Du hast wenig Geld? Dann nutze diese Methoden zur finanziellen Absicherung

Investieren können nur Leute mit viel Geld? Falsch gedacht. Jeder hat mal klein angefangen – die meisten Reichen sind erst wohlhabend geworden, weil sie frühzeitig kleine Beträge angelegt haben. Es gibt genug Möglichkeiten, dein Erspartes auf bequeme Art und Weise für dich arbeiten zu lassen – auch wenn du keine Lust oder Zeit hast, dich intensiv mit der Börse und der Weltwirtschaft auseinanderzusetzen. Wir zeigen dir drei Alternativen zum klassischen Sparbuch, mit denen du bis ins hohe Alter finanziell unabhängig bleibst.

Riester-Rente: Weniger ist mehr

Bevor du an dieser Stelle aufhörst zu lesen – ja, die Riester-Rente gehört sicherlich nicht zu den spannendsten Themen des Universums. Eine Person, die stolz davon berichtet, dass sie jetzt „riestert“, hat sich zu recht automatisch für die nächste WG-Party disqualifiziert. Mit deinem Bankberater ist es aber vollkommen ok und sogar wünschenswert, im Detail darüber zu sprechen.

Das macht das Thema jedoch nicht aufregender: Die Riester-Rente ist nichts anderes als eine private Altersvorsorge, die du zusätzlich zu den Zahlungen in deine gesetzliche Rentenversicherung abschließt. Weil der deutsche Staat weiß, dass die Renten aufgrund des demographischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten immer geringer ausfallen werden, ermutigt er seine Bürger privat nachzubessern.

Die Förderung besteht aus direkten Zulagen und Steuerersparnissen; mitmachen dürfen alle, außer Studenten und Selbständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind. Hast du Kinder, gibt es 300 Euro für jeden Nachwuchs, der vor dem 31.12.2007 geboren wurde. Den Jackpot erhältst du übrigens, wenn du deinen Riester-Vertrag abschließt, wenn du noch unter 25 bist: Dann erhältst du nämlich einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Grundsätzlich wirst du umso mehr gefördert, je geringer dein jährliches Bruttoeinkommen und der Sockel-Betrag ist, den du zur Seite legen kannst.

Wie du von Riester profitieren kannst, zeigt dir dieses Beispiel: Angenommen du verdienst mit einem Nebenjob 10.000 Euro im Jahr. Wenn du 225 Euro davon in deinem Riester-Account parkst, gibt Vater Staat dir 175 Euro on Top dazu. Nicht schlecht oder?

Betriebliche Vorsorge: Nimm deinen Arbeitgeber in die Pflicht

Hast du nach diversen Praktika, Volontariaten oder Trainee-Stellen endlich einen längeren Arbeitsvertrag unterschrieben, kannst du dein Unternehmen auffordern, sich an deiner Altersvorsorge zu beteiligen.

Das Recht auf die sogenannte Entgeldumwandlung, das deinen Arbeitgeber verpflichtet, einen Teil deines Gehalts anzulegen, solltest du vor allem aus Steuergründen wahrnehmen: In diesem Jahr bleiben Sparbeträge von bis zu 520 Euro steuerfrei; wenn du erst im nächsten Jahr einen Vertrag unterschreibst, muss deine Firma sogar 15 Prozent der Entgeldumwandlung als Zuschuss bezahlen.

Vergiss nie, dass du einen erheblichen Teil deiner Lebenszeit und deiner Einsatzkraft in den Erfolg deines Unternehmens steckst. Deshalb ist es nur fair, dass dein Arbeitgeber neben der regelmäßigen Überweisung von Gehalt auch etwas für deine Zukunft im Alter ausgibt.

Mach dich deshalb schlau, ob du zu den 94 Prozent der Angestellten gehörst, die Anrecht auf vermögenswirksame Leistungen (VL) haben. Dieses verpflichtet nämlich dein Unternehmen, für dich monatlich bis zu 40 Euro in Geldanlagen zu investieren. Wenn dein Einkommensniveau dazu zu gering ist, und der Arbeitgeber die VL nicht zahlen kann, hilft dabei die vom Staat gezahlte Arbeitnehmersparzulage aus.

Wertpapiersparen: Vermögen aufbauen trotz Kursschwankungen

Ein Aktien-Portfolio zu erstellen und zu verwalten wirkt auf den ersten Blick einschüchternd. Das heißt jedoch nicht, dass du nicht auch von den Kurssteigerungen an der Börse profitieren solltest. Doch statt selbst 800-seitige Geschäftsberichte zu wälzen, 5-Jahres-Bilanzen zu vergleichen oder den Unterschied zwischen Net asset value und market price zu begreifen, gibt es einfachere Methoden mit Aktien in die finanzielle Unabhängigkeit im Alter zu investieren.

Zum Beispiel mit Indexfonds. Sie sind so etwas wie die Celebration Box der Finanzindustrie: Anstatt einzelne Packungen von Snickers, Twix und Co. zu kaufen und sie von Hand zu mischen, greifst du lieber zur kuratierten Vorauswahl. Analog dazu erwirbst du in einem Schritt Anteile an einer ganzen Reihe von Unternehmen, die Experten zuvor zu einem Index hinzugefügt haben.

Indexfonds werden auch als „Geisterschiffe“ bezeichnet, denn sie verschleiern die individuelle Performance der einzelnen Aktien. Selbst wenn Unternehmen aus einem Index pleite gehen, werden die Verluste durch die Gewinne anderer Unternehmen im Index ausgeglichen – ohne dass du dabei die Nerven verlierst und aussteigst. Einmal in einen Index investiert, brauchst du dich nicht mehr um ihn zu kümmern und nach 25 bis 50 Jahren werfen sie in der Regel satte Renditen ab. Lass dich am besten von einem Experten bei deiner Bank beraten, welche Form des Wertpapiersparens am besten für dich und deine Bedürfnisse geeignet ist.

Fazit: die Mischung macht’s

Riester-Versicherungen, betriebliche Vorsorge und Wertpapieranlagen sind drei Instrumente, mit denen du über die Jahre ein kleines, aber feines Vermögen anhäufst, ohne dich von dem Kursschwankungen des Tagesgeschäfts wahnsinnig machen zu lassen.

Wie immer gilt hierbei, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern eine gesunde Mischung zu finden. Den Rat von selbsternannten Börsengurus könnt ihr dann getrost ignorieren: Seit 1964 haben Affen, die Darts auf den Finanzteil von Zeitungen geworfen haben, jedes Jahr aufs Neue bessere Vorhersagen getroffen als individuelle Broker …