Roman zum Verlieben

Warum Online-Dating immer wieder für eine Überraschung gut ist

Es ist heute durchaus nichts Ungewöhnliches mehr, wenn Paare sich online kennenlernen. Singlebörsen und Dating-Plattformen boomen und so manch einsames Herz erlebt auf der Suche nach Mr. oder Mrs. Right einiges an Überraschungen und findet im besten Fall dabei die große Liebe. So auch in „Morgen schreib ich Dir ein Happy End“, dem Debütroman des amerikanischen Autorenduos Tash Skilton.

Das Internet hat unser Leben in vielerlei Hinsicht leichter gemacht. Shoppen, Bankgeschäfte tätigen, Essen bestellen, arbeiten, es gibt fast nichts, was wir nicht ganz bequem von der heimischen Couch aus erledigen können.

Liebe per Fingertipp? Kann beim Online-Dating durchaus passieren. Bild: oatawa / iStock / Getty Images Plus

Nicht mal um die Liebe des Lebens oder den Flirt für eine Nacht zu finden, müssen wir noch vor die Tür gehen. Na ja…zunächst zumindest. Spätestens wenn nach der ersten Annäherung via Chat das erste Treffen ansteht, kommt die Frage auf, ob die virtuell aufgebauten Erwartungen dem Realitätscheck standhalten können.

Das Spiel mit den Erwartungen

Die Gefahr ist groß, sich aus Profilfotos und einem angenehmen Chatgeplänkel eine Idealvorstellung seines virtuellen Gegenübers zusammenzuzimmern. Nur allzu gern schiebt man die leisen Zweifel beiseite, dass sich der Traumprinz oder die Traumprinzessin beim ersten Treffen vielleicht doch als Frosch entpuppen könnte. Denn, machen wir uns nichts vor, Online-Dating lädt zum Flunkern geradezu ein. Da es für den ersten Eindruck bekanntlich keine zweite Chance gibt, schießt so mancher bei der kreativen Gestaltung seines virtuellen Auftritts übers Ziel hinaus, macht sich jünger, größer, schlanker, interessanter und garniert das Ganze bestenfalls noch mit Fotos aus längst vergangenen Zeiten.

Vor Zweifeln ist beim Online-Dating niemand gefeit. Ob der virtuelle Traumprinz in Wirklichkeit doch ein Frosch ist? Bild: millan / iStock / Getty Images Plus

Doch es gibt auch die umgekehrten Fälle. Menschen, die zwar einiges zu bieten hätten, sich aber überhaupt nicht verkaufen können und zur Optimierung des eigenen Datingverhaltens auf die Hilfe echter Profis angewiesen sind. Zu letztgenannter Spezies zählen Zoey und Miles, die Protagonisten des Romans „Morgen schreib ich Dir ein Happy End“. Beide arbeiten in Agenturen, deren Geschäftsmodell genau darin besteht, den Auftritt ihrer Klienten beim Onlinedating mittels professioneller Ghostwriter zu optimieren und sie im Chat worttechnisch dermaßen glänzen zu lassen, dass ein erfolgreiches Date nur noch eine Frage der Zeit ist. 

Romantiker + Zynikerin = Liebe?

“Morgen schreib ich dir ein Happy End” von Tash Skilton

Während Miles ein waschechter New Yorker und eingefleischter Romantiker ist, kommt Zoey von der Westküste und kann weder New York noch dem Gedanken an die wahre Liebe etwas abgewinnen. Kaum verwunderlich also, dass sich die beiden sofort in die Haare kriegen als sie sich das erste Mal zufällig in einem Café über den Weg laufen. Freunde des Genres ahnen es schon: Da bahnt sich was an. Denn was sich neckt, das liebt sich, früher oder später zumindest. 

Gegensätze ziehen sich an

Ganz in der Tradition der klassischen Romantikkomödien aus Hollywood nimmt das Schicksal nun seinen Lauf. Schon bald nach ihrem ersten desaströsen Aufeinanderprallen treffen sich Miles und Zoey online wieder, allerdings ohne zu wissen, wer der jeweils andere ist. Von ihren jeweiligen Agenturen wurden die beiden nämlich auf das selbe Pärchen angesetzt, was natürlich keiner von ihnen ahnt. Und nach und nach zeigt sich zum großen Vergnügen des Lesers, dass das Paar, was im wahren Leben wie Hund und Katz ist, sich virtuell als perfektes Zweiergespann entpuppt. Die uralte Formel der Gegensätze, die sich anziehen, wird dabei auf wunderbar originelle Weise neu interpretiert und fit fürs 21. Jahrhundert gemacht.

Bild: Droemer Knaur

Zwar spielt die herrlich romantische Geschichte mit den altbekannten Versatzstücken, die man aus zahlreichen Filmen des Genres nur zu gut kennt, ihrem Charme tut dies aber überhaupt keinen Abbruch, es macht im Gegenteil ihren besonderen Reiz aus. Bekanntlich kommt es bei Romanzen ja sowieso viel weniger auf das Was als vielmehr auf das Wie an. Der Leser erwartet einen guten Ausgang und hofft, bangt und seien wir ehrlich, weiß auch insgeheim, dass das Paar am Ende zusammenkommen wird.

Am Ende wird alles gut. Zumindest in der romantischen Komödie sollte das garantiert sein. Bild: JosuOzkaritz / iStock / Getty Images Plus

Es ist der ereignis- und fintenreiche Weg zum Happy End, auf dem die sympathischen Charaktere zahlreiche Hürden und Missverständnisse überwinden müssen, der das wahre Lesevergnügen ausmacht. Dabei warten die Autorinnen mit Dialogen auf, die so spritzig sind, dass sie glatt einem alten Hollywoodklassiker entsprungen sein könnten. Ein Lesevergnügen auf ganzer Linie. Ein Roman zum Verlieben.

Dialoge wie im alten Hollywood

“Morgen schreib ich dir ein Happy End” von Tash Skilton

Über die Autorinnen:

Bild: © Robyn Von Swank

Tash Skilton ist das Pseudonym der beiden amerikanischen Autorinnen Sarvenaz Tash und
Sarah Skilton, die sich über Twitter kennengelernt und dank ihres Faibles für die 90er Jahre-Popkultur angefreundet haben. „Morgen schreib ich dir ein Happy End“ ist ihr erster gemeinsamer Roman.

“Morgen schreib ich dir ein Happy End” von Tash Skilton, übersetzt von Alexandra Kranefeld, 384 Seiten, erhältlich ab 01.06.2021, auch als eBook

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