Die Kupferspirale

Die Kupferspirale wird seit über 25 Jahren erfolgreich als Verhütungsmittel eingesetzt und ist die weltweit am weitesten verbreitete Methode der reversiblen, also wieder umkehrbaren, Empfängnisverhütung. Bei richtiger Platzierung und guter Verträglichkeit muss die Kupferspirale nur alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Eignet sich die Kupferspirale für Dich? Und wie sicher ist sie wirklich?

Neben der Pille und dem Kondom ist die Kupferspirale weltweit eines der am häufigsten verwendeten Verhütungsmittel. Seit über 25 Jahren wird die Kupferspirale zur Verhütung ohne Hormone eingesetzt und kann bei guter Verträglichkeit bis zu maximal fünf Jahre in Deiner Gebärmutter bleiben. Obwohl die Kupferspirale weltweit so beliebt ist, ist sie in Deutschland besonders unter jungen Frauen verhältnismäßig unpopulär – ein guter Grund, einen genaueren Blick auf die Methode zu werfen und vielleicht mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen.

Kupferspirale: Worum handelt es sich dabei?

Die Kupferspirale, auch Intrauterinpessar (kurz: IUP) genannt, ist eine Verhütungsmethode, die schon seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Sie enthält keine Hormone und gehört damit zu den mechanischen Verhütungsmitteln. In unterschiedlichen Größen und Formen eines T oder eines Ankers kann die Kupferspirale in die Gebärmutter eingelegt werden. Bestehend aus einem Kunststoffbändchen, dessen Schaft mit einem Kupferdraht umwickelt ist, schützt die Kupferspirale drei bis fünf Jahre vor einer Schwangerschaft. Die seitlichen Arme sorgen für einen sicheren Halt der Spirale in der Gebärmutterhöhle. Zwei Fäden am unteren Ende der Kupferspirale ermöglichen ein problemloses Entfernen. Neben der herkömmlichen Kupferspirale gibt es auch die Kupfer-Gold-Spirale (Pearl-Index 0,5 bis 1), die zusätzlich das Risiko für Entzündungen und Infektionen verringern soll. Eine weitere Spielart ist die Kupferkette, die ohne ein Kunststoffgerüst auskommt und sogar einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,3 vorzuweisen hat. Der Pearl-Index der Kupferspirale wird von Pro Familia mit 0,3 und 0,8 angegeben. Die Kupferspirale kann also in Sachen Sicherheit mit der Pille mindestens mithalten. In der Regel kostet sie 120 bis 200 Euro und ist damit sehr günstig.

Kupferspirale: Wie wirkt sie?

Die Kupferspirale setzt Kupferionen frei, die eine toxische und hemmende Wirkung auf die Spermien haben. Zum anderen verursacht sie als Fremdkörper eine sterile Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut. Diese Entzündung ist für gewöhnlich nicht gefährlich, da sie nicht von Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Die dadurch veränderte Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut verhindert eine Einnistung der Eizelle. Falls es also doch zu einer Befruchtung kommt, kann sich das befruchtete Ei nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten, da die Kupferspirale den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stört. Deshalb wird die Kupferspirale manchmal auch ähnlich wie die Pille danach als interzeptives Verhütungsmittel (nach Befruchtung, aber vor Einnistung der Eizelle) eingesetzt, wenn die 72-Stunden-Frist für die reguläre Pille danach bereits überschritten ist. Die Kupferspirale sollte nicht mit der Hormonspirale verwechselt werden, die in ihrer Wirkungsweise eher anderen hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille ähnelt.

Kupferspirale: Wie wird sie eingesetzt?

Die Kupferspirale wird von einem Gynäkologen eingesetzt. Der optimale Zeitpunkt für das Einsetzen der Kupferspirale sind die letzten Tage Deiner Menstruation, denn zuvor muss eine mögliche Schwangerschaft ausgeschlossen sein. Außerdem ist der Gebärmutterhals zu dieser Zeit leicht geöffnet und der Frauenarzt kann die Kupferspirale problemlos einsetzen. Durch eine spezielle Hülse wird das Einsetzen der Kupferspirale durch den Muttermund in die Gebärmutter erleichtert. Mithilfe eines Ultraschalls kontrolliert der Gynäkologe, ob die Kupferspirale an der richtigen Stelle sitzt. Auch nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt ist das Einsetzen der Kupferspirale möglich.

Kupferspirale: Vor- und Nachteile

Ist die Kupferspirale einmal eingesetzt und vom Körper gut angenommen, ist die Verhütung damit sehr unkompliziert und im Hinblick auf die mögliche Anwendbarkeit pro Spirale auch ziemlich günstig. Damit sie als Verhütungsmittel zuverlässig bleibt, muss die Kupferspirale in der Regel alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Ein weiterer Vorteil dieser Verhütungsmethode ist, dass sie nicht in das Hormonsystem eingreift. Dadurch ist nach dem Entfernen der Kupferspirale eine Schwangerschaft möglich, ohne dass sich der Körper hormonell umstellen muss. Gerade bei jüngeren Frauen, die häufig den Geschlechtspartner wechseln, ist in den ersten Monaten nach Einsetzen der Kupferspirale das Infektionsrisiko allerdings erhöht – kommt es zu einer Infektion, muss die Spirale umgehend entfernt werden. Auch Blutungsstörungen, Schmierblutungen sowie längere und schmerzhafte Regelblutungen können als Nebenwirkungen der Kupferspirale auftreten. In den ersten Monaten nach dem Einsetzen kann die Kupferspirale zudem insbesondere bei jungen Frauen, die noch kein Kind bekommen haben, abgestoßen werden – dies geschieht in etwa zehn Prozent der Fälle.

Die Kupferspirale ist eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode, die bei richtiger Platzierung und guter Verträglichkeit drei bis fünf Jahre in Deinem Körper verbleiben kann. Sie eignet sich vor allem für Frauen, die bereits Kinder bekommen haben oder längerfristig keine Familie planen und sich nun vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen wollen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock/flocu

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