Roman-Autorin Franziska Jebens:

“Ich bin bereit, für meinen Traum Haare zu lassen”

Von Tokyo über New York und Hamburg bis in den Wald. Von Marketing über Personalberatung bis zur Berufung als Coach und Autorin. Franziska Jebens hat schon überall gelebt und fast alles gemacht. Jetzt erscheint ihr Sommerroman, “Die Liebe fällt nicht weit vom Strand”, bei den Ullstein Buchverlagen. Uns hat sie im Interview verraten, wie dieses Buch dabei hilft, alle Träume zu realisieren.    

#1 Sie schreiben auf Ihrer Website: „Ich liebe das mitreißende Gefühl, das in mir aufsteigt, wenn ich daran denke, neue Projekte in die Tat umzusetzen.“ Ist so auch die Idee zu ihrem Roman entstanden?

(lacht) Es war andersrum. Zuerst war die Idee da, dann kam die Begeisterung hinterher. Ich denke, dass Begeisterung generell ein guter Motor ist, um an Projekten dran zu bleiben und sie umzusetzen.

Bild: Ullstein Buchverlage

#2 Welche Träume haben Sie in Ihrem Leben schon verwirklicht?

Mein Mann Carsten und ich haben, in Hamburg lebend, davon geträumt, ein ruhiges Plätzchen nur für uns zwei im Grünen zu finden. Ein kleiner Zeltplatz hätte uns schon genügt. Doch dann haben wir durch einen glücklichen Zufall eine 160 Jahre alte Ruine ohne Wasseranschluss oder Heizung entdeckt. Mein Bauchgefühl sagte sofort ja und so haben wir uns ein Grundstück mitten im Wald zwischen Hamburg und Berlin gekauft.

Zuerst wollten wir diesen Ort nur am Wochenende nutzen, doch immer mehr entstand der Wunsch, aus dem romantischen Hideaway ein Zuhause zu machen. So haben wir über Jahre und in Eigenregie Stadtleben ab- und Landhaus aufgebaut.

“Ich konnte schon tolle Träume verwirklichen.”

Auch im Job gab es einen Wandel: Nach Jahren in der Filmbranche und später als Headhunter habe ich mich selbständig gemacht. Ja, und dann kamen die Bücher dazu.„Die Liebe fällt nicht weit vom Strand“ ist nach „Kaffee mit Käuzchen – unser Traumhaus im Wald“ jetzt mein zweites Buch und erster Roman.

Ich konnte also schon einige tolle Träume verwirklichen.

#3 Und die kleinen Träume?

Oh ja, davon haben sich auch schon viele erfüllt: Zum Beispiel Schmiddie, unser Hund, oder unser Kater Clint.

Bild: Nico Klein-Allermann, Eden Books

Es ist egal, wie groß der Traum ist. Am Ende geht es darum, ihn zu verwirklichen, anstatt nur davon zu träumen. In „Die Liebe fällt nicht weit vom Strand“ träumt meine Protagonistin Sophie davon, mit einem mintfarbenen Foodtruck durch die Welt zu fahren und Menschen zu bekochen. Der Traum scheint ihr unerreichbar. Aber sie ist zu Beginn des Buches auch nicht bereit, sich aus ihrer Komfortzone herauszubewegen. Doch dann gibt das Leben ihr einen Schubs, sie muss ins kalte Wasser springen und nimmt neue Herausforderungen an, die ihr Leben völlig durcheinander, aber sie eben auch auf den richtigen Weg bringen. Mehr wird nicht verraten. Ich will ja nichts spoilern. Wie es ausgeht, erfahren Sie, wenn Sie das Buch gelesen haben😊.

#4 Haben Sie jemals an Ihren Träumen gezweifelt?

Natürlich. Zweifel sind ja ganz normal. Ist das der richtige Weg? Was mache ich hier eigentlich? Will irgendjemand mein Buch lesen? (lacht) Allerdings war ich mir ganz tief drinnen beim Schreiben und bei unserem Waldhaus immer sicher, dass es das richtige für mich und uns ist.

Bild: Nico Klein-Allermann, Eden Books

Ich denke, ich war bereit auf vieles zu verzichten, um meine Träume zu verwirklichen. Ich war zum Beispiel bereit für meinen Traum Haare zu lassen 😊. Wir hatten kein fließendes oder gar heißes Wasser und meine Haare waren vom vielen Staub der Wald-Baustelle schlimm verfilzt. Bei einer meiner Gießkannenduschen im Garten dachte ich: “So geht das nicht weiter. Die Haare müssen ab!”

Durch die jahrelange Renovierung des Hauses habe ich gelernt, an meiner Vision festzuhalten, nicht so leicht aufzugeben und Durchhaltevermögen zu entwickeln. Das kam mir dann auch beim Schreiben zugute. Außerdem habe ich  durch das Leben mitten in der Natur viel über mich gelernt. Ich habe gemerkt, dass ich viel mehr machen und schaffen kann, als ich für möglich gehalten habe. Zum Beispiel Holz hacken.

#5 Und das können Sie? Braucht ja ganz schön viel Kraft, oder?

Mit dem richtigen Beil ist vieles möglich 😊. 

#6 Haben Sie keine Angst so tief im Wald und ganz allein?

Oh doch, anfangs hatte ich das. Ich erinnere mich an die erste Fahrt im Dunklen durch den Wald. Ich habe eine blühende Fantasie und habe mir alles Mögliche ausgemalt. Doch heute kenne ich jedes Geräusch. Der Wald ist sozusagen jetzt meine Hood.

#7 Sie bezeichnen sich selbst ja auch als „Waldschrat“ 😊. Sophie liebt ihre Kräuter. Gibt es da eine Parallele?

Ja, Sophie hat einen Kräutergarten auf ihrer Dachterrasse angelegt. Ein kleines Kräuterparadies, das sie sorgsam hegt und pflegt und das auch für ihren Traum steht, Köchin zu sein. Sie liebt es, die Kräuter zu begärtnern und mit ihrer Ernte leckere Gerichte zu zaubern. Sophie kann dort gut runterkommen und über Dinge nachdenken. Hier schafft sie es, ganz im Moment zu sein. So geht es mir im Wald auch. Und am Meer. Mein Herz, Sophies Herz: Es geht auf, wenn wir auf das Meer blicken, wenn die Natur uns einnimmt. Dann fühlen wir uns zu Hause.

Bild: Franziska Jebens

#8 Also haben Sie auch einen Strandroman geschrieben?

Auf jeden Fall. Der Roman spielt teils in der glitzerigen Filmwelt Hamburgs und teils am Sommerstrand von Dänemark. Sophie wird aus Versehen von der Empfangsdame zur Marketing Managerin befördert und soll den neuen Blockbuster der Filmfirma Triversal vermarkten. Sie fährt ans Filmset nach Dänemark, um vor Ort den Spirit der romantischen Komödie einzuatmen und ins Marketing zu übersetzen. Dort wirkt das Meer auf sie und ihre Entwicklung wie ein Turbo-Boost. Nicht nur in beruflichen Dingen, sondern auch in romantischen … Mit “Die Liebe fällt nicht weit vom Strand” kann man sich ganz wunderbar ans Meer träumen.

#9 Haben Sie eine Anleitung, um Träume zu verwirklichen?

(lacht) Nein. Eine konkrete Anleitung habe ich nicht, aber Tipps habe ich schon: Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl, lassen Sie die Selbstzweifel zurück und versuchen Sie die Zweifler im Umfeld auf Abstand zu halten. Was auch hilft ist ein Freund oder Partner, der dieselbe Vision hat. Carsten und ich haben uns in schwierigeren Zeiten gegenseitig aufgebaut. Und es hilft, in kleinen Schritten zu denken ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Oft kommen dann auch Dinge auf einen zu, neue Möglichkeiten ergeben sich. So ergeht es auch meiner Heldin Sophie. Aber den ersten Schritt, den muss sie bzw. jeder halt erst einmal machen.

Bild: Franziska Jebens

#10 Sie machen es aber spannend. Dann frage ich allgemeiner: Wie schafft man den Schritt, seinen eigenen Weg zu gehen? Schafft es Sophie?

Wenn man sich seiner Träume bewusst ist, ist man schon sehr weit. Die meisten Menschen müssen noch einen Schritt vorher anfangen. Sie fühlen sich irgendwie nicht wohl in ihrer Haut, in ihrem Leben und müssen erst einmal herausfinden, warum das so ist. Was dabei hilft, ist in sich hineinzuhören, auch mal ganz allein und für sich, und sich die Frage zu beantworten: Was bereitet mir wirklich Freude, abgekoppelt von äußeren Einflüssen? Der erste Schritt ist dann, dieser Freude zu folgen. Auch wenn das erstmal nur fünf Minuten pro Woche möglich ist.

Sophie kennt zumindest schon einmal ihren Traum und beschäftigt sich in ihrer Freizeit so oft es geht mit dem Zubereiten leckerer Gerichte und mit ihrem Kräutergarten.

#11 Was war Ihr schönstes oder tiefstes Erlebnis als Coach oder als Hilfestellerin in der Verwirklichung der Träume anderer Menschen? Haben Sie Ihre Erfahrung in den Roman eingebunden?

Ich habe meine Berufung gefunden: Ich darf in meinem Traumhaus im Wald leben, als Coach arbeiten und Bücher schreiben. Das allein ist schon das größte Geschenk für mich. Wenn ich Menschen mit meiner Arbeit als Coach oder mit meinen Büchern helfen kann, fühlt sich das wie ein ganzer Geschenketisch an. Es macht mich sehr glücklich, wenn eine Leserin oder ein Leser schreibt, sie oder er habe durch mein Buch den Traum einer eigenen Holzwerkstatt verwirklicht oder sich endlich das Tiny-Haus gekauft, das sie sich schon immer wünschte. Das ist die schönste Bestätigung überhaupt und macht mich gleichzeitig sehr dankbar.

#12 Das klingt alles nach Liebe …

Bild: Nico Klein-Allermann, Eden Books

Ja … Auch darum geht es in meinem Buch: Um die Liebe, zu sich selbst, zu anderen Menschen, zu Dingen, die man tut. Letztere Liebe könnte man auch Hingabe nennen. Als Sophie endlich auf ihre Intuition hört, bringt das ihr Leben zwar durcheinander, aber sie meistert die neuen Herausforderungen, weil sie diese mit Hingabe angeht.

#13 Gibt es sie denn, die große Liebe?

Auf jeden Fall, in der Liebe zu sich selbst und auch in der romantischen Liebe. 

#14 „Wer ins kalte Wasser springt, taucht ein in ein Meer voller Möglichkeiten!“ Ist das die Message zu „Die Liebe fällt nicht weit vom Strand“?

Genau. Wer nie springt, dem kann auch nichts passieren. Nichts Schlechtes, aber eben auch nichts Gutes.

#15 Welchen Traum haben Sie sich noch nicht erfüllt? Was ist als nächstes dran?

Ich würde gerne ganz allein eine Küstenwanderung durch Wales in England machen.

Auch wenn ich mir schon viele Träume erfüllen durfte, werde ich niemals aufhören, zu träumen 😊.

Bild: Franziska Jebens

Vielen Dank für dieses inspirierende Gespräch, liebe Frau Jebens!

Der Strandroman für hoffnungslose Romantiker

Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Redaktion der Ströer Content Group Brand Solutions in Zusammenarbeit mit Ullstein Buchverlage erstellt.