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In sieben Schritten fürs Alter vorsorgen – so kannst du mit kleinem Budget sparen

Wenn das Geld im Alltag knapp ist, scheint das Sparen für den Ruhestand unmöglich. Dabei können sich auch Frauen, die nur ein geringes Budget zur Verfügung haben, eine Altersvorsorge aufbauen. Mit diesen sieben Schritten startest du in deine finanzielle Unabhängigkeit.

Jede zehnte Frau in Deutschland sagt laut aktuellem Vermögensbarometer, sie sei finanziell nicht dazu in der Lage, ihre Zukunft abzusichern. Dabei ist der Aufbau einer privaten Altersvorsorge keineswegs nur für Menschen machbar, die große Beträge aufbringen können. Mit guter Planung kannst du auch bei einem schmalen Budget Geld für deine Rente zur Seite legen. Mit diesen sieben Schritten bist du auf dem besten Weg in deine finanzielle Unabhängigkeit

1. Übernimm Verantwortung für deine Vorsorge

Oft erscheinen die Bedürfnisse von heute drängender als die, die die ferne Zukunft bringt. Ob alleinerziehende Mutter oder Geringverdienerin: Wer jeden Euro mehrmals umdrehen muss, denkt nicht zuerst an das Leben im Ruhestand. Doch die gesetzliche Rente wird bei vielen Frauen nicht ausreichen, um im Alter davon zu leben. Vor allem Alleinstehende sind von Altersarmut bedroht.

Aber auch Frauen in einer Beziehung sollten sich nicht darauf verlassen, dass ihr Partner später für ihren Lebensunterhalt aufkommt.

Dragica Mischler, Vorständin bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen erläutert die harten Fakten: „Nach derzeitigem Stand wird das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2030 bei 44 Prozent liegen. Dies bedeutet, dass mehr als die Hälfte des vorherigen Einkommens im Alter fehlt.”

Wer privat vorsorgt, ist auf der sicheren Seite – egal welche Wendung das Leben nimmt.

2. Wie möchtest du im Alter leben?

Überlege ganz konkret, was du dir im Alter leisten möchtest. Willst du viel unternehmen, auch mal ins Restaurant gehen oder endlich Tanzunterricht nehmen? Das Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung wird dafür vermutlich nicht reichen. Wenn du dir deinen Ruhestand vor deinem inneren Auge ausmalst, weißt du, wofür sich das Sparen lohnt.

Die meisten Menschen benötigen im Alter zwar etwas weniger Geld als vorher, das allerdings über einen längeren Zeitraum, als sie annehmen. Rentenexperten bezeichnen das als Langlebigkeitsrisiko. „Statistisch gesehen ist dieses Risiko bei Frauen höher”, erklärt Mischler. „Und es nimmt in Anbetracht der immer länger werdenden Lebenserwartung weiterhin zu.“

3. Hebe deine Sparpotenziale

Wenn du Geld zurücklegen möchtest, solltest du wissen, welche Summe du monatlich aufbringen kannst. Nur wer höhere Einnahmen als Ausgaben hat, kann etwas sparen. Das kostenfreie Haushaltsbuch vom Beratungsdienst Geld und Haushalt hilft dir dabei, einen Überblick über deine finanzielle Situation zu gewinnen.

Möchtest du wissen, wo du eventuell sparen kannst, helfen dir die sogenannten Referenzbudgets. Hier kannst du deine Ausgaben mit anderen Haushalten in ähnlicher Situation vergleichen und dadurch deine eigenen Ausgaben kritisch überprüfen. So findet sich die eine oder andere neue Möglichkeit zum Sparen, die dir vorher nicht bewusst war.

Ziel sollte es sein, zehn Prozent deines Bruttoeinkommens für die Altersvorsorge zur Seite zu legen. Es gilt aber: Kleine Summen sind besser als nichts. Korina Dörr, Leiterin des Beratungsdienstes Geld und Haushalt, sagt: „Auch kleine Beträge helfen, wenn man möglichst früh beginnt und staatliche Förderungen mitnimmt. Selbst bei minimalen Zinsen summieren sich die Sparbeträge mit der Zeit.“

Dragica Mischler ergänzt: „Das Geheimnis liegt im Zinseszinseffekt, das heißt, die jährlichen Erträge werden wieder angelegt und man profitiert dann von einer höheren Wertentwicklung. Je länger der Zeitraum ist, in dem Geld zurückgelegt wird, desto höher fallen die Erträge aus.”   

4. Lasse Staat und Arbeitgeber mitsparen

Der Staat und viele Unternehmen fördern die betriebliche und private Vorsorge. Nutze die Unterstützung und nimm alle Zulagen mit. 

„Von der Riester-Rente profitieren vor allem Frauen mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Mütter“, sagt Mischler. „Der Vorteil: Die staatlichen Zulagen lassen das Vermögen zusätzlich zu den Erträgen wachsen.“

Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr – Voraussetzung ist, dass jährlich vier Prozent des Bruttoeinkommens in einen riesterfähigen Sparvertrag eingezahlt werden. Hinzu kommen 185 Euro für jedes bis Ende 2007 geborene Kind und 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind.

„Wer wenig oder gar nichts verdient, kann schon ab einem Beitrag von 60 Euro pro Jahr die volle staatliche Förderung erhalten“, erklärt Dragica Mischler. Verheiratete Frauen, die nicht in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis sind, können über ihren Ehepartner „mitriestern“ und die volle Zulage einstreichen. Auch dafür werden nur 60 Euro pro Jahr fällig.

Für Frauen in einem beständigen Arbeitsverhältnis interessant: Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Das heißt, dass du von deinem Chef verlangen kannst, dass Teile deines Gehalts in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden. Ein wichtiger Vorteil für dich: Die Beiträge sind bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei, bis zu vier Prozent frei von Sozialabgaben. 2018 bleibt also ein monatlicher Sparbetrag von bis zu 520 Euro steuerfrei, auf 260 Euro müssen außerdem keine Sozialabgaben entrichtet werden.

Manche Unternehmen geben heute schon etwas zur Betriebsrente dazu. Für Verträge ab 2019 müssen dann alle Firmen mindestens 15 Prozent der Entgeltumwandlung als Zuschuss zahlen. Ab 2022 gilt das sogar für alle bestehenden Verträge.

Rund 94 Prozent aller Arbeitnehmer haben zudem Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, kurz VL genannt. Dabei zahlt der Arbeitgeber bis zu 40 Euro extra als monatlichen Sparbetrag direkt auf eine bestimmte Geldanlage. Auch dieses Geld kannst du in deine Altersvorsorge stecken.

Wer innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen bleibt, streicht außerdem noch staatliche Zulagen ein: die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie.

Eine Übersicht über alle Varianten der geförderten Altersvorsorge findest du im Ratgeber „Sparen für später“ des Beratungsdienstes Geld und Haushalt.

5. Kombiniere flexible Sparformen

Stecke nie all dein Geld in eine Anlage. Setze stattdessen lieber auf einen Mix verschiedener Sparformen. Da du über einen sehr langen Zeitraum Geld zurücklegst, sollten diese Vorsorgeformen zudem möglichst flexibel sein. Sicher verändern sich dein Einkommen und deine Lebenssituation im Laufe der Jahre mehrmals und die Verträge sollten sich dann so modifizieren lassen, dass sie zur neuen Situation passen.

Bei einem Riester-Vertrag zum Beispiel kannst du im Notfall die Raten auf ein Minimum von 60 Euro im Jahr herunterfahren. Das angesparte Vermögen ist außerdem „Hartz-IV-sicher“.

6. Richte einen Dauerauftrag ein

Abzuwarten, ob am Monatsende genug Geld für die Altersvorsorge übrig bleibt, ist keine erfolgversprechende Strategie. Schließe lieber einen flexiblen Rentenvertrag mit monatlicher Zahlung ab oder richte einen Dauerauftrag ein, über den direkt nach Gehaltseingang eine fixe Summe in deine Sparanlage fließt. Das Motto dabei: Aus den Augen, aus dem Sinn! So kommst du gar nicht erst in Versuchung, das Geld noch anderweitig auszugeben, und du wirst schnell Erfolgserlebnisse spüren, weil das finanzielle Polster für deinen Ruhestand Stück für Stück wächst.

Noch eine Automatisierung, die sinnvoll ist: Beantrage über deinen Riester-Anbieter eine Dauerzulage. Das erspart dir, jedes Jahr aufs Neue einen Förderantrag auszufüllen.

7. Wechsel nicht zu oft die Strategie

Jede Kündigung und jeder Neuvertrag kosten Geld. Das frisst die Rendite wieder auf. Nimm dir Zeit für deine persönliche Strategie und bleib bei der Stange.

Die erfahrenen Finanzberaterinnen und -berater der Sparkassen Finanzgruppe unterstützen dich gern dabei, die für deine Lebenssituation und dein Budget am besten passende Altersvorsorge-Strategie zu entwickeln. Dieser Service ist kostenlos, damit alle Sparer unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten eine qualifizierte Beratung in Anspruch nehmen können.

Bildquelle: Sparkassen Finanzgruppe, Getty Images