Was ist so schlimm an Hochsteckfrisuren?
claudianerin am 03.03.2008

Mann zieht Frau an den HaarenJungs, jetzt mal ehrlich…

Was ist so schlimm an Hochsteckfrisuren?

Meine Haare: Schulterlang- manchmal etwas widerspenstig- trotzdem nicht zu dick, nicht zu dünn und alles in allem kein Grund sich zu beschweren. Aber um sie jeden Tag offen zu tragen doch wirklich zu langweilig. Wofür gibt es so viele tolle Frisuren? Also stecke ich meine Haare hoch, binde sie zu einem Zopf nach hinten, fixiere sie sonst wie und tue doch wirklich alles, um einfach mal etwas mehr Leben in die ganze Sache zu bringen, was mir, wie ich finde, auch meistens gut gelingt. Reaktionen des anderen Geschlechts – wenn denn überhaupt welche kommen: „Was ist denn mit dir passiert? Was soll denn der Oma Knödel da auf deinem Kopf?“ Jungs – was ist das Problem? Wieso mögt ihr es nicht, wenn wir Mädels uns die Haare hochstecken?

Es ist Samstagabend und Klassentreffen angesagt. Wie lange habe ich die Jungs nicht mehr gesehen? Was die wohl so getrieben haben die letzten Jahre? Haben sie Freundinnen, sind verheiratet oder haben sie vielleicht sogar schon Kinder? Was mich betrifft, habe ich es doch wirklich alles andere als schlecht angetroffen, vor allem freue ich mich, den Jungs meine Neue vorzustellen. Sie sitzt neben mir. Voller Stolz blicke ich sie an und bewundere ihre langen, lockigen Haare – wie am aller ersten Tag.

„Schatz, machst du dich fertig? Um 9 müssen wir los!“ „Es ist gerade mal 6“ antwortet sie gelassen. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und schaue sie bedenklich an. Sie steht auf und stapft ins Bad. „Das könnte knapp werden“ denke ich mir und muss selber grinsen. Es ist nach acht, als ein merkwürdig, rundes, zusammengepresstes Etwas, auf dem Kopf meiner Freundin das Zimmer betritt. Der Dutt! Sie hat es wieder getan. Und das heute Abend! Was zum Teufel habe ich nur verbrochen? Der Dutt – Schrecken jedes Mannes. Ich starre ihn an, während Hass und Verzweiflung die Vorfreude auf den heutigen Abend verdrängen.
„Ist irgendwas Schatz?“ fragt sie. Der mitschwingende, leicht provokante Unterton wirkt reizend auf mein ohnehin schon geschocktes Gemüt und lässt mich nicht weiter überlegen, wie ich es ihr sagen soll. „Das ist doch jetzt ein Scherz, oder?“ „Was denn?“ pfeift sie zurück. „Na das Dingen da auf deinem Kopf!“ Oh oh! Ganz grobes Foul! Sie holt tief Luft, ihre Augen werden größer und anhand der impulsiv pochenden Ader an ihrem Hals weiß ich, dass sie jeden Moment die rote Karte zücken wird. Doch bevor ich hängenden Kopfes, gedemütigt und ausgepfiffen das Schlachtfeld verlassen muss, ergreife ich schnell das Wort.

Es dauert eine Weile, bis ihre Halsschlagader anfängt abzuschwellen und ich die Chance bekomme, etwas zu meiner Verteidigung zu sagen. Ich beginne mit „Schatz, ich liebe dich, das weißt du“, denn das kommt immer gut – und fahre weiter fort mit den ebenfalls gut gewählten Worten „und ich finde, du bist wunderschön“. Ihre Mundwinkel zucken kurz und ich meine ein kleines Lächeln wahrnehmen zu können. Jetzt kann ich es wagen! Todesmutig lasse ich den „Aber-Satz“ folgen: „Aber dieser Dutt!!! Das geht gar nicht! Damit sieht die schönste Frau der Welt aus, wie eine Kampf-Lesbe!“ Ich muss schneller reden, denn das zuvor vermeintlich wahrzunehmende Lächeln ist nun definitiv verschwunden. „Steck deine Haare hoch, mach dir einen Pferdeschwanz, Scheitel links, rechts in der Mitte, ist mir Wurst. Pack dir Spängchen, Reifen, Gummis und was du sonst noch alles hast in die Haare, wenn es dir gefällt und ich halte meinen Mund. Aber wenn du deine Haarpracht aus mir unbegreiflichen Gründen schon nicht in vollen Zügen preisgeben willst, dann pack sie bitte, ich bitte dich, nie nie wieder in so einen blöden Dutt!“ Sie wirkt etwas perplex, doch ich scheine sie auf irgendeine Art berührt zu haben…

Es ist halb elf, als meinen alten Kollegen der Unterkiefer nach unten fällt, während die langen, wunderschönen Haare meiner Freundin, in ihrer vollen Pracht im Wind wehen. Stolzerfüllt nehme ich ihre Hand. Sie lächelt mich an und zwinkert mir zu. Und Mädels, jetzt mal ehrlich: Bei einem Dutt, hätte sich mit Sicherheit nicht ein einziger Mund geöffnet.

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