Zusatzqualifikation: Braucht man das?

Hallo Steffi,
ich habe vor kurzem eine kaufmännische Ausbildung begonnen. Mein Chef hat mir jetzt gesagt, dass ich neben meiner regulären Ausbildung noch Spanisch lernen soll, als Zusatzqualifikation, da ich die Sprache in der Schule nicht gelernt habe. Jetzt frage ich mich allerdings, ob ich das wirklich machen muss? Ich war noch nie gut darin, Sprachen zu lernen und sehe erst mal auch keinen Nutzen für mich, nur noch mehr Arbeit – und Vokabeln lernen…

Hallo,
ich kann nachvollziehen, dass Du Dir genau überlegen willst, eine neue Sprache zu lernen. Vokabeln immer und immer wieder zu wiederholen, bis sie wirklich sitzen, ist für viele nicht angenehm. Auch der Zeitaufwand ist sehr hoch, wenn man die Sprache am Ende wirklich gut beherrschen will. Doch eine Zusatzqualifikation kann für Deine spätere Karriere sehr wichtig werden. Aber zunächst einmal etwas Allgemeines über die Zusatzqualifikation:

Wie der Name schon sagt, ist eine Zusatzqualifikation ein Zusatz zu der normalen Ausbildung. Darunter fallen neben den Fremdsprachenkenntnissen beispielsweise auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse, EDV-Zertifikate, Techniklehrgänge oder Ausbildereignungsprüfungen. Insgesamt gibt es deutschlandweit rund 2.200 verschiedene Zusatzqualifikationen und alle dienen nur einem einzigen Zweck: Dich weiterzubilden und Deine beruflichen Chancen zu verbessern. Im Rahmen der Zusatzqualifikation sollst Du Erfahrungen und fachliche Kenntnisse sammeln, die über die normale Berufsausbildung hinausgehen und Dich von anderen Bewerbern abheben. Erwirbst Du eine Zusatzqualifikation, zeigst Du Deinem Arbeitgeber damit, dass Dich Dein Beruf wirklich interessiert und Du Dich engagierst.

Diese Rolle wird die Zusatzqualifikation auch spielen: Dein Chef hat dir wahrscheinlich das Angebot gemacht, weil er weiß, dass Du Spanisch im späteren Berufsleben gut gebrauchen kannst. Viele Unternehmen haben internationale Geschäftskunden. Für den Außenhandel wäre es damit von Vorteil, wenn Du die Sprache beherrschst und Dein Chef Dich gezielt einsetzen kann. Vielleicht spielt er schon mit dem Gedanken, Dich nach Abschluss Deiner Ausbildung zu übernehmen und Dich in diesem Bereich einzuteilen. Frag ihn doch einfach mal nach den Gründen, warum Du gerade diese Sprache lernen sollst.

Eine Zusatzqualifikation kannst Du übrigens auf verschiedenen Wegen erwerben. Manchmal besteht die Möglichkeit, eine Weiterbildung innerhalb des Ausbildungsbetriebs zu absolvieren – sogar ohne zeitlichen Mehraufwand. Natürlich heißt das auch nicht, dass Du Dich während dieser Zeit ausruhen kannst, denn am Ende musst Du eine Prüfung ablegen und bekommst ein Zertifikat bei Bestehen ausgehändigt. Dein Chef weiß also, wie Du Dich am Ende geschlagen hast und zwar besonders dann, wenn Du die Zusatzqualifikation in Deinem Ausbildungsbetrieb absolvierst.
Neben den Ausbildungsbetrieben selbst bieten aber auch Berufsschulen, Bildungsträger (wie Abendschulen oder Volkshochschulen), Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern das Erlernen einer Zusatzqualifikation an. Für die Teilnahme musst Du nur Deinen Ausbildungsvertrag vorlegen können. Auf jeden Fall solltest Du vor Beginn der Ausbildung mit Deinem Chef klären, ob er die Teilnahmegebühren für Deinen Kurs zahlt, denn leider ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, die Kosten für Deine Zusatzqualifikation zu übernehmen. Doch da eine Weiterbildung auch für den Betrieb von Nutzen ist, tragen viele Arbeitgeber die Kosten für Deine Zusatzqualifikation bereitwillig. Wie hoch der zu zahlende Betrag letztendlich ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Auch für bereits Berufstätige besteht die Möglichkeit, im Laufe der Jahre eine Zusatzqualifikation zu erlernen und damit neue fachliche Horizonte zu entdecken, was für Dich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in Frage kommt.

Wenn Du jetzt trotzdem noch der Überzeugung bist, dass Spanisch nichts für Dich ist, dann frage Deinen Chef nach einer alternativen Zusatzqualifikation. Bei einer kaufmännischen Ausbildung ist es beispielsweise auch möglich, sich auf die Informationsverarbeitung zu konzentrieren. Zusätzliche EDV-Kenntnisse oder eine Weiterbildung zur Assistentin sind Möglichkeiten, die für Dich in Frage kommen könnten.

Wofür Du Dich jetzt auch entscheiden magst, ich wünsche Dir für Deine berufliche Zukunft alles Gute.


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