Gehälter

Selbst Schuld an der Gender-Pay-Gap?

Selbst Schuld an der Gender-Pay-Gap?

Dass Frauen im Schnitt bis zu 21 Prozent weniger verdienen als Männer, wissen wir – übrigens einer der schlechtesten Werte in Europa. Warum das so ist, darüber will uns jetzt das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) aufklären. Laut den Forschern ergibt sich die Lohn-Lücke, die sogenannte Gender-Pay-Gap, vor allem aus individuellen Entscheidungen der Frauen, nicht aus der Diskriminierung durch die Unternehmen – achso..

Laut dem IW arbeiten Frauen hauptsächlich in Niedrig-Lohn-Bereichen und nur sehr wenig in Hoch-Lohn-Branchen. Mehr als drei Viertel aller Stellen in den schlecht entlohnten Sektoren, etwa Erziehung und Unterricht sowie Gesundheits- und Sozialwesen, seien von Frauen besetzt. In den Branchen, die gutes Gehalt versprechen, wie dem verarbeitenden Gewerbe, seien es nicht einmal drei von zehn.

Frauen verdienen bis zu 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Frauen verdienen bis zu 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Rein private Entscheidungen über Karriere

Zudem entschieden sich Frauen eher für kleinere Betriebe. Die aber zahlen tendenziell schlechter als die großen. Frauen würden außerdem seltener Führungspositionen besetzen und häufiger in Teilzeit arbeiten. Und weil sie in der Regel die Kindererziehung übernehmen, fehlt es ihnen danach an Berufserfahrung – auch das drückt natürlich den Lohn und vertieft die Gender-Pay-Gap. Für das IW sind das alles rein private Entscheidungen über Karriere und Familie.

Dem Gesetz zu mehr Lohngerechtigkeit von Familienministerin Manuela Schwesig könnte das den Wind aus den Segeln nehmen, so der Gedanke der IW-Forscher. Aber so einfach lässt die sich zur Kursänderung nicht bewegen. Laut Schwesig's Vorschlag sollen Beschäftigte Auskunft über das Gehalt ihrer Kollegen bekommen, das soll zu mehr Wettbewerb führen.

Keine Angst vor Gehaltsverhandlungen!

Wenn Frauen die Kindererziehung übernehmen, fehlt ihnen die Arbeitserfahrung.
Wenn Frauen die Kindererziehung übernehmen, fehlt ihnen die Arbeitserfahrung.

Aus Politik und Wirtschaft bekommt das IW scharfen Gegenwind: Selbst Frauen mit gleicher Qualifikation auf vergleichbaren Stellen würden sieben Prozent weniger verdienen als ihre Kollegen. Denn die Lohnlücke komme durch verkrustete Strukturen zustande, und die müssten aufgebrochen werden, damit mehr Gleichstellung erreicht werde.

Auch die Gewerkschaften widersprachen dem IW und sehen Politik und Tarifparteien in der Pflicht. Laut dem Berliner DIW-Institut kommen Männer viel leichter in Führungspositionen. Immerhin ist traditionell nicht der Mann, sondern die Frau für die Pflege von Angehörigen und Kindern verantwortlich. Karriere und Familie zu vereinbaren, ist für Männer also sehr viel einfacher.

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Frauen sei gesagt: Kuscht nicht vor Gehaltsverhandlungen! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wer nicht sagt, was er will, der bekommt auch nicht, was er will. Männer machen die Arbeit nicht besser, sie haben nur bessere Verhandlungstaktiken. Laut Studien feilschen Männer am Arbeitsplatz deutlich erfolgreicher als Frauen. Dabei sind Ängste, den Lohn zu hinterfragen, in den seltensten Fällen begründet.

 

Bildquelle:

iStock/Pinkypills, iStock/Image_Source, iStock/gomita007

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