Worauf achten Personalchefs?

Hallo,

Das ist eine gute und wichtige Frage, die Du stellst. Denn oft wundert man sich, dass manche Bewerber mit Spitzennoten Ewigkeiten nach einem Job suchen, während andere mit vermeintlich schlechteren Voraussetzungen das Rennen machen. Daraus lässt sich bereits ablesen, dass Noten allein keineswegs alles sind. Doch fangen wir von vorn an. Die Eignung eines Bewerbers wird in der Regel in zwei Schritten abgeklopft: in der schriftlichen Bewerbung und, wenn es dazu kommt, dem Bewerbungsgespräch.

Wenn eine Bewerbung bei einem Personaler auf dem Tisch landet, geht es in der Tat erst einmal um die „harten Fakten“, wie Du schon sagst. Denn natürlich müssen für jede Stellenausschreibung gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Gute Noten spielen dabei durchaus eine wichtige Rolle, sind aber niemals alleine entscheidend. Ein hervorragendes Zeugnis lässt darauf schließen, dass ein Bewerber nicht auf den Kopf gefallen ist, Ehrgeiz hat und Einsatz zeigt – für einen ersten Eindruck ist das sicherlich nicht das Schlechteste. Doch noch viel wichtiger sind Zusatzqualifikation und die berühmten „Soft Skills“. Denn einen Fachidioten, der seine Nase 9 Semester lang ausschließlich in Bücher gesteckt hat, möchte sich kein Unternehmen ins Haus holen.

Oberste Priorität haben Praktika und andere Nebentätigkeiten. Wer bereits Erfahrungen „on the job“ gesammelt hat, kann bereits erste Erfolge vorweisen und hat dementsprechend mehr anzubieten als ein Bewerber, der noch völlig „grün hinter den Ohren“ ist. Das kann ein eher mittelmäßiges Zeugnis durchaus aufwiegen. Umgekehrt verlieren gute Noten an Wert, wenn sie das Einzige sind, was ein Bewerber vorzuweisen hat. Gerade bei Hochschulabsolventen wird es heutzutage ohne erste Berufserfahrungen schwierig, einen Job zu finden. Für Personaler sind auch die dazugehörigen Arbeitszeugnisse sehr aufschlussreich. Aus ihnen lässt sich unter anderem herauslesen, welche Arbeitseinstellung ein Bewerber in einem Unternehmen an den Tag gelegt hat und ob er in guter Erinnerung geblieben ist.

Direkt an zweiter Stelle nach Praktika kommen Auslandserfahrungen, die bei Personalern sehr gern gesehen sind. Denn wer sich in einem fremden Land schon einmal alleine behauptet hat, gilt als kommunikationsstark und durchsetzungsfähig – und gute Fremdsprachenkenntnisse sind natürlich auch nicht zu verachten. Doch abgekoppelt von einem Aufenthalt im Ausland sollte die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen nicht überschätzt werden. Gutes Englisch ist heutzutage so gut wie jeder Bewerbung natürlich Pflicht; doch eine zweite oder gar dritte Fremdsprache ist zwar gern gesehen, entscheidet aber selten darüber, ob ein Bewerber eingeladen wird oder nicht (es sei denn, gewisse Sprachkenntnisse sind für die ausgeschriebene Stelle unabdingbar).

Weiterhin zählen die oben erwähnten „Soft Skills“, wie Teamfähigkeit, Kontaktfreudigkeit oder Zuverlässigkeit. Diese können etwa aus den Hobbys oder ehrenamtlichen Tätigkeiten hervorgehen. Wenn ein Bewerber Eindruck hinterlassen hat, wird er eingeladen – und dann geht es darum, das Profil auf Stimmigkeit zu überprüfen. Ist der Kandidat tatsächlich so kommunikationsstark wie er sich dargestellt hat, oder sitzt man plötzlich einer verschüchterten Person gegenüber? Kann er seine angepriesenen Fähigkeiten durch Anekdoten stützen?

Tatsächlich ist das Bewerbungsgespräch oft viel entscheidender als die schriftliche Bewerbung – diese muss zwar stimmen, damit man eingeladen wird. Im Gespräch selbst gilt es jedoch vor allem, als Person zu überzeugen und zu zeigen, dass man zum Unternehmen passt. Man sollte sich selbstbewusst präsentieren (auf eine offene Körpersprache achten!), gute Umgangsformen an den Tag legen und vor allem gut vorbereitet sein. Wer Schwächen im Lebenslauf hat, sollte hierfür gute Erklärungen parat haben – jetzt ist die Gelegenheit, sich von seiner besten Seite zu zeigen und eventuelle Defizite durch Sympathiepunkte wettzumachen.

Fazit: Gute Noten sind bei einer Bewerbung sicherlich nützlich, entscheiden aber selten alleine darüber, ob ein Bewerber eingeladen wird. Was zählt, sind in erster Linie Praktika, Auslandserfahrungen und vor allem – Persönlichkeit. Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen und wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Bewerbungen!


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