ehrlich Beziehung
Nina Rölleram 14.11.2018

Eine Beziehung sollte natürlich nie auf Lügen aufgebaut sein. Wenn man jemanden aber gerade erst kennenlernt, ist es manchmal nicht leicht, wirklich ehrlich zu sein. Schließlich muss man erst abchecken, ob man dem neuen Partner vertrauen kann, und möchte ihn nicht gleich verschrecken. Sollte man in der Kennenlernphase schon von seinen psychischen Erkrankungen, seiner schweren Kindheit oder verkorksten Ex-Beziehungen reden? Ich habe vor wenigen Monaten eine neue Beziehung angefangen und sage dir, bei welchen drei Aspekten ich zu Beginn ein bisschen geflunkert habe.

Eine Beziehung oder enge Freundschaft, in der man sich nicht alles offen sagen kann, ist für mich nicht viel wert. Manche Lebenserfahrungen sind sicherlich keine schönen Gesprächsthemen, machen aber den Charakter eines Menschen aus. Desto älter ich werde, desto mehr solcher unangenehmer Themen häufen sich an. Das wurde mir vor allem in meiner Single-Phase bewusst, in der ich über Online-Dating-Apps immer wieder neue Männer kennengelernt habe.

Warum das mit der Ehrlichkeit nicht so einfach ist

Das Kennenlernen von Freunden oder Kollegen gestaltet sich anders als das von möglichen Partnern. Wenn man sich zu einem Date verabredet, weiß man nie, ob sich daraus nur ein One-Night-Stand oder eine langfristige Beziehung entwickelt. Wer weiß, vielleicht werde ich mit dieser Person ja den Rest meines Lebens verbringen. Dann möchte ich natürlich von Anfang an ehrlich sein. Genauso kann es aber passieren, dass aus dem Kennenlernen nicht mehr wird und man bereut, so viel von sich preisgegeben zu haben. Eine wirklich schwierige Gratwanderung!

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Themen, bei denen man flunkern darf

Jeder muss natürlich selbst entscheiden, wie viel Ehrlichkeit in der Anfangsphase einer Beziehung angebracht ist. Aus meiner Erfahrung hat sich jedoch gezeigt, dass es vollkommen in Ordnung war, bei den folgenden Themen nicht von Anfang an ganz ehrlich zu sein:

  • Wie lange ist die letzte Trennung her? Ich bin ein absoluter Beziehungsmensch und daher einfach nicht gerne lange Single. Auch wenn mir meine letzte Trennung sehr zugesetzt hat, habe ich mich nach wenigen Wochen schon ins Dating-Leben gestürzt. Zwischen meiner Trennung und dem ersten Date mit meinem neuen Freund lagen nur etwa sechs Wochen. Als bei unserem ersten Date die Sprache auf unsere letzten Beziehungen kam, habe ich daraus aber lieber „ein paar Monate“ gemacht, um ihm nicht das Gefühl zu geben, er sei nur ein Rebound.
  • Mit wem hatte ich schon Sex? Ich selbst bin sehr neugierig zu erfahren, wie das Beziehungs- und Dating-Leben meines neuen Partners vor mir aussah. Ich habe auch kein Problem, Details aus seinem vergangenen Sex-Leben zu hören. Das heißt aber nicht unbedingt, dass ich alles von mir preisgebe. Meiner Erfahrung nach sind manche Männer doch etwas zu eifersüchtig und brauchen diese Informationen nicht unbedingt. Als mein Freund wissen wollte, mit welchem meiner Kumpels schon mal etwas lief, habe ich lieber nachgefragt, ob er das wirklich wissen will. Die klare Antwort: Nein.
  • Möchte ich mit meinem Partner zusammenziehen? Schon bei unserem ersten Date haben wir uns erzählt, dass wir beide glücklich sind, alleine zu wohnen. Weil ich mich als coole, eigenständige Frau darstellen wollte, habe ich damals behauptet, dass ich mir für die nächsten Jahre keine andere Wohnform vorstellen kann und so schnell nicht mit einem Partner zusammenziehen werde. Als er mich dann etwa fünf Monate später fragte, ob wir zusammenziehen wollen, war meine klare Antwort: Ja.

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Darum ist es ok, nicht ehrlich zu sein

Wenn man zu Beginn einer Beziehung noch Angst hat, den anderen zu verschrecken, ist es meiner Meinung nach in Ordnung, nicht alle Details der vorherigen Beziehung preiszugeben. Hätte ich meine letzte Trennung nur kurz umrissen, hätte das mich in einem ziemlich schlechten Licht dastehen lassen. Die Geschichte ist aber wesentlich komplexer und es gibt Gründe dafür, warum ich mich schon so schnell wieder ins Dating-Leben gestürzt habe. Das wollte ich meinem Freund lieber später erzählen, als ich wusste, dass er mich nicht dafür verurteilen würde.

Wenn es darum geht, mit wem oder wie vielen Menschen man schon Sex hatte, sollte man auch lieber vorsichtig sein. Neugierige Fragen werden manchmal spontan gestellt, ohne sich zu fragen, ob man die Antwort wirklich wissen muss. Willst du wirklich wissen, ob du die Nummer 64 auf seiner sexuellen Eroberungs-Liste bist? Will er wirklich wissen, ob du zu Schulzeiten mit deinem besten Kumpel im Bett warst, mit dem ihr inzwischen zusammen abhängt?

Viele Flunkereien in der Kennenlernphase ergeben sich auch aus der Angst davor, sich zu schnell auf jemanden einzulassen und verletzt zu werden. Auch wenn ich von Anfang an begeistert von meinem neuen Partner war, habe ich versucht, mich so lange zurückzuhalten, bis ich wirklich wusste, dass mehr daraus werden würde.

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Vollkommen ehrlich muss man erst später sein

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es nicht schlimm war, dass ich am Anfang meiner Beziehung etwas geflunkert habe. Inzwischen haben wir über manche Themen viel ehrlicher geredet, weil wir beide keine Angst mehr davor haben, den anderen mit den eigenen Verkorkstheiten zu vergraulen. Bis man diesen Punkt in einer Beziehung erreicht hat, muss man es mit der Wahrheit meiner Meinung nach nicht so genau nehmen. Siehst du das anders? Sag mir deine Meinung in den Kommentaren!

Bildquelle:

iStock/MangoStar_Studio

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