vegane Kondome
Nina Rölleram 29.11.2016

Die meisten Veganer achten nicht nur bei ihrer Ernährung auf tierfreie Produkte. Besonders, wenn man gerade anfängt, möglichst wenig tierische Produkte zu verwenden, wird man feststellen müssen, dass man auch in Bereichen achtgeben muss, an die man zuerst vielleicht gar nicht denken würde: Klare Fruchtsäfte werden häufig mit Gelatine geklärt und in vielen Tabletten wird Laktose als Bindemittel eingesetzt. Auch viele Verhütungspillen enthalten Milchzucker und es kann schwer sein, eine vegane Option zu finden. Da viele Frauen mittlerweile sowieso hormonfrei verhüten wollen, scheinen Kondome eine gute Wahl zu sein. Doch auch in deren Herstellungsprozess kommen tierische Produkte zum Einsatz. Da Safer Sex aber absolut sein muss, gibt es mittlerweile einige vegane Kondome auf dem Markt. Wir klären Dich darüber auf, was Du beim Kauf beachten musst.

Hast Du Dich überhaupt schon mal beim Kondomkauf mit den Inhaltsstoffen von Kondomen beschäftigt? Solange Du keine Allergie hast, wirst Du vermutlich einfach zu einer vertrauenswürdigen Marke in der passenden Größe greifen und Dir ansonsten keine Gedanken über deren Herkunft machen. Am wichtigsten ist natürlich, dass sie absolut sicher verhüten und vor Geschlechtskrankheiten schützen. Die meisten Kondome bestehen auch Naturkautschuklatex, das aus der Latexmilch des Kautschukbaums gewonnen wird. Das klingt ja erst mal ganz schön pflanzlich. Doch leider kommen bei der Herstellung noch einige andere Stoffe zum Einsatz. Wir haben uns daher für Dich schlaugemacht, was an herkömmlichen Kondomen nicht vegan ist.

vegane Kondome

Das Berliner Startup Einhorn Condoms stellt vegane Kondome her, die in einem besonders schicken Design daherkommen.

Was ist an herkömmlichen Kondomen denn bitteschön nicht vegan?

vegane Kondome

Die meisten Kondome bestehen nicht ausschließlich aus Latex.

Die erste Reaktion, die die meisten Menschen haben, wenn sie vegane Kondome hören, ist wohl Ratlosigkeit darüber, was denn Tierisches in Kondomen enthalten sein könnte. Selbst viele Veganer wissen bei diesem Thema herzlich wenig Bescheid. Schließlich werden Kondome ja nicht mehr wie anno dazumal aus Schafsdärmen, sondern aus Latex hergestellt. Die tierische Variante aus Naturdarm ist in der Tat immer noch unter der Bezeichnung „Naturalamb“ zu finden, jedoch handelt es sich hier eher um ein Nischenprodukt, da diese tierischen Kondome nicht vor Geschlechtskrankheiten schützen. Alle gängigen Kondome, die Du in der Drogerie findest, werden aus rein pflanzlichem Naturkautschuk hergestellt. Allerdings bedarf dieses Naturprodukt noch einiges an Verarbeitung, bis ein sicheres Kondom entsteht. Und genau in diesem Verarbeitungsprozess setzen die meisten Hersteller das Hilfsmittel Kasein als Weichmacher ein. Den Sportlern unter Euch ist dieser Stoff vielleicht aus Proteinshakes ein Begriff: Bei Kasein handelt es sich um Milchprotein aus Kuhmilch. Im fertigen Kondom ist zwar nichts mehr von diesem Milcheiweiß enthalten, da der Stoff aber in der Produktion verbraucht wird, sind herkömmliche Kondome somit nicht vegan. Neben dem verwendeten Weichmacher kann auch das enthaltene Gleitmittel auf den Kondomen tierische Inhaltsstoffe enthalten oder an Tieren getestet worden sein.

Das solltest Du bei veganen Kondomen beachten

vegane Kondome

Neben den Inhaltsstoffen zählen für viele Veganer auch andere Aspekte.

Eine vegane Lebensweise bedeutet für viele Menschen nicht nur darauf zu achten, keine tierischen Stoffe zu sich zu nehmen, sondern darüber hinaus auch auf nachhaltige Produktion, faire Arbeitsbedingungen und tierversuchsfreie Kosmetika zu achten. Glücklicherweise erfüllen die Hersteller, die vegane Kondome anbieten, zum Großteil diese Bedingungen. Beim Nachhaltigkeitsaspekt in Sachen Kondome geht es natürlich nicht darum, das Kondom wiederzuverwenden. Vielmehr machen die Kondomhersteller ihren Produktionsprozess von den Kautschukplantagen bis hin zum fertigen Kondom transparent. Die Kautschukproduktion findet überwiegend in Asien, Afrika und Südamerika statt, wo sowohl die Arbeits- als auch die Umweltbedingungen problematisch sein können. Beim Kauf von Kondomen also auf eine faire und ökologisch vertretbare Produktion zu achten, kann genauso eine sinnvolle Umstellung sein wie bei Kaffee oder Schokolade. Einige Hersteller erforschen zudem, wie man Kautschuk möglichst ohne Chemikalien anbauen kann und verhindern durch ihre Anbauweise die weitere Rodung von Regenwäldern. Dennoch wirst Du auf veganen Kondomen kein Bio-Siegel finden, da es bisher noch keinen wirklichen Bio-Kautschuk gibt. Mit der Unterstützung weitestgehend nachhaltiger Kondommarken trägst Du allerdings zu der Weiterentwicklung naturschonender Kautschukverarbeitung bei.

Sind vegane Kondome sicher?

Natürlich musst Du Dir bei veganen Kondomen keine Sorgen machen, ob diese weniger gut verhüten als herkömmliche Kondome aus der Drogerie: Aller Hersteller, die in Europa Kondome verkaufen, unterliegen äußerst strengen Richtlinien und sind verpflichtet, ihre Verhütungsmittel unter extremen Bedingungen zu testen.

Bei diesen Herstellern bekommst Du vegane Kondome

Leider wirst Du derzeit in der Drogerie noch nicht fündig werden, wenn Du nach veganen Kondomen suchst. Inzwischen führen aber viele Bio-Supermärkte tierfreie und nachhaltig hergestellte Kondome. Viele dieser veganen Kondommarken sind noch relativ jung und arbeiten noch am Ausbau ihres Sortiments. Eine der geläufigsten Marken ist Fair Squared mit Sitz in Köln, die zu den weltweit ersten Herstellern von fair hergestellten Kondomen gehören. Das Latex der Fair Squared-Kondome stammt aus zertifizierten Plantagen in Südindien und die Kondome werden schließlich in Deutschland hergestellt.

#new #vegan #fair #fairsquared #fairrubber #puravida #lifestyle #love #peace

A post shared by Michael Plüss (@plussmichael) on

vegane Kondome

Der Markt für vegane Kondome ist noch relativ überschaubar.

In den letzten Jahren ist ein Berliner Startup mit dem schönen Namen Einhorn für seine veganen Kondome populär geworden. Das Startup wurde über die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ bekannt und finanzierte seinen Produktionsstart über eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne. Die Hälfte der Einnahmen werden beim Kauf von Einhorn Condoms an soziale und nachhaltige Projekte gespendet. Da das junge Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt, macht es derzeit noch keine Gewinne, erhofft sich aber durch die auffälligen schicken Verpackungsdesigns, ein Umdenken beim Kondomkauf zu bewirken. Auf jeden Fall sind die bunten Verpackungen, die ein wenig an Chipstüten erinnern, die optimale Lösung für all diejenigen unter Euch, denen der Kauf von Kondomen die Schamesröte ins Gesicht treibt. Die Kondome bekommst Du in charmanten Designs wie „UUUH! PENISGEGENSTÄNDE“ oder „FOODPORN“.

Solltest Du unter einer Latexallergie leiden und noch dazu vegan leben, fällt die Auswahl leider deutlich geringer aus. Derzeit bietet die Marke Unique latexfreie vegane Kondome aus einem hypoallergenen Material auf Kunstharzbasis an.

Vegane Kondome sind natürlich aufgrund ihres nachhaltigen Herstellungsprozess etwas teurer als herkömmliche Kondome. Wenn Du sie allerdings in Großpackungen online kaufst, bewegen sich die Unterschiede im Centbereich und Du kannst mit gutem Gewissen Deinem Liebesleben nachgehen.

Würdest Du die veganen Kondome einmal ausprobieren oder findest Du es übertrieben, in diesen Belangen auf nachhaltige Produkte zu achten? Wenn Du Dich allgemein mit Kondomen eher schwertust, liegt dies vielleicht schlichtweg an Anwendungsfehlern. Wir geben Dir hier noch mal Nachhilfe, wie man ein Kondom richtig überzieht, um Pannen zu vermeiden.

Bildquelle: einhorn condoms, iStock/diego_cervo

*Partner-Links


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  1. Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  2. Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!

Was denkst du?