiden und wenig selbstbewusst. Während Männer selbstbewusst eine Zahl nennen und darauf verweisen, was sie einem Unternehmen bieten können, trauen Frauen sich oft nicht, allzu hohe Forderungen zu stellen. Meist wird das vorgeschlagene (und oft durchaus ausbaufähige) Gehalt einfach akzeptiert.

Bewerbung: Frauen sind viel zu bescheiden

Bereits in der Bewerbung neigen Frauen dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Nicht selten lassen sie Details weg, die sie für unwichtig halten, die für Personaler aber oft eine wichtige Rolle spielen: Ein Nebenjob, eine ehrenamtliche Tätigkeit oder gar ein Stipendium. Männer dagegen verstehen es meist besser, sich zu verkaufen. „Ein Mann schreibt rein, wenn er drei Monate mit dem Rucksack durch Kalifornien gereist ist. Eine Frau macht das nur, wenn sie dort auch ein Sprachzertifikat erworben hat", wird die Psychologin Ulrike von Driesch von Spiegel online zitiert.

Zudem trauen Frauen sich oft weniger zu und bewerben sich nur auf Stellen, deren Anforderungsprofil sie vollständig erfüllen. Dabei sollte man sich vor Augen führen, dass Stellenausschreibung stets einen Idealkandidaten beschreiben, und dass kaum jemand alle Fähigkeiten mitbringen wird, die hier gefordert werden. Im Vorstellungsgespräch legen Frauen dann schnell schonungslos offen, welche Voraussetzungen ihnen für die Position fehlen. Männer dagegen sagen viel häufiger: Ich kann das lernen.

Gerne wird die Schuld für die unterschiedlichen Gehälter von Frauen und Männern auf die Unternehmen geschoben – und sicher gibt es in diesem Bereich tatsächlich noch viel Gleichberechtigungsarbeit zu leisten. Und doch: Zu einem Großteil sind wir Frauen selbst dafür verantwortlich, dass wir noch immer weitaus weniger verdienen als Männer. Es wird also Zeit, endlich Schluss zu machen mit dem Understatement. Stehen wir endlich zu dem, was wir können und fordern wir das, was wir wert sind!

Wie seht ihr das? Habt ihr auch das Gefühl, dass wir Frauen uns viel zu oft unter Wert verkaufen? Wie geht ihr selbst damit um – vermarktet ihr euch selbstbewusst oder erkennt ihr auch an euch häufig die typisch weibliche Bescheidenheit?

 

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