Kindsbaum
Christina Tobiasam 13.07.2018

Hast du schon einmal von einem Hochzeitsbrauch gehört, bei dem ein meterlanger Holzstamm im Garten des Paares platziert wird? Hier erfährst du, was es mit dem sogenannten Kindsbaum auf sich hat.

Was ist ein Kindsbaum?

Einen Kindsbaum* zu verschenken, ist eine Hochzeitstradition, die vor allem im Süden Bayerns praktiziert wird. Dabei wird vor dem Haus des Brautpaares ein fünf bis zehn Meter hoher Holzstamm bzw. Pfahl aufgestellt, der meist im Vorfeld im typisch bayrischen Blau-Weiß-Design angestrichen wurde und optisch dem Maibaum ähnelt. An diesem Pfahl sind Holzlatten befestigt, die quasi die „Äste“ des Baumes darstellen. Das Besondere: Diese Äste tragen kleine Geschenke an das Brautpaar, die etwas mit möglichem Nachwuchs zu tun haben, zum Beispiel Bodies, Schnuller, Rasseln oder ähnliches. Obendrauf ist oft noch ein Storch gesetzt, der auch noch einmal einen Hinweis auf den baldigen Kindersegen geben soll.

Ob die Braut übrigens tatsächlich bereits ein Baby erwartet, ist bei diesem Brauch völlig egal. Vielmehr soll der Kindsbaum die Frischvermählten daran erinnen, dass der Nachwuchs der nächste Schritt ist. Traditionell hat das Paar genau ein Jahr ab der Vermählung Zeit, um ein Kind in die Welt zu setzen – ein ganz schön ambitionierter Plan, der sicher nicht für jedes Paar so leicht umzusetzen ist bzw. den auch nicht jedes Paar so umsetzen möchte. Manchmal werden auch Schilder auf Augenhöhe befestigt, die noch einen persönlichen Gruß oder ein Gedicht enthalten.

Hier wurde auf das Schild noch ein passender Spruch geschrieben:

„Dieser Baum ist auserkoren
bis ein Kind ist euch geboren.
Und seid ihr übers Jahr nicht drei,
kommt ihr um ein Fest mit uns nicht vorbei.“

Das kleine Gedicht deutet es schon an: Unabhängig davon, ob nach einem Jahr wirklich schon ein Baby auf die Welt gebracht wurde oder nicht: Zum ersten Hochzeitstag muss das Ehepaar die Aufsteller des Kindbaums zu einer Brotzeit einladen. Meistens wird in diesem Zuge auch der Pfahl abmontiert und wandert wieder in den Besitz der Aufsteller zurück. Der Kindbaum kann aber auch bis zur Geburt des ersten Kindes stehen bleiben. Sobald das Baby geboren wurde, kann auch noch eine Tafel mit dem Namen und Geburtstag des Kindes angebracht werden.

Welche Alternativen zum Kindsbaum gibt es?

Nicht immer haben Braut und Bräutigam ein großes Haus mit Garten, das Platz für einen hohen Pfahl bietet. In diesem Fall bietet es sich an, eine kleinere Alternative zu wählen. Wir finden dieses Storchennest zum Beispiel sehr niedlich! Hier können auch ein paar Söckchen, Strampler oder andere Aufmerksamkeiten hineingepackt werden. Aber auch ein Türkranz oder eine Storchenfigur* sind denkbar.

Nicht nur in Deutschland gibt es so manchen schrägen Hochzeitsbrauch. Wusstest du zum Beispiel, dass es bei den Massai in Kenia üblich ist, die Braut zu beleidigen und zu bespucken? Was dahinter steckt und weitere skurrile Hochzeitsbräuche aus aller Welt, entdeckst du in unserer Galerie:

7 verrückte Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Auch wenn die Idee prinzipiell sehr niedlich ist, kann ich mir vorstellen, dass so ein riesiger Pfahl im Garten ganz schön Druck beim Paar erzeugt. Vor allem, wenn es noch keine Kinder plant oder längere Zeit ungewollt kinderlos bleibt. Was hältst du von Hochzeitsbräuchen wie dem Kindsbaum? Magst du die Idee und könntest dir vorstellen, deinen Freunden etwas Ähnliches zu schenken? Verrate es mir gerne in den Kommentaren.

Bildquelle:

iStock/BrianAJackson, Instagram


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