So machst du aus 50 Euro ein kleines Vermögen

Mit kleinen Beträgen ein Riesenvermögen anhäufen? Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Doch so abwegig ist das gar nicht. Denn mit einem banalen 50 Euro-Schein kannst du weit kommen – weil Kleinvieh eben tatsächlich Mist macht. 

Lass uns mit drei Anekdoten beginnen:

1967 kaufte der britische Schriftsteller Roald Dahl für 2.850 Dollar das Bild „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon. Dahl verstarb bereits 1990 und konnte die atemberaubende Wertsteigerung des Gemäldes nicht mehr miterleben: Im November 2013 wurde „Three Studies“ für 142,4 Millionen Dollar verkauft – ein Gewinn von sage und schreibe 4.210 Prozent.

Im Jahr 1996 registrierte der Amerikaner Rick Schwartz die Internetadresse eBet.com für 100 Dollar und verkaufte sie 20 Jahre später für 1,35 Millionen an ein chinesisches Online-Wettbüro. Weil er sich außerdem frühzeitig die URLs toys.com und candy.com sicherte und weiterverkaufte, wird Schwartz auch der Domain-King genannt.

Am 28. Juli 2010 kostete eine Einheit der gerade eingeführten Kryptowährung Bitcoin lediglich sechs Cent. Investoren, die an diesem Tag Bitcoins im Wert von 100 Dollar erworben, konnten ihre Anlage auf der Höhe des Bitcoin-Hypes im Dezember 2017 für 28,3 Millionen Euro vergolden.

Alle drei Anekdoten beschreiben, wie Menschen aus einem kleinen Betrag jeweils ein Vermögen gemacht haben. Die Wenigsten, nicht mal sie selbst, werden vorhergesehen haben, welche erstaunliche Rendite ihre Investments abwerfen würden – neben etwas Weitsicht spielte Glück hierbei wohl eine erheblich größere Rolle.

Die Investments hätten sich auch in Luft auslösen können – etwa, wenn Kunstkritiker das Werk von Francis Bacon nicht so abgefeiert hätten, wenn das Internet sich – wie von Bill Gates bekanntlich prognostiziert – nur als ein kurzlebiger Hype herausgestellt hätte, oder wenn die Bitcoin-Blase viel früher geplatzt wäre.

Geduld wird belohnt

Die gute Nachricht: Auch du kannst, ganz ohne Entrepreneur-Geist, dafür aber mit langem Atem und wesentlich sicherer kleine Beträge über Jahrzehnte in Reichtümer verwandeln. 

Verzichte etwa auf ein paar kostspielige Kaffeegetränke, lege dafür monatlich einen kleinen Betrag auf die hohe Kante und du wirst dich in ein paar Jahrzehnten über einen satten Geldregen freuen.

Zum Beispiel mit einem Fondsparplan, mit dem du bei einer flexiblen Laufzeit und bequem per Dauerauftrag Beträge ab 25 Euro pro Monat in Aktien, verzinsliche Wertpapiere oder Immobilien investierst. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinssphase sind Fondsparpläne momentan im Vergleich zu herkömmlichen Ratensparplänen die vielversprechendere Alternative.

Dabei gilt: Fondsparpläne unterliegen Kursschwankungen und sind damit einem gewissen Risiko ausgesetzt. Doch wenn du regelmäßig investierst, profitierst du vom sog. Durchschnittskosteneffekt: Bei hohen Kursen kaufst du weniger Fondanteile, bei höheren Kursen mehr – und zahlst langfristig einen günstigen Durchschnittspreis. Wenn du einen langen Atem hast, sind so drei Prozent Kurszuwachs im Jahr durchaus realistisch.

Der Zinseszins ist dein bester Freund

Sagen wir, dir bleiben am Monatsende 50 Euro übrig, die du regelmäßig in deinen Fondsparplan anlegst. Wir gehen bei diesem Rechenbeispiel von einer festen Rendite von drei Prozent aus (diese ist jedoch in der Realität Kursschwankungen ausgesetzt – sowohl nach unten als auch nach oben).

Nach zehn Jahren kannst du dich über immerhin 6.990 Euro freuen, wobei rund 990 Euro davon Gewinn sind, von denen immerhin 80 Euro verzinste Zinsen sind. Vielleicht haben sich dann Elektroautos schon so weit durchgesetzt, dass du mit dem Betrag einen Tesla anzahlen kannst. Doch wenn du es dir dann leisten kannst, ist die bessere Option, das Geld nicht anzufassen. Denn der Zinseszinseffekt wird dir noch viel Freude bereiten.

Zum Beispiel, wenn du 20 Jahre wartest. Dann kannst du nämlich mit dem Ersparten und der Rendite auf Weltreise während deines Sabbaticals gehen: Knapp 16.400 Euro haben sich bis dahin angehäuft, mehr als 3.500 Euro Gewinn und jetzt bereits knapp 800 Euro aus Zinseszinsen.

Hast du allerdings drei Dekaden der Versuchung widerstanden, deinen Ratensparvertrag zu plündern, verfügst du nun über ein Vermögen von mehr als 29.000 Euro. Außer deinen regelmäßigen Einzahlungen von 50 Euro sind rund 11.000 Euro davon quasi aus dem Nichts dazugekommen – 8.000 Euro durch durchschnittliche Kurszuwächse und 3.000 Euro aus Zinsen, die die Gewinne abgeworfen haben.

Werde zum Anlage-Profi

Monatlich 50 Euro zu investieren, ist jedoch nur das absolute Minimum. Wenn du simple Spar-Tricks befolgst und damit größere Beträge zur Seite legen kannst, wirst du langfristig noch mehr profitieren. Denn selbstverständlich kassierst du auch mehr Rendite je mehr du monatlich einzahlst: 100 Euro können sich bei entsprechender Kursentwicklung über dreißig Jahre zu einem Plus von 58.000 Euro multiplizieren, von denen 22.000 Euro Gewinn sind.

Das ist nicht nur die ideale Basis, deinen Kindern einen Start in ihr Studium zu ermöglichen oder im Alter ein eigenes Business zu starten, sondern du hast dann auch das Mindset von finanziell erfolgreichen Menschen verinnerlicht. Denn Finanzprofis lassen ihr Geld für sich arbeiten – und nicht anders herum.

Übrigens: Mit dem Sparplanrechner der Sparkasse kannst du dein eigenes Sparziel ins Visier nehmen und ausrechnen, welchen monatlichen Betrag du wie lange und zu welcher Rendite sparen musst. Du brauchst also kein Kunstsammler, Domainnamen-Jäger oder Krypto-Farmer sein, um langsam aber sicher selbst zum Profi-Anleger aufzusteigen.