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Laut Psychologen

Selbstverliebt? Warum wir uns in Video-Calls immer nur selbst anschauen

Selbstverliebt? Warum wir uns in Video-Calls immer nur selbst anschauen

Noch nie waren Video-Chat-Apps wie Zoom, Skype und Google Hangouts so beliebt wie jetzt. Egal, ob für Meetings oder Privatgespräche, dank ihnen können wir Kollegen, Freunde und Familie wenigstens auf dem Bildschirm sehen. Paradoxerweise neigen aber viele dazu, beim Gespräch die ganze Zeit nur auf sich selbst zu starren. Hat uns die aktuelle Krise etwa zu selbstverliebten Narzissten gemacht? Zum Glück nicht: Psychologen haben drei Erklärungen für das weitverbreitete Phänomen.

#1 Dein Anblick ist für dich ungewohnt

Je nach Chat-App und Einstellung siehst du dich bei Gesprächen ganz anders als sonst. Wir kennen vor allem unser Spiegelbild, indem wir uns natürlich auch spiegelverkehrt sehen. Bei vielen Smartphone-Kameras ist das aber anders, denn sie zeigen uns, wie wir „wirklich“ aussehen. Dieser Anblick kann uns so sehr verwirren, dass wir die ganze Zeit auf uns selbst fixiert sind, weil irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Im britischen Nachrichtenmagazin Metro ergänzt die Psychologin Karen Kwong außerdem, dass der extrem weite Kamerawinkel von vielen Smartphones zusätzlich dazu beiträgt, dass unser Gesicht leicht verzerrt wirkt: „Daher ist es völlig natürlich, neugierig zu sein und sich anstarren zu wollen. Und wenn du ein bisschen unsicher bist oder körperliche Komplexe hast, wird das deine Unsicherheit noch verschärfen.“

Selbst wenn du dir nicht abgewöhnen kannst, ständig auf dein Bild zu schauen, kannst du mit unseren Tipps im Video mehr aus deinen Zoom-Calls rausholen: 

 

#2 Du reagierst auf die Reizüberflutung

Egal, ob WhatsApp, Google Hangouts oder Zoom: Viele Programme ermöglichen es inzwischen, alle Gesprächsteilnehmer in einer Kachelansicht gleichzeitig zu sehen. Das hat den Vorteil, dass die Reaktionen von allen gleichermaßen sichtbar werden. Allerdings fällt es so auch schwer, sich immer nur auf die Person zu konzentrieren, die gerade spricht. Aufgrund dieser Reizüberflutung ist die Fixierung auf das eigene Bild verständlich, wie der Psychologe Andrew Franklin im Magazin Insider erklärt. In normalen Gesprächen können wir Informationen aufgrund der Körpersprache der anderen besser deuten. In Videocalls sehen wir stattdessen nur einen kleinen Ausschnitt, was es für uns schwieriger macht, alle anderen wirklich zu verstehen. Anstatt also zu versuchen, die Gesichter aller anderen zu interpretieren, befreien wir uns aus der stressigen Gesprächssituation, indem wir uns einfach auf uns selbst fokussieren.

#3 Du denkst, alle schauen auch auf dich

Laut dem Psychologen Franklin gibt es noch einen weiteren Grund für unsere Fixierung auf uns selbst. Sobald wir uns neben den anderen Gesprächsteilnehmern auf dem Bildschirm sehen, wird uns bewusst, dass wir beobachtet werden – zumindest denken wir das. Franklin bezeichnet das Phänomen als „imaginäres Publikum“: Wir denken, dass jede Bewegung genau von allen anderen wahrgenommen wird. Tatsächlich sind wir zwar sichtbar, aber auch die meisten anderen Teilnehmer achten in der Regel nur auf die Person, die gerade spricht – oder auch auf sich selbst.

Es gibt also keinen Grund zur Beunruhigung, wenn du dich in Video-Chats mehr anschaust als deine Gesprächspartner. Zudem sollte uns diese Erkenntnisse auch lockerer machen: Deine nicht ganz perfekte Frisur, deine Stirnfalte oder ein nerviger Pickel werden dir immer viel mehr auffallen als allen anderen. 

Bildquelle:

Getty Images/Delmaine Donson

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