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Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten

Die Angst vor Geschlechtskrankheiten greift in unserer sexuell aufgeklärten Zeit immer mehr um sich. Doch trotz aller Aufklärung ranken sich um Chlamydien, Filzläuse und Co. noch immer zahlreiche Halbwahrheiten und Mythen. Ein offener Umgang mit der Problematik der Geschlechtskrankheiten und eine rechtzeitige Information über ihre Symptome sind daher besonders wichtig.

Geschlechtskrankheiten können große Sorgen bereiten
Mit Geschlechtskrankheiten ist nicht zu spaßen

Auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft sind Geschlechtskrankheiten noch immer ein Tabuthema. Dies ist mehr als verständlich, denn wer spricht schon gerne mit Fremden über so intime Dinge wie Sex, Ausschlag oder Juckreiz? Zu dieser Scham im Umgang mit ihrer Erkrankung kommt bei vielen Betroffenen auch noch eine gefährliche Sorglosigkeit hinzu, da die meisten Geschlechtskrankheiten heute glücklicherweise gut behandelbar sind. Warum sollte man also so viel Wind um eine Sache machen, die doch mit ein paar Medikamenten behoben werden kann? Dabei wird oftmals übersehen, dass eine Geschlechtskrankheit auch gefährlich werden kann. Einige Geschlechtskrankheiten können sogar Krebs, lebensgefährliche Infektionen oder Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Diese Gefahr ist vor allem deshalb besonders tückisch, da viele Geschlechtskrankheiten erst spät erkennbare Symptome zeigen. Daher sollte man Geschlechtskrankheiten keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.

Geschlechtskrankheiten sind vielfältig

Die Palette an sexuell übertragbaren Krankheiten ist lang. Die bei Frauen am häufigsten auftretende Geschlechtskrankheit ist der Vaginalpilz (Mykose). Rund 75 Prozent aller Frauen haben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit ihm zu tun – bei einigen ist der Pilz sogar rezidiv, d.h. er kommt auch nach einer medizinischen Behandlung immer wieder. Besondere Risikogruppen des Vaginalpilzes sind Frauen, die die Pille oder Antibiotika nehmen oder an Diabetes leiden. Man erkennt die Pilzinfektion an heftigem Brennen und Jucken im Intimbereich sowie an einem weißlichen Ausfluss.
Auch Chlamydien sind ein Krankheitsbild, das rezidiv werden kann. Bei den Chlamydien handelt es sich um Bakterien, die den Unterleib angreifen. Dies führt zu Schmerzen beim Wasserlassen, kann aber auch dramatischere Folgen wie Beckenentzündungen nach sich ziehen. Greifen die Chlamydien zudem die Eierstöcke an, kann dies sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Da Chlamydien am Anfang der Erkrankung keine Symptome zeigen, bleibt diese Geschlechtskrankheit oftmals lange Zeit unentdeckt. Ähnlich wie die Chlamydien führen auch Trichomonaden zu einer Entzündung der Harnwege. Die durch diese Einzeller ausgelöste Trichomoniasis ist eine Geschlechtskrankheit, mit der vor allem Frauen zu kämpfen haben. Der Genitalherpes zählt ebenfalls zu den häufig auftretenden Geschlechtskrankheiten. Wie die Variante, die wir uns am Mund zum Beispiel durch das Küssen zuziehen können, sorgt er für unangenehme Bläschen und Warzen im Genitalbereich. Doch auch er kann gefährlich werden: Wenn sich der Erreger beispielsweise in die Augen oder das Gehirn ausbreitet, können im Extremfall Blindheit und Lähmungen die Folge sein.
Eher störend als gefährlich sind dagegen die Filzläuse. Die kleinen Parasiten sorgen zwar für Juckreiz und Entzündungen, doch mit speziellen medizinischen Lotionen kann ihnen relativ problemlos der Garaus gemacht werden. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, da die Läuse auch abseits des menschlichen Körpers bis zu 24 Stunden überleben können. Man sollte daher auch alle Textilien desinfizieren, mit denen der Betroffene in Kontakt gekommen ist.
Obwohl die meisten Geschlechtskrankheiten heutzutage in der Regel erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden können, gelten Erkrankungen wie Syphilis oder Tripper (Gonorrhoe) noch nicht als besiegt. Im Moment steigt die Zahl der Infektionen mit eben diesen Geschlechtskrankheiten sogar wieder an. Besonders gefährlich sind – neben AIDS – auch Hepatitiserkrankungen und das Humane Papillomvirus. Beide steigern das Krebsrisiko.

Vor Geschlechtskrankheiten kann man sich leicht schützen

Dass Vorsicht besser als Nachsicht ist, gilt auch für Geschlechtskrankheiten. Bereits Safer Sex kann das Risiko einer Ansteckung stark reduzieren. Daher sollte beim Sex generell ein Kondom verwendet werden. So kann jede Frau ohne großen Aufwand verhindern, dass die Krankheitserreger mit den Schleimhäuten ihrer Vagina in Kontakt kommen und sie sich auf diese Weise infiziert. Gegen einige Geschlechtskrankheiten ist jedoch auch das Kondom machtlos – besonders dann, wenn sie sich auch über Speichel oder andere Körperflüssigkeiten verbreiten. So können auch Oralsex, Küssen oder das Benutzen des gleichen Handtuchs oder der gleichen Zahnbürste zu Risikofaktoren werden. Trotzdem sollte man es auch mit der Intimhygiene nicht übertreiben! Aggressive Intimpflegeprodukte können beispielsweise den pH-Wert der Vaginaschleimhäute verändern. Das macht es Bakterien und Viren noch leichter, sich dort auszubreiten. Auch Cremes und Lotionen sind bei Infektionen kein Ersatz für die Behandlung durch einen Arzt.
Sobald einer Frau also Veränderungen in ihrem Genitalbereich auffallen, sollte sie umgehend ihren Gynäkologen aufsuchen. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sichert man sich weiter ab – auch wenn man keine akuten Beschwerden hat. Schließlich treten bei vielen Geschlechtskrankheiten zunächst keine Symptome auf, sodass die Betroffenen erst in späteren Stadien merken, dass etwas nicht stimmt. Fachärzte können diese Krankheiten jedoch bereits früher feststellen, sodass durch eine Vorsorgeuntersuchung keine wichtige Zeit verstreicht.

Geschlechtskrankheiten – Was tun, wenn es brennt?

Sobald eine Frau Geschwüre an ihrer Vagina, Unterleibsschmerzen, verfärbten Ausfluss oder Brennen und Krämpfe feststellt, sollten die Alarmglocken klingeln. In diesem Fall könnte eine Geschlechtskrankheit vorliegen, die eine medizinische Versorgung notwendig macht. Selbst wenn es manchmal peinlich sein kann, darüber zu sprechen: Die Gesundheit sollte immer vorgehen! Fachmediziner haben mit diesen Problemen täglich zu tun und werden stets verständnisvoll und neutral reagieren. Schamgefühle sind daher vollkommen unbegründet. Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, die Menschen im direkten Umfeld eines Betroffenen vor einer Ansteckung zu schützen. Daher sollte der Sexualpartner ebenfalls von einem Arzt behandelt werden, da auch bei ihm eine Geschlechtskrankheit vorliegen kann. Einige Geschlechtskrankheiten wie etwa Genitalherpes oder Scheidenpilz sind zudem auch nach einer erfolgreichen Behandlung noch nicht gänzlich verschwunden und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausbrechen. Daher sollte auf ausreichende Nachuntersuchungen geachtet werden. Wenn man an einer Geschlechtskrankheit leidet, ist darüber hinaus auch das Risiko erhöht, sich mit weiteren Geschlechtskrankheiten anzustecken. Die Vagina der Frau ist dann besonders empfindlich, sodass die Erreger leichter eindringen können. Bei weiteren Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten sollte man in jedem Fall das Gespräch mit einem Arzt suchen.

Es ist äußerst wichtig, sich über Geschlechtskrankheiten zu informieren und rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Denn auch, wenn man beim Sex in der Hitze des Gefechtes alles andere vergisst, sollte man sich immer bewusst sein, dass die Gesundheit über allem steht. Denn nur so kann man auch weiterhin Spaß am Sex haben.

Bildquelle: Thinkstock/iStock/gmast3r

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