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Ungeplante Schwangerschaft = ungewollte Schwangerschaft?

Ungeplante Schwangerschaft = ungewollte Schwangerschaft?

"Ich bin schwanger." Diese Erkenntnis ist ein einschneidender Moment im Leben jeder Frau. Doch was folgt dann? Überschäumendes Glück, Unsicherheit oder gar Schock? Denn was ist, wenn es eine ungewollte Schwangerschaft ist? Das Kondom geplatzt ist, die Pille versagt hat? Welche Möglichkeiten gibt es und wie entscheidet man, welche Schritte man als nächstes geht?

ungewollt schwanger: Man muss eine Entscheidung treffen
Bei einer ungewollten Schwangerschaft stehen schwere Entscheidungen bevor.

Schwangerschaften folgen oft dem Spruch: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“. Die wenigsten Schwangerschaften sind auf den Punkte geplant – Einerseits gibt es viele Paare, die über Jahre hinweg versuchen, schwanger zu werden, aber keinen Erfolg haben. Und andererseits gibt es viele ungewollte Schwangerschaften, bei denen der Zeitpunkt der Falsche zu sein scheint: Ein Partner studiert noch, die Mutter fühlt sich noch nicht bereit für ein Baby oder möchte ihre Karriere jetzt nicht unterbrechen oder die finanzielle Sicherheit fehlt. Vielleicht hat sie sich auch schon von ihrem Partner getrennt oder es war nur ein One Night Stand. Das alles sind Situationen, in denen sich die Schwangere fragen muß: Ist ungeplant auch ungewollt?

Ob mit oder ohne Kind – das Leben geht weiter!

Eine ungewollte Schwangerschaft stellt Betroffene vor eine sehr schwere Entscheidung. Viel Nachdenken und Abwägen, große Unterstützung aus dem Kreis der Familie und Freunde und einen klaren und unverstellten Blick ins Innere der eigenen Person ist erforderlich - Die Konsequenzen der Entscheidung, die die ungewollte Schwangerschaft erfordert, werden schließlich ein Leben lang spürbar sein, egal in welche Richtung sie ausfällt.

Schwanger ohne Mann

Marina, 33, aus München, hat sich vor 4 Jahren entschieden, ihr Kind zu behalten, obwohl ihr Mann sie gerade für eine andere Frau verlassen hatte. Sie sagt: „Die ungewollte Schwangerschaft war für mich ein sehr großer Schock, der zunächst einige Wochen völliger Apathie mit sich brachte. Dann aber habe ich zusammen mit meiner besten Freundin eine Bestandsaufnahme meines Lebens gemacht. Ich habe festgestellt, dass es zwar große Opfer erfordern würde, das Kind zu bekommen, aber ich habe mich dazu entscheiden diese Opfer zu bringen. Und ich habe es bis heute nicht bereut, obwohl es Tage gab, an denen ich mein Leben und meinen Exmann verflucht habe. Die ungewollte Schwangerschaft hat sich für mich von einem Fluch in einen absoluten Segen entwickelt. Denn mein kleiner Goldschatz bereichert mein Leben Tag für Tag!“

Nicht bereit für ein Baby

Anders ist der Fall von Susanne, 35, aus Düsseldorf, die vor fünf Jahren eine Abtreibung hatte. Sie erzählt, wie es zu der Entscheidung, die ungewollte Schwangerschaft abzubrechen, kam: „Ich hatte eine Affäre mit einem verheirateten Mann und das Kondom ist gerissen. Das ist mir vorher noch nie passiert und seitdem auch nie wieder, aber das eine Mal reichte: Ich war schwanger. In der ersten Minute, nachdem ich den Test gemacht hatte, war ich glücklich – dann kam die Realität zurück. Ich begann, in Ruhe und mit etwas Abstand über die ungewollte Schwangerschaft nachzudenken und mir wurde klar, dass ich einfach von dem Mann kein Kind wollte und dass ich meine Karriere nicht gefährden wollte – letztendlich kam ich aber vor allem zu der Erkenntnis, dass ich persönlich einfach noch nicht so weit war, ein Kind aufzuziehen. Nach intensiven Gesprächen mit meiner Mutter und meinen besten Freunden entschied ich mich dazu, die ungewollte Schwangerschaft zu beenden. Bis heute bin ich mir sicher, dass das die richtige Entscheidung war, so dass ich bisher auch keinerlei Schuldgefühle oder emotionale Probleme hatte.“

Schwangerschaftsabbruch mit Folgen

Dass das nicht immer so sein muss, zeigt der Fall von Carola, 27, aus Berlin, die ebenfalls vor einigen Jahren ungewollt schwanger war und sich daraufhin auch dazu entschloss, die ungewollte Schwangerschaft zu beenden: „Direkt nach der Abtreibung ging es los mit emotionalen Problemen und starken Depressionen, die mich über Monate hinweg nicht losgelassen haben. Noch heute werde ich sehr traurig ,wenn ich daran denke, dass ich die ungewollte Schwangerschaft beendet habe – insbesondere weil mein Mann und ich nun schon seit über einem Jahr versuchen, ein Kind zu bekommen, es aber einfach nicht klappen will. Vielleicht habe ich meine Chance verpasst.“

Diese drei Fälle zeigen, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, richtig mit einer ungewollten Schwangerschaft umzugehen. Klärende Gespräche mit Eltern, Partner, Freunden oder auch Beratungsstellen können helfen, den richtigen Weg zu finden, doch die letzte Entscheidung liegt bei der Schwangeren selbst. Denn nur sie weiß, was sie fühlt und was das Beste für sie und das ungeborene Kind ist. Und sie ist es auch, die die ungewollte Schwangerschaft ein Leben lang begleiten wird.

Entscheidet sich die Mutter, dass sie das Baby nicht behalten möchte, so gibt es unterschiedliche Handlungsalternativen – von Abtreibung bis Adoption - die wir in dem separaten Artikel "Ungewollt schwanger" näher beleuchten.

Alle Namen der Personen in diesem Artikel wurden von der Redaktion geändert.

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